Modelle & Technik · 1987–1996

BMW E34

Der 5er, der alles zum ersten Mal machte: Touring, Allrad, V8 — und einen M5 mit Heckklappe.

Blauer BMW M5 der Baureihe E34 von schräg vorn rechts
BMW M5 (E34) von 1992 — ab März dieses Jahres mit dem 3,8 Liter großen S38B38 und 340 PS. Von Hand bei der BMW M GmbH in Garching montiert.Lizenziert · MrWalkr · CC BY-SA 4.0

Bauzeit

1987–1996

Touring bis Juni 1996

Karosserien

2

Limousine · Touring

Motoren

113–340 PS

4-, 6- & 8-Zylinder, Benzin & Diesel

Stückzahl

rund 1,33 Mio.

Quellen nennen 1.331.056 oder 1.333.412

Topmodell

M5 3.8

S38B38 · 340 PS · 891 Touring

BMW 5er — die Generationen

E34 ist die 3. von 5 Generationen mit interner E-Nummer.

01 · Überblick

Die Baureihe der ersten Male

Im November 1987 lief der E34 an, im Januar 1988 stand er beim Händler. Gezeichnet hat ihn Ercole Spada unter Designchef Claus Luthe — eng verwandt mit dem gleichzeitig erschienenen 7er E32 und aerodynamisch ein Sprung: Der cW-Wert fiel von 0,45 beim E28 auf 0,30, rund achtzehn Prozent besser.

Wichtiger als die Form ist, was der E34 alles zum ersten Mal hatte. Im September 1991 kam mit dem Touring die erste Kombiversion eines 5er — mit separat zu öffnender Heckscheibe. Am selben Tag debütierte der 525iX, der erste 5er mit Allradantrieb. Ein Jahr später folgten die ersten V8-Motoren im 5er, 530i und 540i. Und mit dem M5 Touring von 1992 baute BMW M erstmals ein Auto mit Heckklappe.

Dazu kamen die ersten Vierventil-Sechszylinder im 5er: Ab Mai 1990 löste der M50 den M20 ab, ab September 1992 folgte die VANOS-Version. Fünf Motorenfamilien, zwei Karosserien, ein Allradmodell — der E34 ist die vielfältigste 5er-Generation, die es je gab.

02 · Historie

Neun Jahre in zehn Schritten

Vom Produktionsanlauf im November 1987 bis zum letzten Touring im Juni 1996.

  1. 1987 Im November läuft die Limousine in Dingolfing an. Die deutsche Wikipedia nennt abweichend Dezember — wir folgen BMW Group Classic.
  2. 1988 Im Januar offizielle Präsentation und Marktstart mit 520i, 525i, 530i und 535i. Im März folgt der 524td, der erste E34-Diesel.
  3. 1988 Im September Premiere des M5 mit dem 315 PS starken S38B36 — von Hand bei der BMW M GmbH in Garching montiert. Im Oktober startet der Nordamerika-Vertrieb mit 525i und 535i.
  4. 1990 Im Mai lösen die Vierventil-Sechszylinder M50 die M20-Motoren ab: Der 520i steigt von 129 auf 150 PS, der 525i von 170 auf 192 PS. Steuerkette statt Zahnriemen.
  5. 1991 Im September eine Dreifach-Premiere auf der IAA: der Touring als erster 5er-Kombi, der 525iX als erster 5er mit Allradantrieb und der 525tds. Dazu die erste Modellpflege mit Türverstärkungen und Leuchtweitenregulierung.
  6. 1992 Im März kommt der M5 3.8 mit dem S38B38 und 340 PS — und der M5 Touring, das erste M-Automobil mit Heckklappe. bmw-m.com nennt als Premierendatum den 15. September 1992, BMW Group Classic den Produktionsbeginn im März; beide Leitquellen widersprechen sich.
  7. 1992 Im Mai wird ABS in allen E34 serienmäßig.
  8. 1992 Im September die zweite Modellpflege: VANOS für die Sechszylinder, die V8-Modelle 530i und 540i, Fahrerairbag serienmäßig, breitere Niere und E36-Außenspiegel. Zum V8-Start nennen die Quellen 1992 oder 1993.
  9. 1994 Das Sechsganggetriebe Getrag 420G kommt für 540i und M5 — das erste Sechsganggetriebe in einem 5er. Ab Mai bekommen alle E34 die breite Niere.
  10. 1996 Ab Januar 1995 ist der Beifahrerairbag serienmäßig. Im August 1995 endet die M5-Produktion, im Dezember 1995 beziehungsweise Januar 1996 die der Limousine. Der Touring läuft als letzter bis Juni 1996; Nachfolger ist der E39.

03 · Modellübersicht

Vom 518i bis zum M5 3.8

Werksangaben für Europa. Zwei Fallstricke: Der 535i hat trotz seines Namens nur 3.430 cm³, und der 3,8-Liter-M5-Motor heißt <strong>S38B38</strong> mit 3.795 cm³ — die deutsche Wikipedia führt ihn fälschlich als S38B40 mit 3.982 cm³.

Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
518i M40 B18 1.796 cm³ 113 PS (83 kW) 03/1993–04/1994
518i M43 B18 1.796 cm³ 115 PS (85 kW) 04/1994–12/1995
520i M20 B20 1.990 cm³ 129 PS (95 kW) 01/1988–05/1990
520i M50 B20 1.990 cm³ 150 PS (110 kW) 05/1990–09/1992
520i M50 B20TU · VANOS 1.990 cm³ 150 PS (110 kW) 09/1992–12/1995
525i M20 B25 2.494 cm³ 170 PS (125 kW) 01/1988–05/1990
525i M50 B25 2.494 cm³ 192 PS (141 kW) 05/1990–09/1992
525i M50 B25TU · VANOS 2.494 cm³ 192 PS (141 kW) 09/1992–12/1995
525iX · Allrad M50 B25 · M50 B25TU 2.494 cm³ 192 PS (141 kW) 09/1991–1996
530i M30 B30 2.986 cm³ 188 PS (138 kW) 01/1988–09/1992
530i V8 M60 B30 2.997 cm³ 218 PS (160 kW) 1992/93–12/1995
535i M30 B35 3.430 cm³ 211 PS (155 kW) 01/1988–09/1992
540i M60 B40 3.982 cm³ 286 PS (210 kW) 1992/93–06/1996
524td M21 D24 · Turbodiesel 2.443 cm³ 115 PS (85 kW) 03/1988–1991
525td M51 D25 · ohne LLK 2.497 cm³ 115 PS (85 kW) 03/1993–1996
525tds M51 D25 · Ladeluftkühler 2.497 cm³ 143 PS (105 kW) 09/1991–1996
M5 3.6 S38 B36 3.535 cm³ 315 PS (232 kW) 09/1988–03/1992
M5 3.8 S38 B38 3.795 cm³ 340 PS (250 kW) 03/1992–08/1995

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Limousine

Silberne BMW 525i Limousine der Baureihe E34 von schräg vorn links
BMW 525i (E34) von 1993 als Limousine — mit 434.549 Exemplaren die meistgebaute Variante der Baureihe.Lizenziert · Charlie from United Kingdom · CC BY 2.0

November 1987 bis Dezember 1995 beziehungsweise Januar 1996 — auch hier widersprechen sich die Leitquellen um einen Monat. 4.720 mm lang, 1.750 mm breit, 1.412 mm hoch, 2.761 mm Radstand, 460 Liter Kofferraum. Gegenüber dem E28 ist sie 100 mm länger, 50 mm breiter und 3 mm niedriger.

Touring

Grüner BMW 540i Touring der Baureihe E34 von der Seite
BMW 540i Touring (E34) von 1995 — der erste 5er Touring überhaupt, mit separat zu öffnender Heckscheibe.Lizenziert · Rutger van der Maar · CC BY 2.0

September 1991 bis Juni 1996, rund 124.700 Stück — der erste Kombi der 5er-Reihe. Seine Besonderheit: Die Heckscheibe lässt sich unabhängig von der Heckklappe öffnen, um kleinere Dinge von oben einzuladen. Als letzte E34-Karosserie lief er noch anderthalb Jahre nach dem Ende der Limousine weiter.

05 · Motoren

Fünf Familien, vom Vierzylinder bis zum V8

Keine 5er-Generation davor oder danach hatte eine so breite Motorenpalette: Vierzylinder, zwei Sechszylinderfamilien, zwei Diesel, ein V8 und der handmontierte M-Motor aus der M1-Linie.

M40 und M43 — 518i geprüft

Der Einstieg, erst ab März 1993 im Programm. Der M40 arbeitet mit Zahnriemen und ist für Nockenwellen- und Schlepphebelverschleiß bekannt; der M43 ab April 1994 hat eine Steuerkette und ist deutlich wartungsärmer. Beide sind sparsam und günstig, für rund anderthalb Tonnen aber knapp motorisiert. Der 518i ist zudem der einzige E34 mit Trommelbremsen hinten.

M20 — 520i und 525i bis Mai 1990 geprüft

Der kleine Sechszylinder mit einer Nockenwelle und zwölf Ventilen: seidenweich, einfach, günstig in den Teilen. Sein Thema ist der Zahnriemen — Wechsel spätestens alle vier Jahre, sonst Motorschaden. Dazu Zylinderkopfrisse sowie Nockenwellen- und Pleuellagerverschleiß.

M30 — 530i und 535i bis September 1992 geprüft

Der große Sechszylinder in seiner letzten Ausbaustufe: Steuerkette statt Zahnriemen, enormes Drehmoment, sehr hohe Laufleistungen. Schwächen sind Ölundichtigkeiten, die Zylinderkopfdichtung und ein Verbrauch, der aus einer anderen Zeit stammt.

M50 und M50TÜ — 520i, 525i, 525iX geprüft

Ab Mai 1990 der erste Vierventil-Sechszylinder im 5er: 24 Ventile, zwei obenliegende Nockenwellen, Steuerkette. Ab September 1992 mit Einlass-VANOS — gleiche Nennleistung, aber deutlich mehr Drehmoment in der Mitte. Der Grundmotor gilt als einer der haltbarsten, die BMW gebaut hat; Probleme macht fast nur die Peripherie: Wasserpumpe, Kühler, Kurbelgehäuseentlüftung, Ventildeckeldichtung, im Alter VANOS-Rasseln.

M60 V8 — 530i und 540i geprüft

Der erste V8 im 5er: Aluminiumblock, 32 Ventile, 218 beziehungsweise 286 PS. Laufruhig, kräftig, in der Fachpresse für Laufleistungen jenseits von 500.000 Kilometern gelobt. Zwei Themen muss man kennen: die Nikasil-Laufbahnen der frühen Motoren — Details unten — und die Ölpumpenschrauben, die sich lösen können und dann den Motor kosten. Dazu Kettenspanner, Führungsschienen und ein empfindliches Kühlsystem.

M21 und M51 — die Diesel geprüft

Beides Wirbelkammer-Sechszylinder. Der 524td von 1988 kam ohne Ladeluftkühler, der 525tds ab September 1991 mit — 143 PS und für die Zeit standesgemäß. Ab März 1993 ergänzte der 525td ohne Ladeluftkühler nach unten. Häufigste Schwäche sind defekte Einspritzpumpen; die Abgasnorm reicht nur bis Euro 2.

S38B36 und S38B38 — der M5 geprüft

Reihensechszylinder mit Einzeldrosselklappen und Vierventiltechnik, konstruktiv aus der M1-Linie und ausdrücklich ohne VANOS. Der S38B36 leistet 315 PS aus 3.535 cm³, der S38B38 ab März 1992 dann 340 PS aus 3.795 cm³ — mit Einzelzündspulen, Zweimassenschwungrad und größeren Ventilen. Drehfreudig bis 7.000 Touren, aber wartungsintensiv: Pleuellagerwechsel nach rund 100.000 Kilometern gilt als üblich, das Ventilspiel einzustellen ist aufwendig.

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Rost beginnt an der Tankdeckelmulde, den Türunterkanten und Türfalzen sowie an den vorderen Kotflügeln hinter dem Radlauf. Die Kante des Kofferraumdeckels ist oft die erste sichtbare Durchrostung, beim Touring die Heckklappe.
  • Wagenheberaufnahmen und Schwellerbereich sind die statisch kritischen Stellen. Ebenfalls prüfen: die Bremsleitungen, die gern von außen korrodieren, und Kabelbaumdurchführungen, wo Rost zu Kabelbrüchen führt.
  • Die tragenden Teile sind nur teilverkupfert. Ab 1993 stellte BMW auf Wasserlacke um — späte Baujahre gelten deshalb als tendenziell rostanfälliger als frühe, was der üblichen Faustregel widerspricht.
  • Der M60-V8 der frühen Bauphase hat Nikasil-Zylinderlaufbahnen, die schwefelhaltiger Kraftstoff angreift. Betroffen waren vor allem die USA, Großbritannien und Südamerika; für deutsche Fahrzeuge ist das Thema weitgehend gegenstandslos. Erkennbar an der Gussnummer rechts am Block.
  • Ebenfalls beim M60: Die Ölpumpenschrauben können sich lösen. Ist das passiert, ist der Motor in aller Regel verloren. Ein Nachweis über die Sicherung der Schrauben ist ein echtes Kaufargument.
  • Das Automatikgetriebe macht bei höheren Laufleistungen Probleme, besonders im 540i. Regelmäßige Spülung und Ölwechsel sind Pflicht — das oft zitierte Lifetime-Öl gibt es faktisch nicht.
  • Die elektronisch verstellbare Dämpfung EDC ist der teuerste Einzelposten am Fahrwerk: Ersatzdämpfer sind kaum noch beschaffbar. Ein defektes EDC mindert den Wert spürbar.
  • Alterstypisch: durchhängender Dachhimmel, undichtes Schiebedach vor allem beim Touring, poröse Manschetten an Gelenkwellen, Ölverlust am Hinterachsdifferential, versprödete Kühlwasserschläuche und Kunststoffteile, verhärtete Motorlager. Dazu Ausfälle von Zentralverriegelung, Heckwischer und Heckscheibenheber.

07 · Technik

Achsen, Allrad, Bremsen, Getriebe

Vorderachse

Hinterachse

Lenkung

Allradantrieb des 525iX

Bremsen

Getriebe

Fahrhilfen

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Getriebe 518i
Getrag 240 Fünfgang, später ZF S5D 200G
Getriebe 520i und 525i mit M20
Fünfganggetriebe ZF S5-16 oder Getrag 240, Automatik ZF mit vier Stufen
Getriebe 520i und 525i mit M50
Fünfganggetriebe ZF S5D 310Z, Automatik ZF mit vier, ab 1992 mit fünf Stufen
Getriebe 530i und 535i mit M30
Getrag 260/6 Fünfgang, Automatik ZF 4HP22 oder 4HP24 EH
Getriebe 530i mit M60
Fünfganggetriebe ZF S5D, Automatik ZF mit fünf Stufen
Getriebe 540i
Fünfstufenautomatik ZF serienmäßig, ab 1993/94 Sechsganggetriebe Getrag S6S 420G als Alternative
Getriebe 524td, 525td und 525tds
Fünfganggetriebe, Automatik gegen Aufpreis
Getriebe M5 3,6
ausschließlich Getrag 280 Fünfgang, keine Automatik
Getriebe M5 3,8
ab 1994 Sechsganggetriebe Getrag S6S 420G, keine Automatik
Achsübersetzung 540i
2,93 (44:15), Schaltgetriebe wie Automatik
Achsübersetzung M5 3,6
3,91 (43:11) mit Sperrdifferenzial
Achsübersetzung M5 3,8
3,23 (42:13) mit Sperrdifferenzial
Beim 518i widersprechen sich die Quellen
die englische Wikipedia nennt ausschließlich Schaltgetriebe, der Teilekatalog führt eine Automatik.
Die Getriebezuordnung der M50-Modelle ist strittig
Wikipedia nennt ZF S5D 310 und Getrag 250G, der Teilekatalog Getrag 260/5/50.

Belastbar doppelt belegt sind nur die Achsübersetzungen des 540i und des M5 3,6. Alle übrigen Werte stehen ausschließlich im BMW-Teilekatalog und sind deshalb hier nicht aufgeführt.

08 · Topmodelle

Topmodelle

Zwei M-Modelle, ein V8, ein Allradler — und die Alpina-Familie, die es beim E34 in ungewöhnlicher Breite gab.

09 · M & Sondermodelle

M5 3.6 und 3.8 — und der erste M mit Heckklappe

Im September 1988 kam der zweite M5. Sein S38B36 stammt konstruktiv aus der M1-Linie: Reihensechszylinder, 3.535 cm³, Vierventiltechnik, Einzeldrosselklappen, 315 PS. Wie schon beim E28 wurde er von Hand montiert, diesmal bei der BMW M GmbH in Garching.

Im März 1992 folgte der S38B38 mit 3.795 cm³ und 340 PS — Einzelzündspulen, Zweimassenschwungrad, Inconel-Krümmer, größere Ventile, Motronic 3.3. VANOS hatte keiner der beiden. Ab 1994 gab es das Sechsganggetriebe Getrag 420G und beim 3.8 Verbundbremsscheiben an der Vorderachse.

Der eigentliche Meilenstein ist aber der M5 Touring: 891 Exemplare zwischen 1992 und 1995, das erste M-Automobil mit Heckklappe und bis heute eines der gesuchtesten. Nordamerika bekam übrigens nur den 3.6, und zwar in den Modelljahren 1991 bis 1993 — der 3.8 scheiterte dort an Abgas- und Sicherheitsvorschriften.

Wichtig für Käufer: Ein Pleuellagerwechsel nach rund 100.000 Kilometern gilt beim S38 als üblich. Ohne Nachweis dafür und über das eingestellte Ventilspiel sollte man eine vierstellige Rücklage einplanen.

10 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: Schweller, Gussnummer, Getriebeöl

Der E34 gilt als Dauerläufer mit gutmütiger, CAN-Bus-freier Elektrik und guter Teileversorgung. Teuer wird er an drei Stellen: durchgerostete tragende Partien, ein vernachlässigtes Automatikgetriebe und — beim V8 — ein Motor, den man vorher nicht identifiziert hat.

Tankdeckelmulde

Türunterkanten und Türfalze

Vordere Kotflügel hinter dem Radlauf

Wagenheberaufnahmen und Schwellerbereich

Kante des Kofferraumdeckels

Beim Touring zusätzlich die Heckklappe

Bremsleitungen und Kabelbaumdurchführungen

Zuerst von unten: Wagenheberaufnahmen und Schweller abklopfen, dann Tankdeckelmulde, Türunterkanten, Kofferraumdeckelkante und — beim Touring — Heckklappe und die Umrandung der separat öffnenden Heckscheibe. Die vorderen Kotflügel hinter dem Radlauf sind von außen oft noch heil und von innen durch. Motorspezifisch: Beim M20 und beim M40-518i den Zahnriemenwechsel schriftlich belegen lassen, Datum und Kilometerstand. Beim <strong>M60-V8 die Gussnummer rechts am Block ablesen</strong>, in Höhe des dritten Zylinders: Nikasil sind 1 725 970 und 1 741 212 beim B30 sowie 1 725 963 und 1 742 998 beim B40, Alusil sind 1 745 871 und 1 745 872. Bei einem Nikasil-Block gehört eine Druckverlustprüfung dazu — bei deutschen Fahrzeugen ist das Risiko gering, bei US- und UK-Importen nicht. Ebenfalls beim V8: das Serviceheft auf die Sicherung der Ölpumpenschrauben prüfen. Dann die Automatik warm unter Last durchschalten und Belege für Getriebeölwechsel verlangen; fehlende Wechsel beim 540i sind ein Preisargument. Beim M5 die Pleuellager-Historie und das Ventilspielprotokoll einfordern. Ist EDC verbaut, alle vier Dämpfer auf Funktion prüfen — Ersatz ist kaum noch zu bekommen. Zum Schluss Querlenker, Buchsen und Traggelenke auf Spiel, Bremsleitungen auf Korrosion, Differenzial und Gelenkwellenmanschetten auf Ölverlust, dazu Dachhimmel, Schiebedachablauf, Zentralverriegelung und Heckwischer im Funktionstest.

11 · Die Konkurrenz

Womit der E34 sich messen musste

Mercedes-Benz W124 (1984–1995)

Besser bei Karosseriesubstanz und Verarbeitung, bei der Variantenvielfalt mit Coupé, Cabrio und T-Modell und bei der Restwertstabilität im deutschen Markt. Schlechter bei Fahrdynamik und Lenkgefühl — der E34 ist mit den Vierventil-Sechszylindern der deutlich sportlichere Wagen.

Audi 100 und A6 C4 (1990–1997)

Besser bei Traktion und Wintertauglichkeit durch den breit verfügbaren quattro-Antrieb, den es im E34 nur im einzigen 525iX gab, dazu die vollverzinkte Karosserie. Schlechter bei Achslastverteilung und Kurvenbalance — der frontlastige Längsmotor kommt an die ausgewogene Auslegung des E34 nicht heran.

Opel Omega A und Omega 3000 (1986–1993)

Besser bei Preis-Leistung und Platzangebot; der Caravan schlägt den E34 Touring beim Ladevolumen deutlich. Schlechter bei Materialanmutung, Motorenkultur und Wertentwicklung — außerhalb des Lotus Omega heute kaum sammelwürdig.

Volvo 940 und 850 (1990–1998)

Besser bei Kombi-Nutzwert und passiver Sicherheit; der 850 T-5R war als Kombi ein direkter Rivale des M5 Touring zu einem Bruchteil des Preises. Schlechter bei Fahrwerksfinesse und Sechszylinderkultur — der Hinterradantriebs-Charakter des E34 fehlt vollständig.

Alfa Romeo 164 (1987–1997)

Besser bei Design und Motorencharakter; der Dreiliter-V6 ist emotional dem M30 und selbst dem M60 überlegen. Schlechter bei Verarbeitungsqualität, Korrosionsschutz und Serviceerreichbarkeit — als Alltagsklassiker ungleich anspruchsvoller.

12 · Galerie

Bilder

Blauer BMW M5 der Baureihe E34 von schräg vorn rechts
BMW M5 (E34) von 1992 — ab März dieses Jahres mit dem 3,8 Liter großen S38B38 und 340 PS. Von Hand bei der BMW M GmbH in Garching montiert.Lizenziert · MrWalkr · CC BY-SA 4.0
Schwarzer BMW M5 Touring der Baureihe E34 von schräg vorn links
BMW M5 Touring (E34) — das erste M-Automobil mit Heckklappe, 891 Exemplare zwischen 1992 und 1995.Lizenziert · M536 · CC BY-SA 3.0
Grüner BMW 540i Touring der Baureihe E34 von der Seite
BMW 540i Touring (E34) von 1995 — der erste 5er Touring überhaupt, mit separat zu öffnender Heckscheibe.Lizenziert · Rutger van der Maar · CC BY 2.0
Silberne BMW 525i Limousine der Baureihe E34 von schräg vorn links
BMW 525i (E34) von 1993 als Limousine — mit 434.549 Exemplaren die meistgebaute Variante der Baureihe.Lizenziert · Charlie from United Kingdom · CC BY 2.0

Andere BMW 5er Generationen

5 Baureihen mit E-Nummer, von 1972 bis 2010.

13 · Quellen

Belege & Literatur

Leitquellen sind BMW Group Classic, der BMW PressClub, bmw-m.com und Wikipedia; alles andere gilt erst als geprüft, wenn zwei unabhängige Quellen übereinstimmen. Ein Werks-Motorsportprogramm hat es für den E34 nie gegeben — BMW fuhr in dieser Zeit mit dem E30 M3 und ab 1993 mit dem E36. Der E34 wurde für keine Tourenwagenserie homologiert; deshalb fehlt auf dieser Seite ein Motorsport-Abschnitt. Erwähnenswert ist stattdessen ein M5 3.8, der als frühes Ring-Taxi am Nürburgring über 650.000 Kilometer abgeleistet hat und heute im Bestand von BMW Group Classic ist; dass er das erste Ring-Taxi war, ließ sich nicht belegen. Einen Einsatz als offizielles Safety Car konnten wir ebenfalls nicht belegen und behaupten ihn deshalb nicht.

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