Modelle & Technik · Baureihe E26

BMW M1 E26

Gebaut, um Rennen fahren zu dürfen. Die Homologation kam, als er schon nicht mehr gebaut wurde.

BMW M1 in Rot, Frontansicht schräg von rechts
Der M1 ist der einzige Serien-BMW mit Mittelmotor bis zum i8. Die Form stammt von Giorgetto Giugiaro und geht auf das BMW Turbo Concept von 1972 zurück.Lizenziert · Matti Blume · CC BY-SA 4.0

Bauzeit

1978–1981

Premiere Paris Oktober 1978, erste Kundenauslieferung Februar 1979

Motor

M88

3.453 cm³, Reihensechszylinder mit 24 Ventilen, längs hinter der Fahrgastzelle

Leistung

277 PS (204 kW)

bei 6.500/min, 330 Nm bei 5.000/min

Stückzahl

445 bis 460

je nach Zählweise — 399 Straßenwagen sind unstrittig, der Rest nicht

Besonderheit

einziger Mittelmotor-BMW

in Serie bis zum i8 von 2014

01 · Überblick

Ein Straßenauto als Eintrittskarte

Der M1 ist kein Sportwagen, den BMW bauen wollte. Er ist einer, den BMW bauen musste. Die 1972 gegründete BMW Motorsport GmbH unter Jochen Neerpasch brauchte nach dem Auslaufen des 3.0 CSL ein Fahrzeug für die Gruppe 5 — und der Zugang dorthin führte nur über eine Homologation in der Gruppe 4. Die verlangte, so der BMW PressClub wörtlich, „mindestens 400 Exemplare in 24 aufeinanderfolgenden Monaten“, mit zwei Sitzen und äußerlicher Ähnlichkeit zum Serienauto. Um Rennen fahren zu dürfen, musste ein Straßensportwagen her.

Die Formensprache leitet sich vom BMW Turbo Concept von 1972 ab, das Paul Bracq gezeichnet hatte; Giorgetto Giugiaro beruhigte sie für die Serie. Technisch war für BMW fast alles neu: erster Mittelmotor, erster Gitterrohrrahmen, erste Kunststoff-Außenhaut, erste Zahnstangenlenkung. Der M88 war der erste Vierventil-Reihensechszylinder in einem BMW-Serienauto, abgeleitet vom Rennmotor M49 des 3.0 CSL — mit denselben Maßen 93,4 × 84,0 mm, aber Kettenantrieb statt Zahnrädern. Trockensumpfschmierung und mechanische Kugelfischer-Einspritzung mit sechs Einzeldrosselklappen waren Rennsporttechnik im Straßenauto.

Gebaut wurde er in einer Kette, die den eigentlichen Kern des Problems bildet. Ursprünglich sollte Lamborghini Entwicklung und Fertigung übernehmen; nach Angaben des BMW M1 Club wurde der Vertrag im April 1976 über 2.000 Fahrzeuge geschlossen, im Oktober 1976 auf 800 reduziert und im April 1977 von BMW gekündigt. Lamborghini ging 1978 in Konkurs. Danach schweißte Marchesi in Modena den Rahmen, T.I.R. lieferte die Kunststoffhaut, ItalDesign in Turin fügte beides zusammen, Baur in Stuttgart montierte die Mechanik, BMW München nahm ab. Fünf Betriebe in zwei Ländern für ein Auto.

Der Zweck wurde nie erfüllt. Die Gruppe-4-Homologation kam nach Angabe des PressClub erst am 1. April 1981 — nach Produktionsende — und neun Monate später änderte sich das Reglement. Die englische Wikipedia datiert die Homologation abweichend auf den 1. Dezember 1980; beides sind Leitquellen, der Widerspruch bleibt offen. Neerpasch löste das Wartezeitproblem 1979 auf seine Art: Er ließ die Rennwagen in einer eigenen Serie gegeneinander fahren, der Procar-Meisterschaft im Rahmenprogramm der Formel 1.

02 · Historie

Von Sant’Agata nach München

Die Entstehung in sieben Stationen.

  1. 1972 Die BMW Motorsport GmbH wird gegründet. Auf dem Turiner Salon steht das BMW Turbo Concept von Paul Bracq — die Formvorlage des M1.
  2. 1976 Vertrag mit Lamborghini über Entwicklung und Fertigung. Nach Angaben des BMW M1 Club im April über 2.000 Fahrzeuge, im Oktober auf 800 reduziert.
  3. 1977 BMW kündigt den Vertrag. Zwischen Juni und Dezember liefert Lamborghini noch sieben Prototypen ab.
  4. 1978 Lamborghini geht im August in Konkurs. Im Oktober steht der M1 auf dem Pariser Salon, Preis 100.000 Mark.
  5. 1979 Erste Kundenauslieferung im Februar. Im Mai startet in Zolder die Procar-Meisterschaft; Niki Lauda gewinnt den Titel. In Le Mans wird das Art Car von Andy Warhol Sechster im Gesamtklassement.
  6. 1980 Zweite und letzte Procar-Saison, Meister wird Nelson Piquet. Danach fließen die Mittel in das Formel-1-Turbomotorenprogramm für Brabham.
  7. 1981 Produktionsende. Im April erteilt die FISA die Gruppe-4-Homologation — für ein Auto, das nicht mehr gebaut wird. In den USA gewinnen Cowart und Miller die IMSA-GTO-Meisterschaft.

03 · Modellübersicht

Straße und Rennstrecke

Ein Motor in drei Ausbaustufen. Die Stückzahlen der Rennversionen lassen sich nicht sauber trennen.

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
M1 Straßenversion M88 3.453 cm³ 277 PS (204 kW) 1978–1981, 399 Stück
M1 Procar und Gruppe 4 M88/1 3.500 cm³ 470 PS (345 kW) 1979–1981
M1 Gruppe 5 mit Turbolader M88 mit Abgasturbolader rund 3.200 cm³ bis 850 PS (625 kW) ab 1981

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Coupé

BMW M1 in Rot, Frontansicht schräg von rechts
Der M1 ist der einzige Serien-BMW mit Mittelmotor bis zum i8. Die Form stammt von Giorgetto Giugiaro und geht auf das BMW Turbo Concept von 1972 zurück.Lizenziert · Matti Blume · CC BY-SA 4.0

Zweisitzer mit Gitterrohrrahmen aus Stahl-Rechteckprofilen und einer Außenhaut aus glasfaserverstärktem Kunststoff, geklebt und genietet. Radträger vorn und hinten aus Leichtmetall. Länge 4.360 mm, Breite 1.824 mm, Höhe 1.140 mm, Radstand 2.560 mm, Spurweite 1.550 mm vorn und 1.576 mm hinten. Leergewicht 1.300 kg, Schwerpunkt 460 mm über der Fahrbahn. Einen cw-Wert nennt weder BMW noch eine andere belastbare Quelle.

Die Stückzahlfrage

Es gibt vier Zahlen aus Leitquellen: 445 nach BMW PressClub, 453 nach englischer Wikipedia, 456 nach Classic Driver, 460 nach deutscher Wikipedia und bmw-m.com. Unstrittig sind allein die 399 Straßenwagen. Die plausibelste Auflösung stammt vom BMW M1 Club: BMW habe 460 Fahrgestellnummern vergeben, davon fünf Versuchsrahmen und zwei nie gebaute Fahrzeuge — bleiben 453 gebaute. Das ist allerdings eine Einzelquelle und widerspricht der BMW-eigenen 445. Wir nennen die Spanne und die Zählweisen, statt eine Zahl auszuwählen.

Prototypen

BMW M1 ohne Karosserie, Blick auf Gitterrohrrahmen und Mittelmotor
Ohne Außenhaut wird das Prinzip sichtbar: Gitterrohrrahmen aus Stahl-Rechteckprofilen, Radträger aus Leichtmetall, Motor hinter der Fahrgastzelle.Lizenziert · nakhon100 · CC BY 2.0

Sieben Prototypen P1 bis P7 lieferte Lamborghini zwischen Juni und Dezember 1977 an BMW. Die Zahl nennen der BMW M1 Club und die englische Wikipedia unabhängig voneinander.

05 · Motoren

Der M88

Der erste Vierventil-Reihensechszylinder in einem BMW-Serienauto, abgeleitet vom Rennmotor M49 des 3.0 CSL. Aus ihm wurde später der M88/3 des M635CSi und des M5.

M88 · 3.453 cm³ · 277 PS — Straßenversion geprüft

Bohrung 93,4 mm, Hub 84,0 mm, Verdichtung 9,0:1 — dieselben Maße wie beim Rennmotor M49, aber mit Kettenantrieb der Nockenwellen statt Zahnrädern. 277 PS bei 6.500/min und 330 Nm bei 5.000/min. Gemischaufbereitung über eine mechanische Kugelfischer-Einspritzung mit drei Doppeldrosselklappenstutzen und sechs Drosselklappen von je 46 mm, Zündung kontaktlos von Magneti Marelli, Kraftstoff 98 ROZ. Geschmiert wird im Trockensumpf mit Dreifach-Absaugpumpe, getankt werden 116 Liter in zwei Behältern. Die deutsche Wikipedia nennt als Nennleistungsdrehzahl abweichend 6.600/min und steht damit gegen alle übrigen Quellen. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit streuen die Angaben: 264,7 km/h ist der Werkswert, 262 und 265 km/h sind vermutlich Rundungen.

Technische Daten anzeigen
BauartReihensechszylinder M88, vier Ventile je Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen
Einbaulagelängs hinter der Fahrgastzelle
Hubraum3.453 cm³
Bohrung × Hub93,4 × 84,0 mm
Verdichtung9,0:1
Leistung277 PS (204 kW) bei 6.500/min
Drehmoment330 Nm bei 5.000/min
Gemischaufbereitungmechanische Kugelfischer-Einspritzung, sechs Drosselklappen à 46 mm
SchmierungTrockensumpf mit Dreifach-Absaugpumpe
Tankinhalt2 × 58 Liter
Höchstgeschwindigkeit264,7 km/h nach Werksangabe
Beschleunigung 0–100 km/h5,6 s
Leistungsgewicht4,7 kg/PS
Stückzahl399 Straßenwagen

Quellen: BMW PressClub, Medieninformation „Ikone für Könner — 30 Jahre BMW M1“ mit vollständigem Werksdatenblatt; Wikipedia DE und EN; bmw-m.com. Ob die Nockenwellen von einer Einfach- oder Doppelrollenkette angetrieben werden, widersprechen sich die Quellen — deshalb steht es nicht in der Liste.

M88/1 · 3.500 cm³ · 470 PS — Procar und Gruppe 4 geprüft

Für den Rennsport bohrte BMW auf 94,0 mm auf und hob die Verdichtung auf 11,2:1. 470 PS bei 9.000/min, 390 Nm bei 7.000/min, Gewicht auf 1.020 kg reduziert, Höchstgeschwindigkeit rund 310 km/h. Marc Surer fuhr damit auf der Nordschleife 7:55,9 Minuten. Classic Driver nennt abweichend 490 PS, die englische Wikipedia 4,3 statt 4,5 Sekunden auf 100 km/h.

Technische Daten anzeigen
Hubraum3.500 cm³
Bohrung × Hub94,0 × 84,0 mm
Verdichtung11,2:1
Leistung470 PS (345 kW) bei 9.000/min
Drehmoment390 Nm bei 7.000/min
Gewicht1.020 kg
Höchstgeschwindigkeitrund 310 km/h
Rundenzeit Nordschleife7:55,9 min (Marc Surer)

Quellen: BMW PressClub, BMW M1 Club, Wikipedia EN.

M88 mit Abgasturbolader · rund 3.200 cm³ · bis 850 PS — Gruppe 5 plausibel

Für die Gruppe 5 baute BMW den Vierventiler auf 3,2 Liter zurück und lud ihn auf. Bis 850 PS bei 9.000/min bei 1,2 bis 1,4 bar Ladedruck und bis zu 800 Nm — deshalb ein Hewland-Getriebe statt des ZF. Spätere Bi-Turbo-Varianten sollen bis 1.000 PS geleistet haben. Wie viele Gruppe-5-Wagen entstanden, nennt keine Quelle.

Technische Daten anzeigen
Hubraumrund 3.200 cm³
Leistungbis 850 PS (625 kW) bei 9.000/min
Ladedruck1,2 bis 1,4 bar
Drehmomentbis 800 Nm
GetriebeHewland FG 400 mit fünf Gängen
Sperrwirkung75 bis 100 Prozent je nach Strecke

Quelle: BMW PressClub. Einzelquelle für die Detailwerte.

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Die Literaturlage ist dünn — bei rund 450 gebauten Autos gibt es kaum Kaufberatungen. Doppelt belegt sind nur zwei Punkte, und wir schreiben auch nur diese beiden.
  • Ersatzteile. Spezialteile wie die Kugelfischer-Einspritzung oder die Campagnolo-Felgen sind extrem teuer und selten; vieles muss angefertigt werden. Autocar und Chromradar nennen das unabhängig voneinander.
  • Korrosion. Beide Quellen nennen Rost als Thema, verorten ihn aber unterschiedlich — Autocar bis in die Kabelbäume kriechend, Chromradar an Schwellern und Motortunnel. Als Kategorie belastbar, die genaue Stelle nicht.
  • Nur einfach belegt und deshalb nicht als Schwachstelle geführt: Steuerkettenlängung, Schwergängigkeit der Zahnstangenlenkung nach langer Standzeit, hoher Verbrauch.

07 · Technik

Fahrwerk, Bremsen, Lenkung, Getriebe

Aufbau

Radaufhängung

Bremsen

Lenkung und Getriebe

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Länge
4.360 mm
Breite
1.824 mm
Höhe
1.140 mm
Radstand
2.560 mm
Spurweite vorn
1.550 mm
Spurweite hinten
1.576 mm
Leergewicht
1.300 kg
Schwerpunkthöhe
460 mm über Fahrbahn
Bodenfreiheit
125 mm
Wendekreis
13,0 m
Vorderachse
doppelte Querlenker, Bilstein-Gasdruckdämpfer
Hinterachse
doppelte Querlenker, unten als Trapezlenker
Stabilisatoren
23 mm vorn, 19 mm hinten
Bremsen vorn
innenbelüftete Scheiben 300 × 32 mm
Bremsen hinten
innenbelüftete Scheiben 297 × 26 mm
Lenkung
Zahnstange ohne Servo, Lenkrad 360 mm
Getriebe
ZF mit fünf Gängen, Zweischeiben-Trockenkupplung
Gangübersetzungen
2,42 / 1,61 / 1,14 / 0,846 / 0,704, Rückwärts 2,86
Achsübersetzung
4,22 mit 40 Prozent Sperrwert
Räder
7 × 16 vorn, 8 × 16 hinten
Reifen
205/55 VR 16 vorn, 225/50 VR 16 hinten
Nicht belegbar und deshalb nicht aufgeführt
der cw-Wert — er steht in keiner Werksunterlage und in keiner Leitquelle. Ebenso die Typnummer des ZF-Getriebes.

08 · M GmbH

Das erste eigene Auto der M GmbH

Vor dem M1 hatte die BMW Motorsport GmbH Serienmodelle veredelt und Rennwagen gebaut. Der M1 ist das erste Fahrzeug, das sie von Grund auf verantwortete — Konzept, Motor, Fahrwerk, Karosserie. Dass daraus ein logistisches Desaster mit fünf Betrieben in zwei Ländern wurde, gehört zur Geschichte dazu. Der Motor überlebte das Projekt: Aus dem M88 wurde der M88/3 des M635CSi und des E28 M5.

Geöffneter Motorraum eines BMW M1 mit dem Sechszylinder M88
Der M88: 3.453 cm³, vier Ventile je Zylinder, mechanische Kugelfischer-Einspritzung mit sechs Einzeldrosselklappen und Trockensumpfschmierung.Lizenziert · Matti Blume · CC BY-SA 4.0

09 · Motorsport

Procar — eine Rennserie als Notlösung

Weil die Homologation auf sich warten ließ, erfand Jochen Neerpasch 1979 eine eigene Serie. Die Procar-Meisterschaft lief im Rahmenprogramm europäischer Formel-1-Läufe, und das Format war ihre eigentliche Idee: die fünf schnellsten Formel-1-Fahrer aus dem Freitagstraining gegen 15 Tourenwagenspezialisten, alle im technisch identischen M1. Max Mosley verschaffte der Serie über die FOCA den Platz im Rahmenprogramm, Bernie Ecclestone war über Brabham beteiligt.

1979 gewann Niki Lauda den Titel mit drei Siegen aus acht Rennen; Hans-Joachim Stuck holte die letzten beiden Läufe, ihm fehlten am Ende fünf Punkte. 1980 gewann Nelson Piquet durch Siege in den letzten drei Rennen vor Alan Jones und wieder Stuck. Danach war Schluss: Die Mittel flossen in das Formel-1-Turbomotorenprogramm für Brabham, und der Homologationszweck war erfüllt.

In Le Mans 1979 wurde das von Andy Warhol bemalte Art Car mit Hervé Poulain, Manfred Winkelhock und Marcel Mignot Sechster im Gesamtklassement und Zweiter seiner Klasse. Warhol ist der einzige Art-Car-Künstler, der das Fahrzeug selbst bemalte statt ein Modell übertragen zu lassen. Sein Urteil in der deutschen BMW-Fassung: „Das Auto ist besser gelungen als das Kunstwerk.“ Die kursierende Angabe, er habe dafür 23 oder 28 Minuten gebraucht, steht in keiner BMW-Quelle.

1981 gewannen Dave Cowart und Kemper Miller die IMSA-GTO-Meisterschaft in den USA. 1983 wurde der M1 nachträglich für die Gruppe B homologiert und lief bis 1986 in Le Mans.

10 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: Historie vor allem

Bei rund 450 gebauten Wagen ist jeder M1 ein dokumentiertes Einzelstück. Wer einen kauft, kauft in erster Linie eine Historie — und erst danach ein Auto.

Fahrzeughistorie und Fahrgestellnummer. Bei dieser Stückzahl ist jeder Wagen bekannt; eine lückenlose Kette von Vorbesitzern ist die Grundlage der Bewertung.

Korrosion am Stahl-Gitterrohrrahmen. Die Kunststoffhaut schützt ihn nicht, sie verdeckt ihn nur.

Zustand der Kunststoff-Außenhaut und ihrer Verklebung zum Rahmen.

Vollständigkeit der Spezialteile: Kugelfischer-Einspritzung, Campagnolo-Felgen, Innenausstattung. Fehlt etwas, wird es angefertigt — zu Preisen, die den Rahmen jeder Kalkulation sprengen.

Motor und Trockensumpfsystem von einem Fachbetrieb prüfen lassen. Es gibt wenige, die den M88 wirklich kennen.

Die Reihenfolge lautet: erst Papiere und Historie, dann Rahmen, dann Technik. Ein M1 ohne belegbare Herkunft ist bei dieser Stückzahl kein Schnäppchen, sondern ein Fragezeichen.

11 · Die Konkurrenz

Die Konkurrenz

Ferrari 512 BB

Der direkte Preis- und Prestigegegner, 1976 bis 1981 in 929 Exemplaren. Zwölfzylinder-Boxer mit 4,9 Litern gegen den Sechszylinder des M1 — und im unabhängigen Test praktisch dieselbe Höchstgeschwindigkeit. Der M1 war der effizientere Wagen, der Ferrari der bekanntere.

Lamborghini Countach LP400 S

Pikanterweise das Auto, das Lamborghini baute, statt den M1 zu bauen. 1978 bis 1982 in 237 Exemplaren, 3,9-Liter-V12 mit 350 PS. Extrovertierter, schlechter verarbeitet, in ähnlich kleiner Serie.

Porsche 911 Turbo 3.3 (930)

Der Realitätsabgleich aus Deutschland: billiger, alltagstauglicher, in ungleich höherer Stückzahl und mit funktionierendem Händlernetz. Der 930 ist der Grund, warum der M1 auf dem Heimatmarkt ein Nischenauto blieb.

12 · Galerie

Bilder

Straßenversion in vier Farben, dazu der Motorraum, der nackte Gitterrohrrahmen und ein Rennaufbau.

BMW M1 in Rot, Frontansicht schräg von rechts
Der M1 ist der einzige Serien-BMW mit Mittelmotor bis zum i8. Die Form stammt von Giorgetto Giugiaro und geht auf das BMW Turbo Concept von 1972 zurück.Lizenziert · Matti Blume · CC BY-SA 4.0
BMW M1 in Orange, Frontansicht schräg von rechts
Flach, breit, kantig: 4.360 mm lang, 1.824 mm breit und nur 1.140 mm hoch. Der Schwerpunkt liegt 460 mm über der Fahrbahn.Lizenziert · Mr.choppers · CC BY-SA 3.0
BMW M1 in Rot, Heckansicht schräg von links
Hinter der Fahrgastzelle sitzt der M88 längs eingebaut. Die Lamellen über dem Motorraum sind das auffälligste Erkennungsmerkmal des Hecks.Lizenziert · Matti Blume · CC BY-SA 4.0
BMW M1 in Rot, Frontansicht schräg von links
Bei der Markteinführung kostete der M1 100.000 Mark. Damit lag er zwischen Porsche 911 Turbo und Ferrari 512 BB.Lizenziert · AlfvanBeem · CC0
BMW M1 in Weiß, Seitenansicht von links
Die Außenhaut besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und ist auf einen Gitterrohrrahmen aus Stahl geklebt und genietet.Lizenziert · nakhon100 · CC BY 2.0
Cockpit eines BMW M1 mit Lenkrad und Instrumenten
Zwei Sitze, Zahnstangenlenkung ohne Servo, Lenkraddurchmesser 360 mm. Für BMW war die Zahnstangenlenkung damals neu.Lizenziert · nakhon100 · CC BY 2.0
Geöffneter Motorraum eines BMW M1 mit dem Sechszylinder M88
Der M88: 3.453 cm³, vier Ventile je Zylinder, mechanische Kugelfischer-Einspritzung mit sechs Einzeldrosselklappen und Trockensumpfschmierung.Lizenziert · Matti Blume · CC BY-SA 4.0
BMW M1 ohne Karosserie, Blick auf Gitterrohrrahmen und Mittelmotor
Ohne Außenhaut wird das Prinzip sichtbar: Gitterrohrrahmen aus Stahl-Rechteckprofilen, Radträger aus Leichtmetall, Motor hinter der Fahrgastzelle.Lizenziert · nakhon100 · CC BY 2.0
BMW M1 als Rennwagen mit Frontspoiler und Startnummernfeld
Für die Procar-Serie leistete der M88/1 aus 3.500 cm³ rund 470 PS bei 9.000/min, bei 1.020 kg Gewicht.Lizenziert · Zane Schmidlen · CC BY 3.0

13 · Quellen

Belege & Literatur

Leitquelle ist die Medieninformation des BMW PressClub „Ikone für Könner — 30 Jahre BMW M1“, die ein vollständiges Werksdatenblatt enthält. Dazu bmw-m.com und Wikipedia. Angaben des BMW M1 Club sind als solche gekennzeichnet, weil sie detailliert, aber einfach belegt sind. Widersprüche stehen im Text.

Die Freitags-Mail

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