01 · Überblick
Ein Technologieträger, der in Serie ging
Der Z1 war nicht als Produkt geplant. Die 1985 gegründete BMW Technik GmbH sollte frei von Serienterminen arbeiten und Lösungen für die Zukunft entwickeln — das Z im Namen steht für Zukunft. Unter Ulrich Bez entstand ein fahrbarer Versuchsträger, in dem so viele neue Ideen steckten, dass BMW ihn im September 1987 auf der IAA zeigte. Die Reaktion war so heftig, dass aus dem Demonstrator eine limitierte Serie wurde.
Unter der Kunststoffhaut sitzt Technik aus dem E30: der Sechszylinder M20B25 mit 170 PS, das Getrag-Getriebe, die Vorderachse. Der Werkscode lautet folgerichtig E30 (Z). Neu sind das am Stück feuerverzinkte Stahlchassis, der glatte Unterboden mit Diffusorwirkung, die Zentrallenker-Hinterachse — und die Türen, die elektrisch in die Schweller fahren.
Gebaut wurde in Handarbeit, anfangs höchstens sechs Wagen am Tag. Nach 8.000 Exemplaren war im Juni 1991 Schluss. Ein schneller Sportwagen war der Z1 nie: 170 PS auf 1.250 Kilogramm reichen für 225 km/h. Er war auch nie als solcher gemeint.
02 · Historie
Von der Denkfabrik in die Serie
Die Entstehung in sieben Stationen.
- 1985 BMW gründet die BMW Technik GmbH in München. Rund hundert Mitarbeiter sollen ohne Serientermine an Fahrzeugkonzepten arbeiten. Leiter ist Ulrich Bez.
- 1986 Der erste fahrfähige Prototyp entsteht. Für das Design zeichnet Harm Lagaay verantwortlich.
- 1987 Vorstellung auf der IAA in Frankfurt im September. Der Wagen ist als Technologieträger deklariert, nicht als Serienmodell.
- 1988 Nach hoher Nachfrage entscheidet BMW die Kleinserie. Vorserienwagen entstehen; die Quellen datieren den Beginn unterschiedlich.
- 1989 Serienfertigung in Handarbeit, anfangs höchstens sechs Wagen am Tag. Verkaufspreis rund 80.000 Mark.
- 1990 Alpina legt die Roadster Limited Edition auf: 2.693 cm³, 200 PS, 116.000 Mark.
- 1991 Im Juni läuft der letzte Z1 vom Band. Insgesamt 8.000 Fahrzeuge.
03 · Modellübersicht
Z1 und Alpina RLE
Zwei Ausbaustufen, mehr gab es nicht. Die Stückzahl der Alpina RLE stammt aus Alpina-Literatur und ist nicht werksseitig bestätigt.
Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
| Modell | Motor | Hubraum | Leistung | Bauzeit |
|---|---|---|---|---|
| BMW Z1 | M20B25 | 2.494 cm³ | 170 PS (125 kW) | 1989–1991, 8.000 Stück |
| BMW Alpina RLE | Alpina C2/6 | 2.693 cm³ | 200 PS (147 kW) | 1990–1991, 66 Stück |
04 · Karosserievarianten
Karosserievarianten
Roadster

Es gab nur eine Karosserie: den zweisitzigen Roadster mit Stoffverdeck. Die nicht tragenden Außenteile aus Thermoplast sind mit dem Chassis verschraubt und lassen sich abnehmen. Ein kompletter Wechsel der Außenhaut ist damit möglich — BMW sprach von theoretisch einer knappen Stunde.
05 · Motoren
Der M20B25
Kein eigener Motor, sondern der bekannte kleine Sechszylinder aus dem 325i — allerdings vollständig hinter der Vorderachse eingebaut.
M20B25 · 2.494 cm³ · 170 PS geprüft
Bohrung 84,0 mm, Hub 75,0 mm, Verdichtung 8,8:1. 170 PS bei 5.800/min und 222 Nm bei 4.300/min. Bosch Motronic mit geregeltem Katalysator. Der Motor sitzt vollständig hinter der Vorderachse, wodurch die Gewichtsverteilung nahe an 50 zu 50 liegt. Kraftübertragung über ein Getrag-Fünfganggetriebe auf die Hinterachse. Ein Sperrdifferenzial gehörte nicht zum Lieferumfang — wer eines im Wagen findet, hat ein nachgerüstetes.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | Reihensechszylinder M20, zwei Ventile je Zylinder, obenliegende Nockenwelle, Zahnriemenantrieb |
| Einbaulage | längs, vollständig hinter der Vorderachse (Frontmittelmotor) |
| Hubraum | 2.494 cm³ |
| Bohrung × Hub | 84,0 × 75,0 mm |
| Verdichtung | 8,8:1 |
| Leistung | 125 kW (170 PS) bei 5.800/min |
| Drehmoment | 222 Nm bei 4.300/min |
| Gemischaufbereitung | Bosch Motronic, geregelter Katalysator |
| Getriebe | Getrag-Fünfganggetriebe, Achsübersetzung 3,64:1 |
| Höchstgeschwindigkeit | 225 km/h |
| 0–100 km/h | 7,9 s |
| Verbrauch | 9,2 l/100 km nach Norm, Super 91 ROZ |
Datentabelle Wikipedia DE zum BMW Z1, abgeglichen mit den M20-Werksdaten
Alpina C2/6 · 2.693 cm³ · 200 PS plausibel
Für die Roadster Limited Edition bohrte Alpina den M20 auf 2.693 cm³ auf: 84,0 mm Bohrung bei 81,0 mm Hub. 200 PS bei 6.000/min und 261 Nm bei 4.900/min, 231 km/h, 0 auf 100 in 7,1 Sekunden. Der Aufpreis war erheblich — 116.000 Mark gegenüber rund 80.000 für den Serien-Z1. Die kursierende Stückzahl von 66 Wagen stammt aus Alpina-Literatur und ist nicht werksseitig bestätigt.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.693 cm³ |
| Bohrung × Hub | 84,0 × 81,0 mm |
| Leistung | 147 kW (200 PS) bei 6.000/min |
| Drehmoment | 261 Nm bei 4.900/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 231 km/h |
| 0–100 km/h | 7,1 s |
| Verbrauch | 10,5 l/100 km nach Norm, Super 91 ROZ |
| Verkaufspreis 1989 | 116.000 DM |
Datentabelle Wikipedia DE zum BMW Z1, Spalte BMW-Alpina RLE
06 · Schwachstellen
Zuverlässigkeit & Schwachstellen
- Der Türmechanismus ist das aufwendigste Bauteil am Auto. Zahnriemen, Umlenkrollen und Elektromotoren verschleißen, Feuchtigkeit im Schweller beschleunigt das. Eine Tür, die hakt oder nicht ganz schließt, ist ein Kostenpunkt, kein Detail.
- Die Kunststoffteile verziehen sich nicht, aber der Lack darauf reagiert anders als auf Blech. Spannungsrisse und abweichender Glanz zwischen Klappen und Seitenwänden sind typisch und kein Unfallschaden.
- Der Zahnriemen des M20 ist ein Wartungspunkt mit festem Intervall. Wird er versäumt, ist der Motorschaden die Folge.
- Die Elektrik rund um Türsteuerung und Verdeck ist eigenständig konstruiert. Teile dafür stammen nicht aus dem E30-Regal und sind entsprechend schwerer zu beschaffen.
07 · Technik
Chassis
Außenhaut
Türen
Aerodynamik und Fahrwerk
Die sechs Lackierungen
Widersprüche in den Quellen
Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe
- Länge
- 3.921 mm
- Breite
- 1.690 mm
- Höhe
- 1.277 mm
- Radstand
- 2.400 mm
- Leergewicht
- 1.250 kg
- Tankinhalt
- 58 Liter
- Getriebe
- Getrag-Fünfganggetriebe
- Achsübersetzung
- 3,64:1
- Sperrdifferenzial
- nicht lieferbar
- Vorderachse
- Federbeine mit Querlenkern, Basis E30
- Hinterachse
- Zentrallenkerachse, sogenannte Z-Achse
- Bremsen vorn
- 260 mm, innenbelüftet
- Bremsen hinten
- 258 mm, massiv
- Chassis
- Stahlblech, am Stück feuerverzinkt
- Außenhaut
- Thermoplast, verschraubt; Klappen aus GFK
08 · BMW Technik GmbH
Die Abteilung, die den Z1 erfunden hat
Die BMW Technik GmbH wurde 1985 als Tochtergesellschaft gegründet und bewusst außerhalb der Serienentwicklung angesiedelt: eigener Standort, eigenes Budget, keine Modelltermine. Rund hundert Leute sollten Konzepte bauen, nicht Autos verkaufen.
Der Z1 war das erste Projekt, das diese Werkstatt verließ. Vieles daran blieb im Konzern: Die Zentrallenkerachse wanderte in den E36, das feuerverzinkte Chassis wurde zum Standard. Und das Z wurde zum Namensbestandteil einer ganzen Modellreihe — Z3, Z4, Z8.

09 · Kaufberatung
Worauf es ankommt: die Türen
Bei 8.000 gebauten Wagen ist der Z1 kein seltenes Auto, aber ein technisch eigenwilliges. Der Zustand entscheidet sich an drei Stellen: Türmechanik, Schweller, Verdeck. Der Motor ist der unproblematischste Teil.
Beide Türen mehrfach vollständig auf- und abfahren lassen. Ruckeln, Nachlaufen oder ein Anschlag, der nicht sauber erreicht wird, deutet auf Zahnriemen oder Umlenkung. Das ist der teuerste Punkt am Auto.
Schwellerinnenräume prüfen. Dort sammelt sich Wasser, wenn die Ablaufkanäle verstopft sind — und dort läuft die Türmechanik.
Das Chassis ist feuerverzinkt und rostet kaum. Wo die Verzinkung beschädigt wurde, nach Unfällen oder an nachgebohrten Löchern, geht es dafür schnell. Reparaturstellen am Chassis genau ansehen.
Verdeck und Verdeckkasten kontrollieren. Ersatzverdecke sind lieferbar, aber teuer.
Belege für den letzten Zahnriemenwechsel verlangen. Ohne Nachweis ist der Wechsel einzupreisen.
Die Reihenfolge lautet: erst die Türen, dann das Chassis, dann der Motor. Wer beim Z1 am Türmechanismus spart, zahlt später doppelt.
10 · Die Konkurrenz
Die Konkurrenz
Porsche 944 S2 Cabriolet
1989 in ähnlicher Preisregion und mit 211 PS klar schneller. Konventionell gebaut — und genau deshalb der pragmatischere Sportwagen.
Mercedes-Benz SL (R129)
Ab 1989 der neue Maßstab beim offenen Wagen: Überrollbügel, Hardtop, viel Gewicht, viel Komfort. Der Gegenentwurf zum Z1 in jeder Hinsicht.
Mazda MX-5 (NA)
Zeitgleich erschienen, für ein Drittel des Preises. Der MX-5 traf den Markt, den der Z1 gar nicht bedienen wollte.
11 · Galerie
Bilder
Sechs Lackierungen, versenkte Türen, der Sechszylinder aus dem 325i.









12 · Quellen
Belege & Literatur
Leitquellen sind die Datentabellen der deutschsprachigen Wikipedia und die Bildbeschreibungen auf Wikimedia Commons. Die Farbaufteilung stammt aus der Registerarbeit der Szene; sie summiert sich exakt auf 8.000 und ist damit plausibel, aber nicht werksseitig bestätigt.
