Man stelle sich das heute vor: Die Formel-1-Elite steigt am Grand-Prix-Wochenende zusätzlich in identische Sportwagen und trägt einen eigenen Markenpokal aus. Genau das war die Procar-Serie — erdacht von BMW-Motorsportchef Jochen Neerpasch, gefahren 1979 und 1980 mit dem BMW M1.
Das Konzept
Die Serie lief 1979 als Rahmenprogramm von acht Europa-Grands-Prix, dazu kam ein neuntes Rennen in Donington. Die schnellsten Formel-1-Piloten des Freitagstrainings trafen auf Privatiers und Tourenwagen-Größen — alle in technisch identischen M1. Der Reiz lag in der Gleichheit des Materials: Wer gewann, gewann als Fahrer.
Das Auto
Die Procar-M1 fuhren mit dem von Paul Rosches Mannschaft aufgebauten M88/1: 470 PS bei 9.000/min, gegenüber 277 PS im Straßen-M1. Dem Meister winkte als Prämie ein M1 für die Straße — eine Trophäe, die man parken konnte.
Zwei Saisons, zwei Weltmeister als Sieger
| Saison | Meister | Format |
|---|---|---|
| 1979 | Niki Lauda | 8 GP-Rahmenrennen + Donington |
| 1980 | Nelson Piquet | GP-Rahmen + eigenständige Läufe |
Niki Lauda holte den ersten Titel 1979, Nelson Piquet den zweiten 1980 — beide wurden später mehrfache Formel-1-Weltmeister. Unser Titelbild zeigt Bruno Giacomelli im von Osella eingesetzten M1 beim Procar-Lauf in Monaco 1979.
Warum es endete
Nach 1980 war Schluss, aus zwei Gründen: BMW konzentrierte sich auf den Einstieg in die Formel 1 als Motorenlieferant, und am 1. Dezember 1980 erreichte der M1 seine Gruppe-4-Homologation — der ursprüngliche sportrechtliche Zweck der Serie war erfüllt. Geblieben ist die vielleicht eleganteste Antwort auf eine ewige Frage: Was passiert, wenn alle das gleiche Auto fahren?
Quellen: Wikipedia (EN): BMW M1 Procar Championship. Foto: Carlomarzetti (CC BY 4.0), Wikimedia Commons — Giacomelli, Monaco 1979.
Bildnachweise
- Lizenziert · Carlomarzetti · CC BY 4.0






























