Modelle & Technik · Baureihe E12

BMW E12

Die Baureihe, die BMW seine Zahlen gab — und der M-Limousine ihren Anfang.

Beigefarbener BMW 525 der Baureihe E12 von schräg vorn
BMW 525 (E12) von schräg vornLizenziert · louisznl from Netherlands · CC BY 2.0

Bauzeit

1972–1981

Serienanlauf Juni 1972, Premiere 13. September 1972

Stückzahl

699.094

deutsche Fertigung — abweichend werden 722.435 genannt

Motoren

90 bis 218 PS

1,8 bis 3,5 Liter, Vier- und Sechszylinder, nur Benziner

Karosserie

Limousine

kein Kombi, kein Coupé, kein Cabrio

M535i

1.650 Stück

erstes Serienmodell der BMW Motorsport GmbH

BMW 5er — die Generationen

E12 ist die 1. von 5 Generationen mit interner E-Nummer.

01 · Überblick

Der erste Fünfer

Der E12 ist die Baureihe, mit der BMW seine bis heute gültige Nomenklatur erfand. Vor ihm hießen die Autos 1800, 2000 oder 2800 CS; ab September 1972 hieß der mittlere BMW 5er, und aus derselben Logik gingen 3er, 6er und 7er hervor. Der Wagen löste die Neue Klasse ab und war die erste BMW-Gestaltung von Paul Bracq, der 1970 von Mercedes-Benz nach München gewechselt war.

Technisch blieb vieles bei der Neuen Klasse: vorn McPherson-Federbeine, hinten Schräglenkerachse, Kugelumlauflenkung. Neu war der Anspruch. Ab 1973 gab es den großen Sechszylinder M30, ab 1977 im 520 den kleinen Sechszylinder, der später als M20 bekannt wurde und damals werksintern noch M60 hieß. Und ab April 1980 baute die BMW Motorsport GmbH den M535i — das erste Serienmodell aus diesem Haus und der direkte Vorläufer aller M5.

Was heute zählt: Der E12 ist der günstigste Einstieg in den klassischen großen BMW und liegt deutlich unter E9 und E24. Der Grund dafür steht weiter unten in der Kaufberatung und heißt Rost.

02 · Historie

Neun Jahre in sieben Daten

Von der Premiere im Olympiajahr bis zum M535i.

  1. 1972 Am 13. September stellt BMW den 520 und den 520i vor, die Serienfertigung läuft seit Juni in München-Milbertshofen. Der E12 löst die Neue Klasse ab und begründet die Zahlennomenklatur.
  2. 1973 Im September kommt der 525 mit 2,5-Liter-M30 und 145 PS, der erste Sechszylinder der Baureihe. Am 27. September läuft der erste in Dingolfing gebaute 520 vom Band; die Münchner Fertigung endet zwei Jahre später.
  3. 1974 Als Antwort auf die Ölkrise erscheint der 518 mit 1,8 Litern und 90 PS. Im selben Jahr beginnt die BMW Motorsport GmbH, auf Bestellung Einzelstücke mit Drei- bis 3,5-Liter-Motoren zu bauen.
  4. 1976 Überarbeitung im August: eine für alle Motorversionen einheitliche, um die Niere gewölbte Motorhaube, deutlich größere Heckleuchten und der aus Sicherheitsgründen in den rechten hinteren Kotflügel verlegte Tankeinfüllstutzen. Der Tank wächst von 56 auf 70 Liter.
  5. 1977 Der 520 wechselt vom Vierzylinder auf den neuen kleinen Sechszylinder: 1.990 cm³, 122 PS, Solex-Registervergaser. Werksintern heißt der Motor damals M60, erst 1983 wird er in M20 umgezeichnet.
  6. 1980 Im April bringt die BMW Motorsport GmbH den M535i: 3.453 cm³, 218 PS, 222 km/h, Fünfgang-Sportgetriebe, Sperrdifferenzial, Recaro-Sitze, M1-Lenkrad. Das erste in Serie gebaute Modell von BMW M.
  7. 1981 Im Juli endet die deutsche Fertigung, der E28 übernimmt. In Südafrika läuft der E12 als E12/8 mit E28-Interieur und Einspritzmotoren bis September 1985 weiter.

03 · Modellübersicht

Alle Motorvarianten

Ausschließlich Benziner, ausschließlich Limousine. Die untere Hälfte der Tabelle sind die Sonderbauten, die die BMW Motorsport GmbH von 1974 bis 1979 auf Bestellung in Handarbeit fertigte — sie tragen keine offiziellen Serienbezeichnungen.

Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
518 M10 · 4 Zylinder 1.766 cm³ 90 PS (66 kW) 1974–1981
520 M10 · 4 Zylinder 1.990 cm³ 115 PS (85 kW) 1972–1977
520i M10 · 4 Zylinder, Einspritzung 1.990 cm³ 130 PS (96 kW), ab 1975 125 PS 1972–1979
520 (Sechszylinder) M60, später M20 · 6 Zylinder 1.990 cm³ 122 PS (90 kW) 1977–1981
525 M30 · 6 Zylinder 2.494 cm³ 145 PS (107 kW), ab 1976 150 PS 1973–1981
528 M30 · 6 Zylinder 2.788 cm³ 165 PS (121 kW) 1975–1977
528i M30 · 6 Zylinder, L-Jetronic 2.788 cm³ 177 PS (130 kW), ab 1978 184 PS 1977–1981
530i (USA und Japan) M30 · 6 Zylinder 2.985 cm³ rund 176 PS (130 kW) 1975–1978
M535i M30 · 6 Zylinder, L-Jetronic 3.453 cm³ 218 PS (160 kW) 1980–1981
533i (Motorsport GmbH) M30 · 6 Zylinder 3.210 cm³ 197 PS (147 kW) 1974–1979
530 MLE (Südafrika) M30 · zwei Zenith-Vergaser 2.986 cm³ rund 200 PS (147 kW) 1976–1977

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Limousine

Silberner BMW 528 der Baureihe E12 von schräg vorn in einer Ausstellungshalle
BMW 528 (E12) auf der Retro Classics 2022Lizenziert · Wikisympathisant · CC BY-SA 4.0

Den E12 gab es ausschließlich als viertürige Limousine — kein Kombi, kein Coupé, kein Cabrio. Das Coupé lag konzernintern beim E9 und ab 1976 beim E24, beide auf eigenen Plattformen; einen Werkskombi baute BMW zu dieser Zeit überhaupt nicht, der erste war 1987 der E30 Touring. Der Knick in der C-Säule wanderte aus der Neuen Klasse in die neue Baureihe und blieb ihr wichtigstes Erkennungszeichen von der Seite. Der Luftwiderstandsbeiwert lag bei für heutige Verhältnisse bescheidenen 0,44.

05 · Motoren

Vom M10 zum großen Sechszylinder

Der E12 hat drei Motorenfamilien gesehen — und den Wechsel vom Vergaser zur Einspritzung mitgemacht.

M10 — der Vierzylinder aus der Neuen Klasse geprüft

Der M10 war 1972 bereits zehn Jahre alt: Graugussblock, Aluminiumkopf, obenliegende kettengetriebene Nockenwelle, um dreißig Grad geneigte Zylinder. Im 518 lief er mit 1.766 cm³ und 90 PS, im 520 mit 1.990 cm³ und 115 PS. Robust und langlebig, im großen Fünfer aber akustisch angestrengt — genau daran scheiterte er: 1977 ersetzte BMW ihn im 520 durch einen Sechszylinder. Im 518 blieb er bis zum Schluss.

M30 — der große Sechszylinder geprüft

Der M30 kam 1968 im E3 und E9 zur Welt und lief im E12 in vier Hubräumen: 2.494, 2.788, 2.985 und 3.453 cm³. Graugussblock mit hundert Millimetern Zylinderabstand, Aluminium-Querstromkopf, sieben Kurbelwellenlager, kettengetriebene obenliegende Nockenwelle, zwei Ventile je Zylinder. Er blieb bis 1994 im Programm und ist der eigentliche Grund, warum der E12 als Fahrmaschine funktionierte.

Der kleine Sechszylinder — M60 oder M20? geprüft

1977 erschien der kleine Sechszylinder gleichzeitig im 320 (E21) und im 520 (E12); der E12 gehört also zu den beiden Erstanwendungen. Aus 1.990 cm³ holte er mit Solex-Registervergaser 122 PS bei 6.000 Umdrehungen. Wichtig für die Beschriftung: Damals hieß der Motor werksintern M60, die Umzeichnung in M20 erfolgte erst 1983. Wer beim E12 von einem M20 spricht, benutzt einen rückwirkend vergebenen Namen.

Der M535i-Motor geprüft

Der 3.453-cm³-Sechszylinder stammte aus dem 7er und dem 635 CSi und war konstruktiv eng mit dem Dreiliter-M30 verwandt, weshalb sich der Umbau anbot. Mit Bosch L-Jetronic leistete er 218 PS bei 5.200 Umdrehungen und schob den M535i auf 222 km/h. Die Bezeichnung ist uneinheitlich: BMW Group Classic spricht neutral von einem von der Motorsport GmbH entwickelten Motor, die englische Wikipedia nennt ihn M90, Teilekataloge führen ihn als M30B34 beziehungsweise M30B35LE.

Vergaser gegen Einspritzung geprüft

Der 518 fuhr mit einem Solex-Fallstromvergaser, der Vierzylinder-520 mit zwei Stromberg. Die frühen Sechszylinder 525 und 528 hatten zwei Zenith-Doppelvergaser; mit der Überarbeitung 1976 ersetzte sie ein einzelner Solex-Doppelregistervergaser, der zugleich etwas mehr Leistung brachte. Bei den Einspritzern gab es drei Systeme: der 520i startete 1972 mit mechanischer Kugelfischer-Anlage und wechselte 1975 auf Bosch K-Jetronic, 528i, 530i und M535i arbeiteten mit der elektronischen L-Jetronic. Praktisch heißt das: Kugelfischer ist heute das teuerste und heikelste System, L-Jetronic das gutmütigste.

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Schweller und Türunterkanten rosten von innen nach außen. Der gesamte Heckbereich mit den Endspitzen ist der teuerste Punkt in der Instandsetzung.
  • Federbeindome und die unteren Enden der A-Säulen gehören zur tragenden Struktur. Durchrostung dort bedeutet Karosseriebau, nicht Kosmetik.
  • Deutlicher Benzingeruch im Innenraum deutet auf einen durchgerosteten Tank hin. Kofferraumboden und die Bleche unter der Rückbank lassen sich nur nach Ausbau der Sitzbank ehrlich beurteilen.
  • Lautes Klappern aus dem Ventiltrieb kommt von verschlissenen Kipphebeln und Kipphebelwellen. Das betrifft Vier- wie Sechszylinder und ist bei vernachlässigter Ventilspieleinstellung die Regel, nicht die Ausnahme.
  • Blauer Rauch beim Gaswegnehmen zeigt harte Ventilschaftdichtungen oder verschlissene Kolbenringe. Beim M30 gehören zusätzlich Steuerkette, Spanner und Gleitschienen auf die Prüfliste.
  • Die Kugelfischer-Einspritzung des frühen 520i wird bei schlechter Wartung undicht und läuft aus der Einstellung; Ersatz ist kaum bezahlbar. Beim Solex-Registervergaser der Sechszylinder ist saubere Einstellung Voraussetzung.

07 · Technik

Fahrwerk, Bremsen, Lenkung, Getriebe

Fahrwerk

Bremsen

Lenkung

Getriebe

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Schaltgetriebe 518 und 520 Vierzylinder
Getrag 242, vier Gänge
Schaltgetriebe 525, 528 und 528i
Getrag 262 oder ZF S4-18/3, vier Gänge
Fünfganggetriebe Sechszylinder
Getrag 265
Automatik Vierzylinder
ZF 3HP12, drei Stufen
Automatik Sechszylinder
ZF 3HP20, ZF 3HP22 oder Borg-Warner BW 65, drei Stufen
M535i Getriebe
Getrag 265, eng gestuftes Fünfgang-Sportgetriebe
M535i Hinterachse
Sperrdifferenzial serienmäßig
Vorderachse
McPherson-Federbeine mit Querlenkern
Hinterachse
Schräglenkerachse
Lenkung
Kugelumlauflenkung, Servounterstützung gegen Aufpreis
Bremsen 518, 520 und 520i
Scheiben vorn, Trommeln hinten
Bremsen ab 525
Scheibenbremsen an allen vier Rädern
Tankinhalt
56 Liter bis August 1976, danach 70 Liter
Maße
4.620 mm lang, 1.690 mm breit, 1.425 mm hoch
Radstand
2.636 mm
Luftwiderstandsbeiwert
cw 0,44

Achsübersetzungen ließen sich für keine E12-Variante aus zwei unabhängigen Quellen belegen und stehen deshalb nicht in der Liste. Für den M535i wird 3,45 genannt, für den 530i der Motorsport GmbH 3,25 — beide Angaben stammen allein aus der englischen Wikipedia.

Auch die Zuordnung der Getriebetypen zu Modellen und Bauzeiträumen ist nur aus Teilekatalogen und Händlerlisten ableitbar und deshalb bewusst allgemein gehalten. BMW Group Classic und der PressClub veröffentlichen für den E12 keine Getriebe- und Achsdaten.

08 · Topmodelle

Topmodelle

Drei Modelle, die zeigen, wie weit die Baureihe reichte.

09 · Motorsport

Der Rennwagen stand in Südafrika

In Europa war der E12 kein Werksrennwagen. BMW setzte im Tourenwagensport der Siebzigerjahre auf das Coupé — den 3.0 CSL — und später auf die 3er-Baureihe und den M1. Was die BMW Motorsport GmbH in München mit dem Fünfer tat, war Fahrzeugveredelung auf Bestellung: schnelle Straßenlimousinen, keine Rennfahrzeuge. Die Ausnahme liegt achttausend Kilometer weiter südlich und ist erheblich. BMW South Africa fertigte ab 1974 im Werk Rosslyn bei Pretoria komplette E12 aus CKD-Sätzen — echte lokale Montage, kein Import. Um in der südafrikanischen Modified Production Series antreten zu dürfen, mussten hundert Straßenfahrzeuge verkauft werden. Daraus entstand 1976 der 530 MLE, die Motorsport Limited Edition. Die Zuordnung lohnt Genauigkeit: Die Initiative kam von BMW South Africa, die technische Entwicklung leitete die BMW Motorsport GmbH unter Jochen Neerpasch, die Motorenspezifikation geht auf Paul Rosche zurück, gebaut wurde in Rosslyn. Ein Gemeinschaftsprojekt also, weder reines Münchner Werksmodell noch Alleingang des Importeurs. Technisch war es ein 2.986-cm³-M30 mit zwei Zenith-Vergasern, Mahle-Kolben, schärferer Nockenwelle, erleichtertem Schwungrad und Ölkühler; die Straßenversion leistete rund 200 PS, die Rennversion rund 275. Von Hand gebohrte Karosserie- und Pedalbleche, dünneres Glas, weniger Dämmung, Aluminiumteile, kein Klimagerät und keine elektrischen Fensterheber drückten das Gewicht um rund 152 Kilogramm auf 1.233. Gebaut wurden 227 Fahrzeuge, 110 vom Typ 1 im Jahr 1976 und 117 vom Typ 2 im Jahr 1977. Im Debütjahr gewann der 530 MLE alle fünfzehn Rennen der Saison, es folgten drei Meisterschaftstitel in Folge. Damit ist er der erfolgreichste Renn-Fünfer der BMW-Geschichte. Zu den Jahreszahlen gibt es allerdings einen Widerspruch: BMW und auto motor und sport datieren die Siegesserie auf 1976 und die Titel auf 1976 bis 1978, Classic & Sports Car dagegen auf 1977 und 1977 bis 1979. Erwähnenswert bleibt außerdem Alpina, das auf E12-Basis 1978 den B7 Turbo mit 300 PS und ab 1981 den B7 S Turbo mit 330 PS baute — bei Erscheinen die schnellsten Limousinen der Welt. Das war jedoch Alpina, nicht BMW.

10 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: Blech, Blech und die Gemischaufbereitung

Der E12 ist der günstigste Einstieg in den klassischen großen BMW. Das hat einen Grund: Die Karosserien der Siebzigerjahre waren nicht konserviert, und der Bestand an substanziell gesunden Fahrzeugen ist klein. Wer kauft, kauft in erster Linie Blech — die Technik ist im Vergleich dazu beherrschbar und gut versorgt.

Schweller und Türunterkanten — von innen nach außen durchrostend; mit dem Blick von unten prüfen, nicht mit dem Blick auf den Lack

Endspitzen und hinterer Kofferraumboden — Rückbank ausbauen; die Endspitzen sind der teuerste Punkt der ganzen Liste

Federbeindome vorn und Fuß der A-Säule — tragende Struktur

Tank und Tankumgebung, ab August 1976 zusätzlich der Bereich um den in den rechten Kotflügel verlegten Einfüllstutzen

Hintere Radläufe und Kotflügelhalterungen — beliebte Stellen für kosmetische Reparaturen, auf Spachtel und Wellen im Reflexionsbild achten

Ventiltrieb und Steuerkette — im Leerlauf auf Klappern von Kipphebeln hören, beim M30 zusätzlich auf Kettenrasseln

Die Reihenfolge ist beim E12 eindeutig, und sie beginnt nicht beim Motor. Prüfen Sie zuerst die Karosserie, auf der Bühne, mit ausgebauter Rückbank und ausgeräumtem Kofferraum. Ein Fahrzeug, das hier durchfällt, ist unabhängig vom Motor kein Kandidat, weil die Blecharbeiten den Marktwert regelmäßig übersteigen. Erst danach lohnt der Blick auf die Technik, und dort entscheidet die Gemischaufbereitung über die Folgekosten: Ein 528i mit Bosch L-Jetronic ist gutmütig und gut versorgt, ein früher 520i mit Kugelfischer-Anlage kann bei einem Defekt sehr teuer werden. Der dritte Schritt ist die Dokumentation — Wartungsnachweise, Vorbesitzerhistorie und vor allem Belege über bereits ausgeführte Blecharbeiten, denn eine fachgerechte Schwellerinstandsetzung ist ein Wertargument und keine Vorbelastung. Ersatzteile für Technik und Verschleiß sind ordentlich verfügbar, spezifische Karosserie- und Zierteile der ersten Serie bis August 1976 sind es nicht immer. Wer sich nicht festlegen muss, ist mit einem 525 oder 528i der zweiten Serie am besten bedient. Vom M535i und den Motorsport-Sonderbauten sollten nur Käufer mit Erfahrung und Budget ausgehen, weil Originalität dort schwer zu prüfen und Nachbauten häufig sind. Und rechnen Sie bei jedem scheinbaren Schnäppchen die Karosseriearbeit dazu, bevor Sie Preise vergleichen.

11 · Die Konkurrenz

Die Konkurrenz

Mercedes-Benz W114 und W123

Der Strich-Acht war 1972 der etablierte Gegner und wurde ab November 1975 vom W123 abgelöst, dem meistgebauten Mercedes überhaupt. Der W123 bot, was der E12 grundsätzlich nicht hatte: Coupé ab 1977, T-Modell ab 1978 und vor allem Dieselmotoren. BMW setzte dagegen konsequent auf Fahrdynamik — der E12 war die leichtere und agilere Limousine, der Mercedes die haltbarere und vielseitigere.

Audi 100 C2

Ab August 1976 gebaut, 902.408 Exemplare bis 1982, technisch der Gegenentwurf: Frontantrieb statt Hinterradantrieb, Fünfzylinder statt Sechszylinder. Mit dem 100 5E brachte Audi 1976 den ersten Fünfzylinder-Ottomotor in Serie und 1978 den ersten Fünfzylinder-Diesel. Mit cw 0,36 war er aerodynamisch klar überlegen und sparsamer, der BMW im Antritt und im Handling die emotionalere Wahl.

Opel Commodore B

Zwischen Januar 1972 und Juli 1977 entstanden 140.827 Stück, davon 42.279 Coupés — die Bauzeit deckt sich fast mit dem frühen E12. Motorisch war er mit 2,5- und 2,8-Liter-Sechszylindern von 115 bis 160 PS direkt auf Augenhöhe mit 525 und 528. Opel bot mehr Auto fürs Geld und mit dem Coupé eine Karosserievariante, die BMW im Fünfer fehlte; bei Prestige, Verarbeitung und Wiederverkaufswert zog er den Kürzeren.

12 · Galerie

Bilder

Vom 525 vor und nach der Überarbeitung bis zum M535i. Alle Wagen im Serienzustand.

Beigefarbener BMW 525 der Baureihe E12 von schräg vorn
BMW 525 (E12) von schräg vornLizenziert · louisznl from Netherlands · CC BY 2.0
Grüner BMW 525 der Baureihe E12, Baujahr 1975, von schräg vorn
BMW 525 Automatic von 1975 — noch vor der Überarbeitung im August 1976, als die Motorhaube für alle Motorversionen vereinheitlicht wurdeLizenziert · Niels de Wit from Lunteren, The Netherlands · CC BY 2.0
Silberner BMW 528 der Baureihe E12 von schräg vorn in einer Ausstellungshalle
BMW 528 (E12) auf der Retro Classics 2022Lizenziert · Wikisympathisant · CC BY-SA 4.0
Silberner BMW M535i der Baureihe E12 von schräg vorn
BMW M535i (E12) — das erste in Serie gebaute Modell der BMW Motorsport GmbHLizenziert · Wikisympathisant · CC BY-SA 4.0
BMW M535i der Baureihe E12 mit M-Zierstreifen von schräg vorn
BMW M535i mit den optionalen M-Zierstreifen und dem Frontspoiler — beides ließ sich kostenlos abbestellenLizenziert · MrWalkr · CC BY-SA 4.0
Dunkelblauer BMW M535i der Baureihe E12 von schräg vorn
BMW M535i von 1981, dem letzten Baujahr der BaureiheLizenziert · Stefan Oberreuter · CC BY-SA 4.0
Motorraum eines BMW M535i der Baureihe E12
Der 3.453 cm³ große Sechszylinder des M535i mit Bosch L-JetronicLizenziert · Wikisympathisant · CC BY-SA 4.0

Andere BMW 5er Generationen

5 Baureihen mit E-Nummer, von 1972 bis 2010.

13 · Quellen

Belege & Literatur

Leitquellen sind BMW Group Classic, der BMW PressClub, bmw-m.com und Wikipedia; alles andere gilt erst als geprüft, wenn zwei unabhängige Quellen übereinstimmen. Offen bleibt vor allem die Gesamtstückzahl: Die englische Wikipedia und BMWs eigener Jubiläumstext nennen übereinstimmend 699.094, die deutsche Wikipedia dagegen 722.435 und bezieht das ausdrücklich auf die deutsche Fertigung. Die Differenz von 23.341 entspricht fast genau der südafrikanischen E12/8-Produktion von 1981 bis 1985 — belegt ist dieser Zusammenhang aber nirgends, und deshalb steht er hier auch nicht als Erklärung. Ebenfalls strittig: die Jahreszahlen der Rennerfolge des 530 MLE und die Motorbezeichnung des M535i.

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