Erstzulassung 2002, erste Hand, Sommerfahrzeug — und nach mehr als zwanzig Jahren 31.200 Kilometer. Sven fährt einen M3 der Baureihe E46, den man so nicht zweimal findet: Nachtblau Metallic aus dem Individual-Programm, Handschalter, nahezu Vollausstattung. Und darunter ein Motor, der nicht mehr ganz Serie ist — 360 PS weist das Prüfstandsprotokoll aus.
Das Auto
Ein M3 E46 mit 31.200 Kilometern ist keine Laufleistung, sondern eine Haltung. Der Wagen ist seit 2002 in erster Hand und wird ausschließlich im Sommer bewegt. Was bei anderen Fahrzeugen dieses Alters die entscheidende Frage wäre, erübrigt sich hier: Historie, Vorbesitzer, Standzeiten, Scheckheft. Es gibt nur einen Besitzer, und der ist der erste.

Die Farbe ist der erste Punkt, an dem dieses Auto aus der Reihe fällt. Nachtblau Metallic kam nicht aus der Serienpalette, sondern aus dem Individual-Programm. Der Effekt ist der, für den Individual-Farben gemacht sind: Auf dem Parkplatz hält man das Auto für schwarz, und erst wenn die Sonne im richtigen Winkel steht, wird das Blau sichtbar.
Handschalter — und warum das heute zählt
Der M3 E46 war mit Sechsgang-Handschaltung oder mit dem sequenziellen SMG II zu haben. Auf dem Sammlermarkt hat sich die Frage längst entschieden: Der Handschalter ist die gesuchtere Variante. Nicht, weil das SMG schlecht wäre — ein gesundes, korrekt adaptiertes System schaltet entschlossen und passt zum technischen Charakter der frühen 2000er. Sondern weil der Handschalter einfacher ist, weniger Fehlerquellen hat und dem Fahrer die Arbeit lässt.

Was KK Automobile gemacht hat
Serie ist der Wagen unter der Haube nicht mehr. Motorumbau, Fahrwerkseinbau und die anschließende Abstimmung stammen von KK Automobile — auf deren Hof sind die Aufnahmen auch entstanden. Die Liste:
- Carbon-Airbox mit passender Softwareabstimmung
- Fächerkrümmer
- Titanendschalldämpfer
- Intrax-Fahrwerk, eingebaut und abgestimmt
- BBS Le Mans als Räder

Das Ergebnis steht auf dem Prüfstandsprotokoll: 360 PS, also 17 mehr als die 343 PS der Serie. Das klingt nach wenig und ist es nicht — bei einem Sauger ohne Aufladung sind fünf Prozent aus Ansaugung, Abgasführung und Software eine ordentliche Ausbeute. Bemerkenswert ist ohnehin weniger die Zahl als die Konsequenz: Ansaugseite, Abgasseite und Steuergerät wurden zusammen bearbeitet, nicht einzeln. Genau das ist der Unterschied zwischen einem abgestimmten Fahrzeug und einer Sammlung von Einzelteilen.
Dasselbe gilt fürs Fahrwerk. Ein Gewindefahrwerk einzubauen ist eine Sache von Stunden; es so abzustimmen, dass ein M3 danach besser fährt als vorher, ist eine andere. Dass beides aus einer Hand kam, ist der eigentliche Punkt.
Der Zustand
31.200 Kilometer in über zwanzig Jahren sind rund 1.500 im Jahr. Das ist wenig, und wenig ist bei diesen Motoren nicht automatisch gut — der S54 mag Kaltstarts noch weniger als Kilometer. Ein Sommerfahrzeug in erster Hand hat dafür einen Vorteil, den kein Vielfahrer aufwiegt: Es kennt keinen Winter, kein Salz, keine Kurzstrecke im Januar.

Wer die Kaufberatung zu dieser Baureihe gelesen hat, kennt die vier teuren Positionen — Pleuellager, VANOS, Hinterachsaufnahme, SMG. Bei einem Fahrzeug wie diesem sind drei davon von vornherein entschärft: Das SMG entfällt, die Hinterachsaufnahme sieht bei 31.200 Kilometern anders aus als bei 200.000, und die Historie liegt vollständig bei einer Person. Bleiben die Pleuellager — die Position, die sich nicht aussitzen lässt und die auch bei niedriger Laufleistung zum Thema wird.
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Bildnachweise
- Eigenes Foto · MOTORSPORT24






























