Modelle & Technik · Baureihe E38

BMW E38

Der Siebener, der die S-Klasse nicht kopieren wollte — und der letzte mit Handschaltung.

Dunkelblauer BMW 740i der Baureihe E38 in der Seitenansicht
BMW 740i (E38) in der Seitenansicht — der E38 blieb flacher und schlanker als die Konkurrenz aus StuttgartLizenziert · JanST · CC BY-SA 2.5

Bauzeit

1994–2001

Serienanlauf April 1994, letztes Fahrzeug am 27. Juli 2001

Stückzahl

327.598

abweichend nennt die englische Wikipedia 340.242

Motoren

143 bis 326 PS

Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder, Benzin und Diesel

Karosserien

Limousine und iL

Langversion mit 140 mm mehr Radstand, dazu die L7

Besonderheit

Letzter 7er mit Handschaltung

der Nachfolger E65 kam nur mit Automatik

BMW 7er — die Generationen

E38 ist die 3. von 4 Generationen mit interner E-Nummer.

01 · Überblick

Die Fahrerlimousine

Der E38 ist der Siebener, der bewusst nicht das größte Auto seiner Klasse sein wollte. Die Mercedes S-Klasse W140 war 1991 als technisches Maximum angetreten und hatte sich für Größe, Gewicht und Preis öffentlich Kritik eingehandelt. BMW setzte dagegen: gleiches Segment, aber schlanker, leichter, fahraktiver und zurückhaltender im Auftritt.

Das hieß nicht, dass es an Technik fehlte. Der E38 war das erste europäische Serienauto mit Satellitennavigation, eines der ersten Autos überhaupt mit Kopfairbags und der erste BMW mit eingebautem Fernseher. Er brachte den Diesel in die Oberklasse — erst 1996 mit dem 725tds, dann 1998 mit dem Common-Rail-730d und 1999 mit dem V8-Diesel des 740d. Und er blieb bis zuletzt mit Schaltgetriebe lieferbar; der Nachfolger E65 kam nur noch mit Automatik.

In den Stückzahlen hat er den Vergleich mit der S-Klasse nicht gewonnen — 327.598 gegen 432.732 beim W140. Aber er hat die Frage verschoben, ob eine Oberklasselimousine zwingend das größte Auto sein muss.

Werksmotorsport hat es mit dem E38 nicht gegeben — eine Limousine von knapp zwei Tonnen ist kein Rennwagen, und BMW hat nie versucht, sie dazu zu machen. Der bekannteste Auftritt fand deshalb im Kino statt. In Der Morgen stirbt nie von 1997 fährt Pierce Brosnan einen Wagen, der im Film als 750iL geführt wird — tatsächlich war es ein 740iL, der entsprechend umbeschriftet wurde; BMW Group Classic stellt das selbst klar. Für die Dreharbeiten wurden sechzehn Fahrzeuge so umgebaut, dass sie von der Rücksitzbank aus gesteuert werden konnten. Die berühmte Fernsteuerung über das Mobiltelefon ist also Filmtrick mit einem verdeckten Fahrer im Fond, nicht Serientechnik — ebenso wie die Raketen hinter dem Schiebedach und die Reifenschneider. Serientechnik war dagegen genau das, was den Wagen im Film glaubwürdig machte: Navigation, Bordtelefon und der Bildschirm in der Mittelkonsole.

02 · Historie

Sieben Jahre in sieben Daten

Von der Ablösung des E32 bis zum Bangle-Nachfolger.

  1. 1994 Im Sommer löst der E38 den E32 ab; das Design des Vorgängers wird nur behutsam fortgeschrieben. Zum Start stehen zwei V8 der Baureihe M60 bereit: 730i mit 218 PS und 740i mit 286 PS.
  2. 1994 Im Herbst folgt das Spitzenmodell 750i mit dem 5,4-Liter-V12 M73, 326 PS und erstmals Fünfgang-Automatik statt der vier Stufen des E32. Preis bei Markteinführung: 148.000 Mark.
  3. 1996 Mit dem 725tds bietet BMW zum ersten Mal einen Diesel in der Oberklasse an, 143 PS aus dem Sechszylinder M51. Zugleich ersetzt der M62 den M60: Aus dem 730i wird der 735i, der 740i wächst auf 4,4 Liter — bei unveränderten 286 PS und unverändertem Namen.
  4. 1998 Ab September läuft die überarbeitete Fassung: Klarglasscheinwerfer und -heckleuchten, geänderte Nierenstege, durchgehende Seitenschweller, Chromleiste an der Heckklappe. Technisch kommen VANOS für M52 und M62 sowie DSC III und Kopfairbags serienmäßig.
  5. 1998 Gleichzeitig erscheint der 730d mit dem neuen Common-Rail-Sechszylinder M57 aus Steyr, 184 PS. Er wird mit über 12.000 Einheiten das meistverkaufte Dieselmodell der Baureihe.
  6. 1999 Im Mai folgt der 740d mit dem Biturbo-V8-Diesel M67, dem ersten Achtzylinder-Diesel von BMW. 560 Nm liegen ab 1.750 Umdrehungen an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 242 km/h.
  7. 2001 Am 27. Juli endet die Produktion in Dingolfing. Im September zeigt BMW auf der IAA den E65 — mit neuem Design, iDrive und ohne Handschaltung.

03 · Modellübersicht

Alle Motorvarianten

Sechs, acht und zwölf Zylinder, Benzin und Diesel. Der Wechsel vom M60 auf den M62 Anfang 1996 ist der wichtigste Bruch in der Tabelle: Aus dem 730i wurde der 735i, und der 740i wuchs auf 4,4 Liter, ohne dass sich der Name oder die Leistung änderte.

Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
728i / 728iL M52B28 / M52TÜB28 2.793 cm³ 193 PS (142 kW) 1995–2001
730i / 730iL M60B30 · V8 2.997 cm³ 218 PS (160 kW) 1994–1996
735i / 735iL M62B35 · V8 3.498 cm³ 235 PS (173 kW) 1996–1998
735i / 735iL M62TÜB35 · V8 3.498 cm³ 238 PS (175 kW) 1998–2001
740i / 740iL M60B40 · V8 3.982 cm³ 286 PS (210 kW) 1994–1996
740i / 740iL M62B44 / M62TÜB44 · V8 4.398 cm³ 286 PS (210 kW) 1996–2001
750i / 750iL M73B54 / M73TÜB54 · V12 5.379 cm³ 326 PS (240 kW) 1994–2001
L7 M73 · V12 5.379 cm³ 326 PS (240 kW) 1997–2001
725tds M51D25TÜ · Reihensechszylinder 2.498 cm³ 143 PS (105 kW) 1996–2000
730d / 730dL M57D30 · Common Rail 2.926 cm³ 184 PS (135 kW) 1998–2000
730d / 730dL M57D30 · Common Rail 2.926 cm³ 193 PS (142 kW) 2000–2001
740d / 740dL M67 · V8 Biturbo 3.901 cm³ 238 PS (175 kW) laut BMW, 245 PS (180 kW) laut anderen Quellen 1999–2001

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Limousine

Silberner BMW 735i der Baureihe E38 von schräg vorn
BMW 735i (E38) von der SeiteLizenziert · OSX · Public Domain (Freigabe des Urhebers)

Radstand 2.930 mm bei 4.984 mm Außenlänge, die einzige Karosserieform, die über die gesamte Bauzeit und mit allen Motoren angeboten wurde. In Deutschland die klar häufigere Wahl; die Langversion verkaufte sich vor allem bei den großen Achtzylindern und beim V12.

Langversion iL

Fondsitze eines BMW 750iL der Baureihe E38 mit hellem Leder
Fond eines 750iL mit hellem Leder — die Langversion bot 140 Millimeter mehr Radstand, die vollständig dem Fond zugutekamenLizenziert · The Car Spy · CC BY 2.0

Exakt 140 Millimeter länger, der Zuwachs liegt vollständig im Radstand und damit im Fond. BMW Group Classic beziffert den Aufpreis beim 740iL auf rund 15.000 Mark. Die Verlängerung war kein Designselbstzweck, sondern sollte die Lücke zur Mercedes S-Klasse schließen, die als Langversion seit Jahren das Maß für Chauffeurfahrzeuge setzte.

L7

Auf Basis des 750iL, hinter der B-Säule um weitere 250 Millimeter gestreckt — rund 5,40 Meter Gesamtlänge. Gebaut von März 1997 bis Juli 2001 zum Preis von 246.000 Mark, mit elektrisch verstellbaren Fondsitzen, Kühlschrank, Fernseher und Videogerät; BMW erfüllte Sonderwünsche bis zum Faxgerät im Handschuhfach. Die verbreitete Stückzahl von 899 Exemplaren geht auf eine einzige Ursprungsquelle zurück; BMW Group Classic spricht nur von kleinen Stückzahlen.

Sonderschutz

Ab 1999 auf Basis von 740iL und 750iL die Protection Line mit Aramidfaser-Panzerung, Schutzverglasung und Notlaufreifen, Mehrgewicht rund 145 Kilogramm. Darüber stand der 750iL S mit Schutzklasse B6/7 und rund 950 Kilogramm Mehrgewicht: Sprengschnur in der Frontscheibe, hydraulisch betätigte Fenster, Gassensor, Feuerlöschanlage, Atemluftversorgung. Ein Coupé gab es dagegen nie — das zweitürige Luxussegment besetzte bis 1999 der E31, mit dem sich der E38 sogar den V12 teilte.

05 · Motoren

Vom Sechszylinder bis zum V12

Der E38 hatte die breiteste Motorenpalette, die je in einem Siebener stand — und mit dem M60 auch die Nikasil-Geschichte im Programm.

M52 und M52TÜ — der Sechszylinder im 728i geprüft

Der 2,8-Liter-Reihensechszylinder aus 3er und 5er war ab September 1995 das Einstiegsaggregat. 193 PS in einer Limousine von rund 1,8 Tonnen reichen für 227 km/h, aber nicht für Souveränität. Zum Facelift 1998 kam die TÜ-Version mit Doppel-VANOS, unverändert 193 PS. Der Motor gilt als der haltbarste im E38-Programm — und ist der einzige, bei dem Nikasil nie ein Thema war.

M60 — der V8 zum Marktstart und die Nikasil-Frage geprüft

Zum Marktstart 1994 hatte der E38 nicht den M62, sondern den älteren M60: 730i mit 2.997 cm³ und 218 PS, 740i mit 3.982 cm³ und 286 PS. Genau dieser Motor trägt die Nikasil-Geschichte. Seine Zylinderlaufflächen waren mit einer Nickel-Silizium-Dispersionsschicht versehen, und Nickel reagiert empfindlich auf schwefelhaltige Verbrennungsgase. In den USA, Großbritannien und Südamerika, wo der Schwefelgehalt im Benzin bei mehreren hundert ppm lag, kam es zu Kompressionsverlust und Motorschäden; auf dem deutschen Markt trat das Problem kaum auf. Anfang 1996 endete der M60 im E38.

M62 und M62TÜ — der V8 ab 1996 geprüft

Ab Anfang 1996 ersetzte der M62 den M60. Aus dem 730i wurde der 735i mit 3.498 cm³ und 235 PS, der 740i wuchs auf 4.398 cm³ — bei unveränderten 286 PS und unverändertem Namen. Zum Facelift 1998 folgten die TÜ-Varianten mit VANOS für die Einlassnockenwelle, elektronischem Gaspedal und Motronic ME7.2; der 735i stieg auf 238 PS. Der M62 verwendet überwiegend Alusil; die englische Wikipedia schreibt, einige frühe Exemplare hätten noch Nikasil gehabt, ohne dass sich ein Umstellungsdatum belegen ließe.

M73 — der V12 geprüft

Der 5,4-Liter-V12 mit 326 PS bei 5.000 Umdrehungen und 490 Nm war das technische Aushängeschild und lief von 1994 bis 2001. Er hat nur zwei Ventile je Zylinder — konservativ für BMW-Verhältnisse — und arbeitet mit zwei getrennten Motorsteuerungen, je eine pro Zylinderbank. Das Kurbelgehäuse ist aus Alusil, die Nikasil-Frage stellt sich hier nicht. Ab Modelljahr 1999 bekam der 750i einen elektrisch beheizten Katalysator, um die Abgasnormen ohne Leistungsänderung zu erfüllen.

M51 und M57 — die Sechszylinder-Diesel geprüft

Der M51 im 725tds war ein Wirbelkammer-Turbodiesel mit Ladeluftkühler, 143 PS und 280 Nm bei 2.200 Umdrehungen. In einer Zwei-Tonnen-Limousine war das zu wenig, und der 725tds blieb ein Nischenmodell. Der Nachfolger M57, ab Juli 1998 in Steyr gebaut, war BMWs erster Common-Rail-Direkteinspritzer: 184 PS, ab März 2000 193 PS, Lader mit variabler Turbinengeometrie. Der 730d erreichte über 12.000 Einheiten und machte den Diesel in der Oberklasse gesellschaftsfähig.

M67 — der V8-Diesel im 740d geprüft

Der M67 war BMWs erster Achtzylinder-Dieselmotor: 3.901 cm³, Biturbo mit variabler Turbinengeometrie, Common Rail, vier Ventile je Zylinder, Graugusskurbelgehäuse. 560 Nm liegen bereits bei 1.750 Umdrehungen an, die Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h lag nur knapp unter der abgeregelten Marke der Benziner — bei erheblich geringerem Verbrauch. 1999 und 2000 wurde er zum International Engine of the Year gewählt. Die Leistungsangabe ist strittig: BMW Group Classic nennt 238 PS, mehrere andere Quellen 245 PS.

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Die Kühlwasserschläuche werden porös und können platzen. Wer dann weiterfährt, riskiert Überhitzung und im schlimmsten Fall neue Zylinderkopfdichtungen — ein Klassiker bei allen V8-Modellen.
  • Die Hinterachse zeigt häufig zu viel Spiel und ist der häufigste Befund bei der Hauptuntersuchung. Ausgeschlagene Achslager sind reparabel, bei einem Fahrzeug dieser Masse aber ein Dauerthema.
  • Pixelfehler im Bordmonitor und im Kombiinstrument, blind werdende Außenspiegel, streikende Stellmotoren an Sitzen, Schiebedach und Heckklappe. Der E38 war eines der elektronisch aufwendigsten Autos seiner Zeit — das rächt sich heute.
  • Die Vorderachse leidet unter dem Gewicht der Acht- und Zwölfzylinder. Querlenker, Traggelenke und Domlager sind Verschleißteile mit begrenzter Standzeit.
  • Nikasil betrifft den M60 in 730i und 740i der Baujahre 1994 bis 1996. Schäden traten fast ausschließlich in Märkten mit schwefelreichem Benzin auf — bei Importfahrzeugen aus den USA oder Großbritannien ist eine Kompressionsmessung Pflicht.
  • Leergewichte von 1.775 Kilogramm beim 728i bis über zwei Tonnen beim 740d sorgen für hohen Bremsenverschleiß. Das ist kein Defekt, aber der häufigste Grund, warum diese Autos irgendwann stehenbleiben.

07 · Technik

Fahrwerk, Bremsen, Lenkung, Getriebe

Fahrwerk

Bremsen

Lenkung

Getriebe

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Antriebsart
Hinterradantrieb, kein Allradantrieb im Programm
Schaltgetriebe 725tds, 728i, 730i und 735i
Fünfganggetriebe
Schaltgetriebe 740i
Sechsganggetriebe Getrag 420G
Automatik alle Modelle
Fünfgang-Wandlerautomatik von ZF
Gangübersetzungen Getrag 420G
4,227 / 2,528 / 1,669 / 1,226 / 1,000 / 0,828, Rückwärtsgang 3,746
Radstand Limousine
2.930 mm
Radstand Langversion iL
3.070 mm, also 140 mm mehr
Länge Limousine
4.984 mm
Länge L7
rund 5,40 m, Radstand rund 3.320 mm
Nachfolger E65
ausschließlich Sechsgang-Automatik, kein Schaltgetriebe mehr
Zum Handschaltgetriebe des 740i widersprechen sich die Quellen
Wikipedia in beiden Sprachen nennt sechs Gänge, eine Fahrzeugdatenbank fünf. Die Liste folgt der Mehrheit.

Achsübersetzungen ließen sich für keine E38-Variante aus zwei voneinander unabhängigen Quellen belegen und stehen deshalb nicht in der Liste. BMW Group Classic und der PressClub veröffentlichen zu dieser Baureihe keine Achsdaten.

Die Zuordnung der einzelnen ZF-Baureihen (5HP18, 5HP19, 5HP24, 5HP30) zu den Motorvarianten widerspricht sich zwischen den vorliegenden Angaben. Belastbar ist nur, dass alle Automatikvarianten Fünfgang-Wandlerautomaten von ZF waren.

08 · Topmodelle

Topmodelle

Drei Modelle, an denen sich die Baureihe festmachen lässt — und die L7 als Ausnahmeerscheinung.

09 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: Historie, Substanz, dann erst der Motor

Der E38 ist der Siebener, bei dem der Kaufpreis das kleinste Problem ist. Gute Fahrzeuge beginnen im niedrigen fünfstelligen Bereich, der Unterhalt bewegt sich davon unabhängig auf dem Niveau, das ein Zwei-Tonnen-Auto mit V8 und zwei Dutzend Steuergeräten nun einmal verursacht. Wer hier spart, kauft doppelt.

Kühlsystem — Schläuche, Ausgleichsbehälter, Thermostat und Wasserpumpe auf Alter und Porosität prüfen; Spuren von Überhitzung im Serviceheft sind bei den V8 ein Ausschlusskriterium

Hinter- und Vorderachse — Achslager, Querlenker, Traggelenke und Domlager auf Spiel prüfen; zu viel Spiel hinten ist der häufigste HU-Befund der Baureihe

Elektronik im Funktionstest — jede Sitzverstellung, Schiebedach, Heckklappe, Bordmonitor, Kombiinstrument, Klimaautomatik und Außenspiegel einzeln durchschalten

Motorkennung und Herkunft — bei 730i und 740i der Baujahre 1994 bis 1996 klären, ob ein M60 verbaut ist; bei Importen aus den USA und Großbritannien Kompression messen

Getriebe unter Last — Automatik im warmen Zustand durch alle Stufen fahren; beim seltenen Handschalter Kupplung und Schaltbarkeit prüfen

Wasserwege — Klimaanlagen- und Schiebedachabläufe kontrollieren; verstopfte Abläufe zerstören über Jahre die Steuergeräte im Fußraum und unter den Sitzen

Die Reihenfolge ist eindeutig: erst Historie, dann Substanz, dann Motorisierung, dann Ausstattung. Ein lückenlos scheckheftgepflegtes Fahrzeug mit dem falschen Motor ist immer die bessere Wahl als ein günstiger 750iL ohne Papiere. Als Einstieg taugt der 728i, der als der haltbarste und billigste im Unterhalt gilt und dem Auto nichts von seiner Präsenz nimmt — auch wenn 193 PS in dieser Klasse knapp bemessen sind. Der vernünftige Kompromiss ist der 735i oder der 740i mit M62, weil hier Leistung, Ersatzteilversorgung und Reparaturerfahrung am besten zusammenkommen; die Modelle ab dem Facelift im September 1998 haben zusätzlich DSC III und Kopfairbags serienmäßig. Der 730d ist der Alltagsdiesel und mit über 12.000 gebauten Exemplaren gut versorgt. Der 740d bleibt ein Liebhaberobjekt: faszinierender Motor, aber wenig gebaut und entsprechend schwierig bei Spezialteilen. Der 750i und die L7 sind Sammlerfahrzeuge, bei denen sich jeder beim Kauf gesparte Euro später verdoppelt zurückmeldet. Vom billigsten Angebot in jeder Motorvariante ist grundsätzlich abzuraten, weil der aufgeschobene Wartungsstau den Kaufpreis regelmäßig übersteigt.

10 · Die Konkurrenz

Die Konkurrenz

Mercedes-Benz S-Klasse W140 und W220

Der W140 von 1991 bis 1998 war der Maßstab, gegen den BMW den E38 stellte — und zugleich der Gegenentwurf: größer, schwerer, technisch maximal, mit der ersten V12-Personenwagenmaschine von Mercedes im S 600. Mit 432.732 Einheiten blieb er stückzahlmäßig deutlich vor dem E38, handelte sich aber öffentliche Kritik an Größe und Preis ein. Der Nachfolger W220 kam 1998 und war die erste S-Klasse mit optionalem Allradantrieb — ein Feld, das der E38 nie betrat.

Audi A8 D2

Startete Mitte 1994 zeitgleich mit dem E38 und griff die Oberklasse mit zwei Argumenten an, die BMW nicht hatte: dem komplett aus Aluminium aufgebauten Space Frame und dem quattro-Allradantrieb, bei den V8 serienmäßig. Mit 105.092 gebauten Exemplaren blieb er weit hinter dem E38, etablierte Audi aber überhaupt erst dauerhaft in diesem Segment.

Jaguar XJ (X308)

Von Juli 1997 bis Dezember 2002 gebaut, die erste Jaguar-Limousine mit V8 — der AJ-V8 mit 3,2 und 4,0 Litern, im XJR mit Kompressor und 370 PS. 126.260 Fahrzeuge in gut fünf Jahren. Er trat mit Tradition und Innenraumatmosphäre an, technisch aber mit einer im Kern deutlich älteren Karosseriestruktur — der Gegenpol zum ingenieurgetriebenen Ansatz aus München und Ingolstadt.

11 · Galerie

Bilder

Limousine vor und nach dem Facelift, dazu Cockpit, Bordmonitor und der Fond der Langversion.

Dunkelblauer BMW 740i der Baureihe E38 in der Seitenansicht
BMW 740i (E38) in der Seitenansicht — der E38 blieb flacher und schlanker als die Konkurrenz aus StuttgartLizenziert · JanST · CC BY-SA 2.5
Schwarzer BMW 740i der Baureihe E38 von schräg vorn
BMW 740i Individual von 2001 nach dem Facelift, erkennbar an den KlarglasscheinwerfernLizenziert · Fuenfkommadrei · CC BY-SA 4.0
Schwarzer BMW 740i der Baureihe E38 von hinten
Heckansicht des 740i — ab September 1998 mit Klarglas-Heckleuchten und Chromleiste an der HeckklappeLizenziert · Fuenfkommadrei · CC BY-SA 4.0
Silberner BMW 728i der Baureihe E38 von schräg vorn
BMW 728i von 2001 — das Einstiegsmodell mit dem Reihensechszylinder aus dem 5erLizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0
Blauer BMW 735i der Baureihe E38 von schräg vorn
BMW 735i von 2000 mit dem 3,5-Liter-V8 M62TÜLizenziert · hugh llewelyn · CC BY-SA 2.0
Silberner BMW 735i der Baureihe E38 von schräg vorn
BMW 735i (E38) von der SeiteLizenziert · OSX · Public Domain (Freigabe des Urhebers)
Cockpit eines BMW 735i der Baureihe E38 mit Lenkrad und Holzdekor
Cockpit eines 735i mit HolzausstattungLizenziert · Beemwej · CC BY-SA 4.0
Bordmonitor mit Navigationskarte in der Mittelkonsole eines BMW E38
Der Bordmonitor in der Mittelkonsole — der E38 war das erste europäische Serienauto mit SatellitennavigationLizenziert · The Car Spy · CC BY 2.0
Fondsitze eines BMW 750iL der Baureihe E38 mit hellem Leder
Fond eines 750iL mit hellem Leder — die Langversion bot 140 Millimeter mehr Radstand, die vollständig dem Fond zugutekamenLizenziert · The Car Spy · CC BY 2.0

Andere BMW 7er Generationen

4 Baureihen mit E-Nummer, von 1977 bis 2008.

12 · Quellen

Belege & Literatur

Leitquellen sind BMW Group Classic, der BMW PressClub und Wikipedia; alles andere gilt erst als geprüft, wenn zwei unabhängige Quellen übereinstimmen. Offen bleiben mehrere Punkte: die Gesamtstückzahl (327.598 laut BMW Group Classic und deutscher Wikipedia gegen 340.242 laut englischer Wikipedia), die Leistung des 740d (238 gegen 245 PS), sein Motorcode (M67D39 gegen M67D40) und die Frage, ab welchem Datum BMW beim V8 von Nikasil auf Alusil umstellte. Nicht behauptet wird hier, der 740d sei der erste V8-Diesel in einer Serienlimousine überhaupt gewesen — belegbar ist nur, dass er der erste V8-Diesel von BMW war.

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