01 · Überblick
Der erste BMW mit elektrischer Servolenkung
Der Z4 löste 2002 den Z3 ab. Er ist größer und komfortabler als der Vorgänger — daher der Sprung von 3 auf 4 im Namen. Das Design entstand unter Chris Bangle; die kantigen, gegeneinander laufenden Flächen des Flame Surfacing trafen hier auf deutlich mehr Zustimmung als beim gleichzeitigen 7er.
Gebaut wurde der Wagen nicht in Deutschland, sondern von der BMW US Manufacturing Company in Greer, South Carolina. Um das Gewicht zu begrenzen, verwendete BMW hochfeste Stähle und eine Motorhaube aus Aluminium. Technisch bemerkenswert ist ein Detail, das die Marke danach flächendeckend übernahm: Der Z4 war der erste BMW mit elektrisch unterstützter Servolenkung, die nur beim Lenken Energie zieht.
Das Fahrwerk übernimmt die MacPherson-Vorderachse vom Z3, hinten arbeitet eine Mehrlenkerkonstruktion. Das Verdeck bekam eine beheizbare Heckscheibe aus Glas.
Nach starken ersten Jahren brach der Absatz ab 2004 spürbar ein. BMW reagierte im Frühjahr 2006 mit einer umfangreichen Modellpflege — neue Schürzen, neue Scheinwerfer, Rückleuchten mit LED-Elementen — und mit dem Coupé E86.
02 · Historie
Sechs Jahre, zwei Karosserien
Vom Messeauftritt in Paris bis zum letzten Wagen aus Greer.
- 2002 Offizielle Messepräsentation auf dem Mondial de l Automobile in Paris. Im Oktober kommt der Wagen auf den amerikanischen Markt.
- 2003 Markteinführung in Deutschland im März. Ab Juli baut Alpina den Roadster S mit 3.346 cm³ und 300 PS.
- 2004 Der Absatz bricht spürbar ein. BMW entscheidet sich für eine umfangreiche Modellpflege.
- 2005 Das Coupé E86 wird auf der IAA vorgestellt.
- 2006 Im Frühjahr erscheint der überarbeitete Z4: neue Schürzen, neue Scheinwerfer, Rückleuchten mit LED-Elementen. Zeitgleich kommt der Z4 M mit dem S54 aus dem M3.
- 2008 Produktionsende im September. Nachfolger wird der E89 mit Klappdach.
03 · Modellübersicht
Die Motorisierungen
Neun Varianten in sechs Jahren, dazu der Alpina Roadster S. Die Modellpflege 2006 brachte durchweg neue Sechszylinder der N52-Familie.
Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft
Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
| Modell | Motor | Hubraum | Leistung | Bauzeit |
|---|---|---|---|---|
| Z4 2.0i | N46B20 | 1.995 cm³ | 150 PS (110 kW) | 04/2005–09/2008, Roadster |
| Z4 2.2i | M54B22 | 2.171 cm³ | 170 PS (125 kW) | 09/2003–05/2005, Roadster |
| Z4 2.5i (M54) | M54B25 | 2.494 cm³ | 192 PS (141 kW) | 02/2003–01/2006, Roadster |
| Z4 2.5i (N52) | N52B25 | 2.497 cm³ | 177 PS (130 kW) | 01/2006–09/2008, Roadster |
| Z4 2.5si | N52B25 | 2.497 cm³ | 218 PS (160 kW) | 01/2006–09/2008, Roadster |
| Z4 3.0i | M54B30 | 2.979 cm³ | 231 PS (170 kW) | 12/2002–12/2005, Roadster |
| Z4 3.0si | N52B30 | 2.996 cm³ | 265 PS (195 kW) | 2006–2008, Roadster und Coupé |
| Z4 M | S54B32 | 3.246 cm³ | 343 PS (252 kW) | 2006–2008, Roadster und Coupé |
| Alpina Roadster S | Alpina E5/2 | 3.346 cm³ | 300 PS (221 kW) | 07/2003–12/2005 |
04 · Karosserievarianten
Karosserievarianten
Roadster (E85)

Die Basiskarosserie ab 2002. Stoffverdeck mit beheizbarer Glasheckscheibe, hochfeste Stähle in der Struktur, Motorhaube aus Aluminium.
Coupé (E86)

Ab 2006, vorgestellt auf der IAA 2005. Festes Dach und Schrägheck mit Heckklappe. Angeboten wurde es nur in den stärkeren Ausbaustufen 3.0si und Z4 M.
05 · Motoren
Vom N46 bis zum S54
Der Z4 deckt eine ungewöhnlich große Spanne ab: vom 150-PS-Vierzylinder bis zum 343-PS-Reihensechszylinder aus dem M3.
S54B32 · 3.246 cm³ · 343 PS — Z4 M geprüft
Der Reihensechszylinder aus dem M3 der Baureihe E46, unverändert in Hubraum und Leistung: 343 PS bei 7.900 Umdrehungen und 365 Nm bei 4.900. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h abgeregelt, gegen Aufpreis waren bis zu 275 km/h möglich. Optisch unterscheidet sich der Z4 M durch geänderte Schürzen, eine leicht konturierte Motorhaube und vier Endrohre. Ein sequentielles Getriebe, wie es die anderen M-Modelle hatten, gab es für den Z4 M nicht — nur das Handschaltgetriebe.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | Reihensechszylinder S54, vier Ventile je Zylinder |
| Hubraum | 3.246 cm³ |
| Leistung | 252 kW (343 PS) bei 7.900/min |
| Drehmoment | 365 Nm bei 4.900/min |
| 0–100 km/h | 5,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h abgeregelt, gegen Aufpreis bis 275 km/h |
| Leergewicht | 1.485 kg Roadster, 1.495 kg Coupé |
| Verbrauch | 12,1 l/100 km |
| Getriebe | nur Handschaltung, kein SMG |
Datentabelle Wikipedia DE zum BMW Z4 (E85/E86)
N52B30 · 2.996 cm³ · 265 PS — Z4 3.0si geprüft
Der stärkste Nicht-M-Motor, eingeführt mit der Modellpflege 2006. 265 PS bei 6.600 Umdrehungen, 315 Nm bereits bei 2.750. Der N52 war BMWs erster Serien-Sechszylinder mit Magnesium-Aluminium-Verbundkurbelgehäuse.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.996 cm³ |
| Leistung | 195 kW (265 PS) bei 6.600/min |
| Drehmoment | 315 Nm bei 2.750/min |
| 0–100 km/h | 5,7 s |
| Leergewicht | 1.385 kg |
Datentabelle Wikipedia DE zum BMW Z4
M54B30 · 2.979 cm³ · 231 PS — Z4 3.0i geprüft
Der Topmotor der ersten Serie bis Ende 2005. 231 PS, 300 Nm bei 3.500 Umdrehungen, 250 km/h. Der M54 gilt als der robustere der beiden Sechszylinder-Generationen im Z4.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.979 cm³ |
| Leistung | 170 kW (231 PS) bei 5.900/min |
| Drehmoment | 300 Nm bei 3.500/min |
| 0–100 km/h | 5,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
| Leergewicht | 1.365 kg |
Datentabelle Wikipedia DE zum BMW Z4
Alpina E5/2 · 3.346 cm³ · 300 PS — Alpina Roadster S geprüft
Alpina baute von Juli 2003 bis Dezember 2005 den Roadster S: 3.346 cm³, 300 PS bei 6.300 Umdrehungen, 362 Nm bei 4.800. Mit 1.395 kg ist er leichter als der spätere Z4 M und mit 265 bis 270 km/h schneller — die Auslegung ist jedoch die eines Reisewagens, nicht eines Trackday-Autos.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 3.346 cm³ |
| Leistung | 221 kW (300 PS) bei 6.300/min |
| Drehmoment | 362 Nm bei 4.800/min |
| 0–100 km/h | 5,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 265 bzw. 270 km/h |
| Leergewicht | 1.395 kg |
| Bauzeit | 07/2003–12/2005 |
Datentabelle Wikipedia DE zum BMW Z4, Zeile Alpina 3.3
06 · Schwachstellen
Zuverlässigkeit & Schwachstellen
- Die elektrische Servolenkung ist das Z4-typische Thema. Ausfälle betreffen das Lenkgetriebe samt Motor, ein Austausch ist teuer und lässt sich nicht durch Instandsetzung ersetzen.
- Beim S54 im Z4 M gelten dieselben Punkte wie beim M3 E46: Pleuellagerschalen, VANOS und die Ölversorgung bei Querbeschleunigung. Wartungsnachweise sind hier keine Formalie.
- Der N52 ab 2006 hat ein bekanntes Thema mit der Kurbelgehäuseentlüftung und der Ventildeckeldichtung. Ölgeruch im Motorraum ist ein Hinweis.
- Rost ist beim Z4 kein Massenthema, tritt aber an den hinteren Radläufen und den Endspitzen auf.
- Verdeckmechanik und die Hydraulik des elektrischen Verdecks sind ein Verschleißpunkt. Vor dem Kauf mehrfach öffnen und schließen lassen.
07 · Technik
Erstmals elektrische Servolenkung
Leichtbau in Maßen
Fahrwerk
Modellpflege 2006
Kein Werksmotorsport
Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe
- Karosserien
- Roadster (E85) und Coupé (E86)
- Bauort
- Greer, South Carolina, USA
- Lenkung
- elektrisch unterstützte Servolenkung, erstmals bei BMW
- Vorderachse
- MacPherson-Federbeine (Konstruktion vom Z3)
- Hinterachse
- Mehrlenkerachse
- Karosseriewerkstoffe
- hochfeste Stähle, Motorhaube aus Aluminium
- Verdeck
- Stoff mit beheizbarer Glasheckscheibe
- Leergewicht
- 1.295 kg (2.0i) bis 1.495 kg (Z4 M Coupé)
- Einstiegspreis
- 29.900 Euro
- Euro-NCAP 2004
- vier Sterne Insassensicherheit (31 Punkte), zwei Sterne Fußgängerschutz (13 Punkte)
08 · M GmbH
Der Z4 M — M3-Technik im Roadster
Ab 2006 gab es den Z4 M als Roadster und als Coupé. Der Motor ist der S54B32 aus dem M3 der Baureihe E46, unverändert mit 343 PS bei 7.900 Umdrehungen. Erkennbar ist der Wagen an geänderten Schürzen, einer leicht konturierten Motorhaube und vier Endrohren.
Eine Besonderheit, die Käufer heute schätzen: Für den Z4 M gab es kein sequentielles Getriebe. Während der M3 E46 überwiegend als SMG verkauft wurde, ist jeder Z4 M ein Handschalter. Das Coupé wiegt mit 1.495 Kilogramm zehn Kilogramm mehr als der Roadster.

09 · Kaufberatung
Worauf es ankommt: Lenkung, Verdeck, Motorwahl
Der Z4 ist heute noch ein günstiges Auto. Genau deshalb entscheidet die Frage, ob die teuren Bauteile intakt sind — nicht der Zustand des Lacks.
Lenkung im Stand und in Fahrt prüfen: Geräusche, ungleichmäßige Unterstützung oder eine Warnleuchte deuten auf das Lenkgetriebe.
Verdeck mehrfach komplett öffnen und schließen. Beim Coupé stattdessen die Heckklappendichtung und den Kofferraum auf Feuchtigkeit prüfen.
Motorwahl bewusst treffen: Der M54 gilt als der robustere Sechszylinder, der N52 als der modernere und sparsamere.
Beim Z4 M die Serviceunterlagen zu Pleuellagern und VANOS verlangen. Ohne Nachweis ist die Instandsetzung einzupreisen.
Hintere Radläufe und Endspitzen auf Rost absuchen.
Beim Z4 gilt die einfache Regel: ein gepflegter 3.0i schlägt einen vernachlässigten Z4 M. Der M ist das interessantere Auto — aber nur mit Historie.
10 · Die Konkurrenz
Die Konkurrenz
Porsche Boxster (987)
Ab 2004, Mittelmotor statt Frontmotor, dadurch das ausgewogenere Fahrverhalten. Der direkte Gegner in Preis und Anspruch.
Mercedes-Benz SLK (R171)
Ab 2004 mit Klappdach — genau die Lösung, die BMW erst beim Nachfolger E89 übernahm. Komfortabler, weniger sportlich.
Audi TT Roadster (8J)
Ab 2007, Frontantrieb oder quattro, Vierzylinder oder V6. Das designgetriebene Angebot der Klasse — und der Wagen, der dem Z4 Käufer abnahm.
11 · Galerie
Bilder
Roadster und Coupé, vor und nach der Modellpflege — dazu der Z4 M.









12 · Quellen
Belege & Literatur
Leitquelle für Bauzeiten, Motorcodes und Fahrleistungen ist die Datentabelle der deutschsprachigen Wikipedia zum Z4 (E85/E86). Bildquellen und Lizenzen stammen von Wikimedia Commons.
