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BMW 3.0 CSL Der Flügel, der im Kofferraum lag

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Manche Autos werden durch das berühmt, was fehlt. Beim 3.0 CSL fehlte Gewicht — und ab 1973 fehlte der Heckflügel. Genauer: Er lag im Kofferraum. Ab Werk montiert war er nicht, denn auf deutschen Straßen war er nicht zulassungsfähig. Die Montage übernahm der Kunde nach dem Kauf — oder eben nicht.

L wie leicht

Der 3.0 CSL entstand als Homologationsmodell für die Tourenwagen-Europameisterschaft. Das L stand für Leichtbau: Türen, Motorhaube und Kofferraumdeckel aus Aluminium, Seitenscheiben aus Perspex, dünneres Blech, gestrichene Dämmung und Zierteile. 1.265 Stück entstanden, davon 500 Rechtslenker für Großbritannien — dort allerdings meist mit dem „City-Paket“, das einen Teil des Komforts zurückbrachte.

Vom 3.0 zum Batmobile

  • 1971: Start als 3.0 CSL mit Vergasermotor.
  • 1972: 3.003 cm³ mit Einspritzung — minimal aufgebohrt, um in der Rennversion die Dreiliterklasse zu überschreiten.
  • 1973: 3.153 cm³ mit 206 PS bei 5.600/min — und das Aeropaket: tiefe Frontschürze, Finnen auf den vorderen Kotflügeln, Dachspoiler, großer Heckflügel. Die Presse tauft ihn „Batmobile“.
  • 1973 und 1975–1979: CSL-Piloten gewinnen sechsmal den Fahrertitel der Tourenwagen-EM.

Die Aerodynamik war kein Showpaket, sondern Homologationsware: Was die Rennversion tragen sollte, musste am Straßenauto existieren. Dass der Flügel dafür nur mitgeliefert, nicht montiert sein musste, ist die schönste Fußnote der deutschen Zulassungsgeschichte.

Der Maßstab danach

Sechs Fahrertitel in der Tourenwagen-EM zwischen 1973 und 1979 machten den CSL zum erfolgreichsten Tourenwagen seiner Ära — ein Titel, den ihm erst ein anderes Homologationsmodell aus München streitig machen sollte: der M3, gebaut nach exakt derselben Logik. Wie eng die Verwandtschaft der Idee ist, zeigt der Blick auf die Basis: das große Coupé der Baureihe E9.

Quellen: Wikipedia (EN): BMW 3.0 CSL; BMW Group Classic (Modellarchiv E9). Foto: Clemens Vasters (CC BY 2.0), Wikimedia Commons — CSL im Museum Autoworld, Brüssel.

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