Modelle & Technik · 1995–2002

BMW Z3

Der erste BMW, der ausschließlich in Amerika gebaut wurde — und mit dem Coupé das kantigste Auto, das je aus München freigegeben wurde.

BMW Z3 M Coupé in Phoenixgelb von schräg hinten rechts
BMW Z3 M Coupé (E36/8) von schräg hinten. Die kurze Shooting-Brake-Kabine sitzt auf der unveränderten Roadster-Front — genau diese Proportion hat dem Auto in den USA den Spitznamen „clown shoe“ eingebracht.Lizenziert · Calreyn88 · CC BY-SA 4.0

Bauzeit

1995–2002

Roadster ab 09/1995 · Coupé ab 01/1998

Karosserien

2

Roadster (E36/7) · Coupé (E36/8)

Motoren

115–325 PS

4- & 6-Zylinder, nur Benzin

Stückzahl

297.088

279.273 Roadster · 17.815 Coupé

Topmodell

M Coupé

S54B32 · 325 PS · 1.112 Stück

01 · Überblick

Ein BMW aus South Carolina

Am 20. September 1995 lief in Greer bei Spartanburg der erste Z3 vom Band — der erste BMW überhaupt, der komplett und ausschließlich außerhalb Deutschlands gebaut wurde. Über sechzig Prozent der Teile kamen aus Nordamerika. Zwei Monate später war er in „GoldenEye“ Bonds Dienstwagen, und die gesamte Roadster-Produktion des Modelljahrs 1996 war ausverkauft, bevor der erste Kunde ihn gefahren hatte.

Technisch ist der Z3 kein eigenständiger Entwurf, sondern eine verkürzte Bodengruppe des E36 Compact — mit dessen Schräglenker-Hinterachse, also dem Prinzip, das BMW im 3er selbst schon durch die Zentrallenkerachse ersetzt hatte. Das erklärt beides: den günstigen Preis und die Fahrwerkskritik an den frühen Vierzylindern.

Die zweite Karosserie war eine Ingenieursantwort, kein Marketingprodukt. Der Roadster ist verwindungsweich — Knarzen und Klappern sind ab Werk angelegt. Burkhard Göschel ließ deshalb abseits des offiziellen Programms ein festes Dach aufsetzen und legte den Prototyp fertig vor. Das Ergebnis ab Januar 1998: das Coupé, in den USA bis heute „clown shoe“ genannt, hierzulande „Turnschuh“ — und rund 2,6-fach torsionssteifer als der Roadster.

02 · Historie

Sieben Jahre in zehn Schritten

Von der Videopressemitteilung im Juni 1995 bis zum letzten Wagen am 28. Juni 2002 um 12:34 Uhr.

  1. 1995 Im Juni kündigt BMW den Z3 per Video-Presseinformation an — für die Zeit ein ungewöhnlicher Weg.
  2. 1995 Am 20. September startet die Produktion in Spartanburg, South Carolina. Erster BMW, der ausschließlich außerhalb Deutschlands gebaut wird; über 60 Prozent der Teile stammen aus Nordamerika.
  3. 1995 Am 13. November Weltpremiere von „GoldenEye“ in der Radio City Music Hall. Der Z3 1.9 ist Bonds Dienstwagen, aber nur wenige Minuten im Bild. BMW zahlte kein Placement-Honorar, sondern band den Film in die Launch-Kampagne ein und hatte Skript-Mitsprache.
  4. 1995 Im Dezember erscheint die „James Bond Edition“ im Neiman-Marcus-Katalog: Atlanta Blue, beiges Nappaleder, 007-Plakette. Über 200 Bestellungen in den ersten fünf Minuten, gebaut wurden 100.
  5. 1996 Im Mai die ersten Kundenauslieferungen. Die komplette Roadster-Produktion des Modelljahrs — über 15.000 Stück — war vor Marktstart verkauft.
  6. 1997 Im März kommt der erste Sechszylinder: Z3 2.8 mit 192 PS. Parallel läuft das M Roadster mit dem S50B32 des europäischen M3 an — 321 PS.
  7. 1997 Im September Weltpremiere des Z3 Coupé auf der IAA in Frankfurt. Die Reaktionen sind gespalten wie bei kaum einem anderen BMW.
  8. 1998 Im Januar startet die Coupé-Produktion, zunächst als 2.8 und als M Coupé.
  9. 1999 Im April das Facelift: neues Heck mit ausgestellten Radläufen und L-förmigen Rückleuchten, neue Mittelkonsole, DSC statt ASC — und vor allem bekommen alle Modelle die verstärkte Sechszylinder-Hinterachse mit breiterer Spur.
  10. 2001 Im Februar wechseln die M-Modelle auf den S54B32. Am 28. Juni 2002 um 12:34 Uhr läuft der letzte Z3 in Spartanburg vom Band; im Herbst folgt der Z4 (E85).

03 · Modellübersicht

Vom 1.8 bis zum M Coupé

Werksangaben. Achtung bei den M-Modellen: Nordamerika bekam bis 2000 einen anderen Motor, nicht nur eine gedrosselte Version — Details im Abschnitt M & Sondermodelle. Die Typen 2.3 und 2.5i gab es ausschließlich in Nordamerika, 1.8, 2.0 und 2.2i dort gar nicht.

Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
Z3 1.8 M43 B18 1.796 cm³ 115 PS (85 kW) 10/1995–08/1998
Z3 1.9 M44 B19 1.895 cm³ 140 PS (103 kW) 10/1995–04/1999
Z3 1.9i M43TÜ B19 1.895 cm³ 118 PS (87 kW) 09/1998–07/2002
Z3 2.0 M52TÜ B20 1.991 cm³ 150 PS (110 kW) 04/1999–10/2000
Z3 2.2i M54 B22 2.171 cm³ 170 PS (125 kW) 10/2000–07/2002
Z3 2.3 (Nordamerika) M52TÜ B25 2.494 cm³ ca. 170 PS (125 kW) 1999–2000
Z3 2.5i (Nordamerika) M54 B25 2.494 cm³ ca. 192 PS (141 kW) 2001–2002
Z3 2.8 M52 B28 2.793 cm³ 192 PS (141 kW) 03/1997–09/1998
Z3 2.8i M52TÜ B28 2.793 cm³ 193 PS (142 kW) 02/1999–06/2000
Z3 3.0i M54 B30 2.979 cm³ 231 PS (170 kW) 06/2000–07/2002
M Roadster · M Coupé (Europa) S50 B32 3.201 cm³ 321 PS (236 kW) 03/1997–07/2000
M Roadster · M Coupé (Nordamerika) S52 B32US 3.152 cm³ 240 hp (179 kW) 1998–2000
M Roadster · M Coupé (Europa) S54 B32 3.246 cm³ 325 PS (239 kW) 02/2001–06/2002
M Roadster · M Coupé (Nordamerika) S54 B32 3.246 cm³ 315 hp (235 kW) 02/2001–06/2002

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Roadster (E36/7)

Roter BMW Z3 1.9 Roadster von schräg vorn rechts
BMW Z3 1.9 Roadster (E36/7) von 1997 mit offenem Verdeck — die Vorfacelift-Version mit der schmaleren Vierzylinder-Hinterachse.Lizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0

September 1995 bis Juni 2002, 279.273 Stück. Zweisitzer mit Stoffverdeck, langer Haube, kurzem Heck und weit hinten liegender Sitzposition. Der Kofferraum fasst 160 Liter, die Karosserie ist nur mäßig verwindungssteif — Knarzen, Klappern und laute Windgeräusche sind konstruktionsbedingt und werden in jeder Kaufberatung genannt.

Coupé (E36/8)

Silbernes BMW Z3 Coupé von schräg vorn rechts
BMW Z3 Coupé (E36/8) von schräg vorn — das Serien-Coupé unterhalb des M Coupé.Lizenziert · Kev22 · CC BY-SA 4.0

Januar 1998 bis Juni 2002, 17.815 Stück. Entstanden als Antwort auf das Steifigkeitsdefizit des Roadsters. Weil der Großteil der Blechteile mit dem Roadster geteilt werden musste, sitzt eine kurze Shooting-Brake-Kabine auf der unveränderten Roadster-Front — daher die Silhouette, die dem Auto in den USA den Namen „clown shoe“ eingebracht hat. Verstärkt sind Scheibenrahmen, Türstreben und Fensterbereich.

05 · Motoren

Vier- und Sechszylinder, drei M-Motoren

Der Z3 deckt eine ungewöhnliche Spanne ab: vom biederen Zweiventiler M43 bis zum S54 mit 8.000 Touren. Zwischen Basis und Spitze liegen 210 PS — und zwei völlig verschiedene Autos.

M43 — Z3 1.8 und 1.9i geprüft

Graugussblock, eine obenliegende Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, keine variable Steuerzeit. Konstruktiv anspruchslos und dauerhaft, aber drehunwillig und akustisch unsportlich. Die Basismotorisierung — 115 PS als 1.8, nach dem Facelift 118 PS als 1.9i.

M44 — Z3 1.9 bis 1999 geprüft

Vierventiler mit zwei obenliegenden Nockenwellen aus dem E36 318is. Mit 140 PS die deutlich lebendigere Vierzylinder-Option, drehfreudig und robust. Nach dem Facelift nicht fortgeführt — der schwächere 1.9i gilt in der Szene als Rückschritt.

M52 — Z3 2.8 bis 1998 geprüft

Reihensechszylinder mit Aluminium-Kurbelgehäuse und Einfach-VANOS. Kernthema ist die Nikasil-Beschichtung der Laufbahnen: Schwefelhaltiger Kraftstoff greift sie an und führte bei frühen Motoren zu Laufbahnverschleiß mit Kompressionsverlust. BMW rüstete auf Stahllaufbuchsen um. Der US-Markt bekam deshalb überwiegend Graugussblöcke — mit Ausnahme ausgerechnet des Z3 2.8, der auch dort den Alublock behielt.

M52TÜ — Z3 2.0 und 2.8i geprüft

Überarbeitung ab 1998: Doppel-VANOS, Alublock durchgängig mit Grauguss-Laufbuchsen, elektronische Drosselklappe. Damit ist das Nikasil-Thema erledigt, das Drehmoment im unteren Bereich steigt spürbar.

M54 — Z3 2.2i, 2.5i und 3.0i geprüft

Die Facelift-Sechszylinder ab 2000: Alublock mit Graugussbuchsen, Doppel-VANOS, elektronisches Gaspedal. Der 3.0i mit 231 PS gilt als der beste Antrieb der Baureihe unterhalb der M-Modelle — kräftig, kultiviert und ohne die Wartungslast des S54.

S50B32 — M Roadster und M Coupé Europa geprüft

Der M-Motor des europäischen E36 M3 3.2: 3.201 cm³, Doppel-VANOS, Einzeldrosselklappen, 321 PS bei 7.400/min, 350 Nm. Hochdrehend, charaktervoll, mit exzellentem Ruf. Die im Z3 kürzere Abgasanlage kostet gegenüber dem M3 keine nennenswerte Leistung.

S52B32US — M-Modelle Nordamerika bis 2000 geprüft

Kein gedrosselter S50, sondern ein anderer Motor: Graugussblock, 3.152 cm³, Einfach-VANOS, 240 hp bei nur 6.000/min. Technisch näher am M52 als am S50. In der Sammlerszene deutlich geringer bewertet, im Alltag gilt er als der problemloseste M-Motor der Baureihe.

S54B32 — M-Modelle ab Februar 2001 geprüft

3.246 cm³, Graugussblock, Fingerschlepphebel, schärfere Nocken, Ölabsaugpumpe gegen Ölmangel in schnellen Kurven, 8.000/min Drehzahlgrenze. 325 PS in Europa, 315 hp in Nordamerika. Technisch der beste Motor der Baureihe — aber mit dem bekannten Pleuellager-Thema des S54: kurze Ölwechselintervalle und Lagerkontrolle sind Pflicht.

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Die Differenzialaufnahme im Heckblech ist das Z3-Thema schlechthin. Das rechte Differenzial-Ohr ist nicht am Hilfsrahmen, sondern direkt am Kofferraumboden verschraubt. Unter Last dreht sich das Differenzial um die Antriebswellenachse und leitet die Kraft punktuell in ein Blech ein, das dafür zu schwach ist. Folge: Risse im Kofferraumboden, ausgerissene Punktschweißnähte, im Extremfall reißt die Aufnahme komplett aus. Betroffen sind alle Z3, besonders die Sechszylinder und M-Modelle.
  • Rost tritt insgesamt moderat auf, aber punktuell zuverlässig: untere Türkanten, Übergang Schweller zu Radhausschale, Kofferraumboden, Batteriekasten, beim Coupé Heckklappe und Schlossbereich sowie die Aluminium-Spiegelgehäuse und deren Halter.
  • Die Kunststoff-Heckscheibe des Stoffverdecks vergilbt, trübt ein und reißt — vor allem, wenn das Verdeck bei Kälte oder ohne saubere Faltung nach hinten geworfen wird. Das elektrische Verdeck ist schwerer, teurer und störanfälliger als das manuelle.
  • Das Kühlsystem versagt typischerweise zwischen 150.000 und 160.000 Kilometern schlagartig: Ausgleichsbehälter, Thermostatgehäuse, Kühlerhälse und das Wasserpumpen-Laufrad sind aus Kunststoff. Bei den Sechszylindern droht Überhitzung mit Zylinderkopfschaden. Prophylaktischer Komplettaustausch ist unter Kennern Standard.
  • VANOS-Verschleiß betrifft Einfach- wie Doppel-VANOS. Symptome: Rasseln im Leerlauf, Leistungsloch unter 3.000/min, Ruckeln. Bei S50 und S54 mit spürbarer Leistungseinbuße. Reparatursätze sind verfügbar.
  • Wassereintritt in Kofferraum und Fußraum durch undichtes Verdeck, gealterte Dichtungen und verstopfte Abläufe. Der Wagen ist empfindlich gegen Waschstraße und Hochdruckreiniger. Folgeschäden sind Rost am Kofferraumboden und der Ausfall des Gier- und Drehratensensors der Fahrdynamikregelung unter dem Teppich — erkennbar an dauerhaft leuchtender Warnlampe.
  • Die Kunststoff-Gleitstücke der Sitzschienen verschleißen, die Verstellspindel setzt sich. Der Fahrersitz kippelt und ruckt spürbar beim Beschleunigen und Bremsen. Reparatursätze sind Standardware im Zubehör.
  • Weitere dokumentierte Punkte: defekte Fensterheber (beim Coupé mit aufwendigerer Geometrie), Tankgeber, überhitzende Rückleuchtenfassungen, vergilbende Scheinwerfer, Traggelenke und Querlenker vorn, hintere Achs- und Tonnenlager, DISA-Klappe und poröse Ansauggummis beim M52, verblassende Armaturenbrettoberseite.

07 · Technik

Bodengruppe, Achsen, Bremsen, Steifigkeit

Bodengruppe

Vorderachse

Hinterachse

Zwei Hinterachsen bis 1999

Bremsen

Fahrwerk der M-Modelle

Karosseriesteifigkeit

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Getriebe 1.8 und 1.9
Fünfgang-Schaltgetriebe von Getrag serienmäßig, Vierstufenautomatik gegen Aufpreis
Getriebe 2.0 und 2.8
Fünfgang-Schaltgetriebe ZF S5D 320Z serienmäßig, Vierstufenautomatik gegen Aufpreis
Getriebe 2.2i
Fünfgang-Schaltgetriebe von Getrag serienmäßig, Fünfstufen-Steptronic gegen Aufpreis
Getriebe 3.0i Roadster und Coupé
Fünfgang-Schaltgetriebe ZF S5D 320Z serienmäßig, Fünfstufen-Steptronic gegen Aufpreis
Getriebe M Roadster und M Coupé
ausschließlich Fünfgang-Schaltgetriebe von ZF, keine Automatik, Sperrdifferenzial mit 25 Prozent serienmäßig
Gangübersetzungen M Roadster und M Coupé
4,21 / 2,49 / 1,66 / 1,24 / 1,00, Rückwärtsgang 3,85
Achsübersetzung 1.8i ab September 2000
3,38
Achsübersetzung 2.2i
3,38 mit Schaltgetriebe, 3,45 mit Automatik
Achsübersetzung 3.0i
3,07 mit Schaltgetriebe
Achsübersetzung M Roadster und M Coupé
3,15 bei S50B32 und S54B32, 3,23 beim US-Motor S52
Beim 3.0i mit Automatik widersprechen sich die Werksangaben
das deutsche Datenblatt nennt 3,15, das amerikanische 3,46. Vermutlich ein Marktunterschied, auflösen ließ er sich nicht.

Für die frühen Modelle 1.8, 1.9 und 2.0 ließ sich keine Achsübersetzung belegen. Die Werte des 2.8 stammen allein aus dem US-Datenblatt.

08 · Topmodelle

Topmodelle

Vier Varianten oberhalb der Serie und eine Sonderserie, die es nur über einen Katalog gab.

09 · M & Sondermodelle

M Roadster und M Coupé — und warum der amerikanische ein anderes Auto war

Im März 1997 bekam der Z3 den S50B32 aus dem europäischen E36 M3 3.2: 3.201 cm³, Doppel-VANOS, Einzeldrosselklappen, 321 PS bei 7.400/min. Ein Jahr später folgte dieselbe Technik im Coupé. Ab Februar 2001 löste der S54B32 mit 3.246 cm³ und 325 PS ab — im Z3 allerdings schwächer als im E46 M3 mit 343 PS, weil die Abgasanlage aus Platzgründen deutlich kürzer ausfällt.

Wichtig für Käufer: Nordamerika bekam bis 2000 nie den europäischen Motor. Der S52B32US ist kein detunter S50, sondern ein anderer Motor — Graugussblock, 3.152 statt 3.201 cm³, Einfach-VANOS statt Doppel-VANOS, deutlich niedrigere Drehzahlgrenze. 240 hp gegenüber 321 PS, also rund 78 PS Unterschied. Ab Februar 2001 vereinheitlichte der S54 die Baureihe, blieb in Nordamerika aus abgasrechtlichen Gründen aber um 6 kW schwächer.

Alle M-Modelle gab es ausschließlich mit Fünfgang-Handschaltung und Sperrdifferenzial, abgeregelt bei 250 km/h. Insgesamt entstanden 21.613 Z3 M — 15.322 Roadster und 6.291 Coupés.

10 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: Differenzialaufnahme, Wasser, Kühlsystem

Der Z3 ist mechanisch beherrschbar und gut mit Teilen versorgt. Zwei Dinge entscheiden trotzdem über Kauf oder Nichtkauf: der Zustand der Differenzialaufnahme im Kofferraumboden und die Frage, ob über Jahre Wasser ins Auto gelaufen ist. Alles andere ist Verhandlungssache.

Untere Türkanten

Übergang Schweller zu Radhausschale

Kofferraumboden — Folgeschaden des undichten Verdecks

Batteriekasten

Aluminium-Spiegelgehäuse und deren Halterungen

Beim Coupé zusätzlich Heckklappe und Schlossbereich

Zuerst auf die Bühne: das rechte Differenzial-Ohr und den Kofferraumboden darüber auf Risse und hochgezogene Punktschweißnähte prüfen. Bereits eingeschweißte Verstärkungsbleche sind ein Pluspunkt, kein Makel — ein M-Modell ohne Verstärkung entweder im Preis korrigieren oder stehen lassen. Danach den Kofferraum leerräumen, Reserveradmulde und Seitenkästen auf Feuchtigkeit und Wasserränder prüfen und den Teppich im Fußraum anheben: nasse Dämmung gefährdet den Drehratensensor der Fahrdynamikregelung, der neu rund tausend Dollar kostet. Das Verdeck mehrfach komplett öffnen und schließen, Faltung, Spannung und Klarheit der Kunststoffscheibe kontrollieren. Belege für das Kühlsystem verlangen — Wasserpumpe, Thermostat, Ausgleichsbehälter, Schläuche. Im warmen Leerlauf auf VANOS-Rasseln hören und im dritten Gang aus 1.500 Touren ausdrehen; ein Loch unter 3.000/min ist ein Indiz. Beim Vorfacelift-2.8 mit Alublock einen Druckverlusttest wegen der Nikasil-Historie, beim S54 die Ölwechselintervalle und die Pleuellager-Historie erfragen. Und auf die Ausstattung achten: DSC hatte nur rund ein Drittel aller Z3, Automatik gilt in der Sammlerszene als klarer Wertabschlag.

11 · Die Konkurrenz

Womit der Z3 sich messen musste

Porsche Boxster (986, ab 1996)

Der Gegner nach oben: Mittelmotor-Roadster mit Sechszylinder-Boxer, fahrdynamisch klar überlegen und deutlich teurer. Der Boxster ist der Grund, warum der Z3 nie als ernsthafter Sportwagen, sondern als Lifestyle-Roadster positioniert wurde.

Mercedes-Benz SLK (R170, ab 1996)

Der kommerziell wichtigste Wettbewerber im Heimatmarkt. Mit dem Vario-Klappdach bot er Coupé-Komfort und Roadster-Freiheit in einem Auto — die Antwort, die BMW erst mit dem Z4 nachreichte. Schlechter beim Fahrspaß und ohne Sechszylinder-Emotion der M-Modelle.

Mazda MX-5 (NB, ab 1998)

Der Maßstab für Leichtigkeit und Preis-Leistung: günstiger, leichter, für viele die ehrlichere Wahl. Schlechter bei Prestige, Motorenauswahl und Anmutung — Sechszylinder gab es dort nie.

Audi TT Roadster (8N, ab 1999)

Design-Ikone mit Frontantrieb oder quattro und Turbo-Vierzylinder. Das konzeptionelle Gegenmodell, das dem Z3 gerade beim jüngeren, designaffinen Publikum Kunden abnahm. Schlechter bei Achslastverteilung und Fahrwerksbalance.

Honda S2000 (ab 1999)

Der eigentliche Gegner der M-Modelle im Charakter: Zweiliter-Saugmotor mit 240 PS und 9.000/min, kompromisslos sportlich. Schlechter bei Drehmoment und Souveränität — für Käufer, die Drehzahl über Durchzug stellten.

12 · Quellen

Belege & Literatur

Leitquellen sind BMW Group Classic, der BMW PressClub und Wikipedia; alles andere gilt erst als geprüft, wenn zwei unabhängige Quellen übereinstimmen. Nicht belegbar und deshalb hier nicht genannt: gesicherte Leistungsangaben für die nordamerikanischen Typen 2.3 und 2.5i und die genaue Zahl der Coupés mit 2.8-Motor. Ein Werks-Motorsportprogramm hat es für den Z3 nie gegeben — weder BMW Motorsport noch BMW M haben eine Renn- oder GT-Version homologiert; dokumentiert sind ausschließlich Privateinsätze, unter anderem beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2004 bis 2006. Deshalb fehlt auf dieser Seite ein Motorsport-Abschnitt.

Die Freitags-Mail

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