Modelle & Technik · 1998–2007

BMW E46

Der 3er, der den Maßstab setzte — und mit dem M3 CSL das schärfste Serienauto seiner Zeit.

BMW M3 der Baureihe E46 als Coupé in Silber, Dreiviertelansicht von vorn rechts
BMW M3 (E46) Coupé in Silber, von schräg vorn rechtsEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH

Bauzeit

1998–2007

Karosserien

5

Limousine · Coupé · Touring · Cabrio · Compact

Motoren

105–360 PS

4- & 6-Zylinder, Benzin & Diesel

Antrieb

Heck & Allrad

325xi · 330xi · 330xd

Topmodell

M3 CSL

S54 · 360 PS · 1.383 Stück

BMW 3er — die Generationen

E46 ist die 4. von 5 Generationen mit interner E-Nummer.

01 · Überblick

Die Baureihe, die den Maßstab setzte

Der E46 löste 1998 die sehr erfolgreiche Baureihe E36 ab und setzte für fast ein Jahrzehnt den Maßstab in der Premium-Kompaktklasse. Mit klassischem Hinterradantrieb, ausgewogener Gewichtsverteilung und einer Modellvielfalt vom sparsamen 316i bis zum M3 gilt er bis heute als Meilenstein der BMW-Geschichte. Bis zum Produktionsende 2007 lief die Baureihe als Limousine, Coupé, Touring, Cabrio und Compact vom Band.

Technisch war der Sprung größer, als das Design vermuten lässt: Die Rohkarosserie ist nach Werksangabe rund 70 Prozent verwindungssteifer als beim E36, etwa ein Fünftel des Fahrzeuggewichts entfällt auf Aluminium. Mit dem 325xi und dem 330xi kam ab Herbst 2000 erstmals seit dem 325iX ein Allradantrieb in den 3er zurück.

Der E46 hat sich zunehmend zum begehrten Youngtimer entwickelt — allen voran der M3 mit 343 PS. Wie sein Vorgänger ist er mechanisch gut verständlich, die Teileversorgung ist insgesamt sehr gut. Diese Seite ordnet die Baureihe ein in Modelle, Technik, Motorsport, Kauf und Markt — redaktionell aufbereitet, mit technischen Datenblättern zum Aufklappen.

02 · Historie

Neun Jahre in zehn Schritten

Von der Limousine im Frühjahr 1998 bis zum Auslauf des Cabrios im Februar 2007.

  1. 1997 Vorstellung im November, Produktionsanlauf im Dezember. Die Limousine kommt Ende April 1998 in den Handel — parallel läuft der E36 als Coupé und Cabrio noch weiter.
  2. 1998 Marktstart als viertürige Limousine mit 318i, 320i, 323i, 328i und dem Diesel 320d.
  3. 1999 Coupé im April und Touring im Oktober ergänzen die Palette. Im Oktober kommt der 330d mit 184 PS.
  4. 2000 Das Cabrio startet im März, im Juli folgt der M3 mit dem Hochdrehzahl-Sechszylinder S54 und 343 PS. Ab Herbst gibt es mit 325xi und 330xi erstmals Allradantrieb in dieser Baureihe.
  5. 2000 Motorenwechsel im September: Die M52-Sechszylinder weichen der M54-Familie, aus 323i und 328i werden 325i und 330i.
  6. 2001 Das M3 Cabrio folgt im März, im Juni kommt der Compact mit um 21 Zentimeter kürzerer Karosserie und eigenem Gesicht. Limousine und Touring bekommen im Herbst ihr Facelift.
  7. 2001 Im Motorsport gewinnt der M3 GTR mit V8-Motor die GT-Klasse der American Le Mans Series — sieben Siege in zehn Rennen.
  8. 2003 Der M3 CSL erscheint als streng limitiertes Leichtbau-Coupé: Carbondach, Karbon-Airbox, ausschließlich SMG II, 360 PS. Coupé und Cabrio bekommen ihr Facelift.
  9. 2004 Andy Priaulx holt mit dem 320i den Fahrertitel der Tourenwagen-Europameisterschaft, BMW den Herstellertitel. Der M3 GTR gewinnt die 24 Stunden auf dem Nürburgring.
  10. 2005 Erste Tourenwagen-Weltmeisterschaft: Priaulx gewinnt Fahrer- und Herstellertitel mit dem 320i. Limousine und Touring laufen im Februar aus, das Coupé folgt 2006, das Cabrio im Februar 2007.

03 · Modellübersicht

Vom 316i bis zum M3 CSL

Dreiundzwanzig Motorvarianten in neun Jahren. Die Leistungsangaben sind Werksangaben, die Bauzeiten beziehen sich auf die jeweilige Motorisierung, nicht auf einzelne Karosserien.

Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
316i M43 B19 1.895 cm³ 105 PS (77 kW) 12/1998–02/2002
316i M43 B16 1.596 cm³ 105 PS (77 kW) 04/2000–02/2005
316i N40 B16 · N45 B16 1.596 cm³ 116 PS (85 kW) 06/2002–02/2005
316i N42 B18 · N46 B18 1.796 cm³ 116 PS (85 kW) 02/2002–02/2005
318i M43 B19 1.895 cm³ 118 PS (87 kW) 12/1997–09/2001
318i N42 B20 1.995 cm³ 136 PS (100 kW) 09/2001–02/2005
318i N42 · N46 B20 1.995 cm³ 143 PS (105 kW) 09/2001–02/2005
320i M52 B20 1.991 cm³ 150 PS (110 kW) 03/1998–09/2000
320i M54 B22 2.171 cm³ 163 PS (120 kW) 09/2000–02/2005
320i M54 B22 2.171 cm³ 170 PS (125 kW) 09/2000–02/2005
323i M52 B25 2.494 cm³ 170 PS (125 kW) 03/1998–09/2000
325i · 325xi M54 B25 2.494 cm³ 192 PS (141 kW) 09/2000–02/2005
328i M52 B28 2.793 cm³ 193 PS (142 kW) 02/1998–06/2000
330i · 330xi M54 B30 2.979 cm³ 231 PS (170 kW) 06/2000–02/2005
318d M47 D20 1.951 / 1.995 cm³ 116 PS (85 kW) 09/2001–02/2005
320d M47 D20 1.951 cm³ 129 PS (95 kW) 02/1998–08/2001
320d M47 D20 1.951 cm³ 136 PS (100 kW) 04/1998–09/2001
320d M47TÜ D20 1.995 cm³ 150 PS (110 kW) 09/2001–05/2005
330d · 330xd M57 D30 2.926 cm³ 184 PS (135 kW) 10/1999–02/2003
330d · 330xd M57TÜ D30 2.993 cm³ 204 PS (150 kW) 03/2003–02/2005
M3 Coupé S54 B32 3.246 cm³ 343 PS (252 kW) 07/2000–05/2006
M3 Cabrio S54 B32 3.246 cm³ 343 PS (252 kW) 03/2001–02/2007
M3 CSL S54 B32 HP 3.246 cm³ 360 PS (265 kW) 05/2003–12/2003

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Limousine (E46/4)

Viertürer mit Stufenheck, April 1998 bis Februar 2005. Das meistverkaufte Kernmodell und der offizielle Startpunkt der Baureihe.

Coupé (E46/2)

Zweitürer, April 1999 bis Mai 2006. Flachere Windschutzscheibe, längere Türen und eine eigenständige, sportlichere Linienführung — kein Blechteil teilt es sich mit der Limousine.

Touring (E46/3)

Fünftüriger Kombi, Oktober 1999 bis Mai 2005. Der dynamische Lifestyle-Kombi mit separat zu öffnender Heckscheibe für schnelles Beladen.

Cabrio (E46/2C)

Offener Zweitürer, März 2000 bis Februar 2007. Ein klassischer Viersitzer mit Stoffverdeck, der als langlebigstes Modell die E46-Ära beendete.

Compact (E46/5)

Dreitüriges Schrägheck, Juni 2001 bis Dezember 2004. Um 21 Zentimeter kürzere Karosserie und ein völlig eigenständiges Gesicht mit markanten Rundscheinwerfern.

05 · Motoren

Vier Motorenfamilien, zwei Kraftstoffe

Der E46 deckt eine größere Spreizung ab als jede 3er-Generation vor ihm: vom 105-PS-Vierzylinder bis zum 360-PS-Hochdrehzahlmotor des CSL, vom sparsamen 318d bis zum 204-PS-Diesel mit mehr Drehmoment als der M3. Die genauen Leistungsdaten je Variante stehen in der Modellübersicht.

M43 · N40 · N42 · N46 — die Vierzylinder-Benziner geprüft

Der M43 aus der E36-Zeit trägt die Baureihe bis 2001, danach übernehmen die Valvetronic-Motoren N40, N42, N45 und N46 mit vollvariablem Ventiltrieb. Die neuen Motoren sind sparsamer und kultivierter, gelten aber als aufwendiger in der Instandhaltung — Valvetronic-Exzenterwelle und Steuerkette sind die typischen Themen.

M52TU und M54 — die Sechszylinder-Benziner geprüft

Der M52TU mit Aluminium-Kurbelgehäuse und Doppel-VANOS läuft bis September 2000, danach folgt der M54 mit größerem Hubraum und elektronischem Gaspedal. Der M54B30 im 330i ist mit 231 PS und 300 Nm das reguläre Spitzenmodell der Serie und gilt als der ausgereifteste Motor der Baureihe.

M47 und M57 — die Diesel geprüft

Der M47 im 318d und 320d war einer der ersten Vierzylinder-Common-Rail-Diesel von BMW und machte den 3er erstmals massentauglich für Vielfahrer. Der Sechszylinder M57 im 330d leistete zunächst 184, ab März 2003 als M57TÜ 204 PS — mit 410 Nm übertraf er das Drehmoment des M3 deutlich.

S54 — der Hochdrehzahl-Sechszylinder des M3 geprüft

3.246 cm³, 343 PS bei 7.900/min, 8.000/min Drehzahlgrenze, Einzeldrosselklappen und Doppel-VANOS. Im CSL liefert derselbe Block mit Karbon-Airbox und schärferer Auslassnockenwelle 360 PS. Der S54 ist der letzte Saug-Reihensechszylinder eines M3 — und der Motor, der die Baureihe heute trägt.

P60B40 — der V8 des M3 GTR geprüft

Für den Renneinsatz baute BMW einen 4,0-Liter-V8 mit Flachkurbelwelle, der in der Rennversion rund 444 PS leistete. Er kam ausschließlich im M3 GTR zum Einsatz und ist der erste V8 der M3-Geschichte.

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Hinterachsträger und Bodenblech: Der Hilfsrahmen ist an vier Punkten am doppellagigen Bodenblech verschraubt. Bis Frühjahr 2000 waren die Einschweißmuttern nur dreifach angebunden und können sich durchziehen; auch spätere Fahrzeuge bekommen Risse im Blech. Das ist die bekannteste Schwachstelle der Baureihe und der teuerste Schaden.
  • Kühlsystem aus Kunststoff: Ausgleichsbehälter, Thermostatgehäuse und das Flügelrad der Wasserpumpe versprödet und bricht — meist ohne Vorwarnung. Folge ist Überhitzung bis zum Zylinderkopfschaden. Ein präventiver Komplettwechsel gilt als Standard.
  • VANOS: Undichte Magnetventile und verschlissene Dichtringe lassen den Öldruck in der Verstellung zusammenbrechen. Symptome sind ein Drehmomentloch untenherum, rauer Leerlauf und Rasseln.
  • Kurbelgehäuseentlüftung beim M54: Der Ölabscheider verstopft mit Ölschlamm, im Winter friert Kondensat ein. Der steigende Kurbelgehäusedruck drückt Öl über die Dichtungen und stört die VANOS-Ölversorgung — VANOS-Fehler haben oft hier ihre Ursache.
  • DISA-Klappe: Die Umschaltklappe der variablen Ansauganlage arbeitet sich aus. Erstes Zeichen ist Rasseln aus der Ansaugbrücke; bricht die Klappe, gelangen Teile in den Brennraum.
  • Pleuellagerschalen des S54 im M3: BMW reagierte mit zwei Service-Aktionen für Motoren bis Mai 2003. Ein präventiver Lagerschalenwechsel ist in der Szene üblich, auch bei späteren Motoren.
  • SMG-Hydraulik im M3: Pumpe und Kolbendruckspeicher fallen aus, teils schon ab 50.000 Kilometern. Läuft die Pumpe dauerhaft, ist der Druckspeicher hin — dann stirbt die Pumpe als Folgeschaden.
  • Elektrik und Innenraum: Fensterheber fallen typischerweise zwischen 100.000 und 150.000 Kilometern aus, Türgriffe brechen, Xenon-Vorschaltgeräte und einzelne Zündspulen geben auf.

07 · Technik

Fahrwerk, Antrieb, Bremsen, Elektronik

Fahrwerk

Karosseriesteifigkeit und Werkstoffe

Bremsen

Allradantrieb

Getriebe und Elektronik

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Getriebe 316i und 318i
Fünfgang-Schaltgetriebe oder Steptronic mit vier bzw. fünf Stufen
Getriebe 320i
Fünfgang, ab 2003 teilweise Sechsgang
Getriebe 323i, 325i und 328i
Fünfgang-Schaltgetriebe
Getriebe 330i
Fünfgang bis März 2003, danach Sechsgang
Getriebe 318d und 320d
Fünfgang, ab 2003 Sechsgang beim M47TÜ
Getriebe 330d
Fünfgang bei 184 PS, Sechsgang bei 204 PS
Getriebe M3 und M3 CSL
Sechsgang-Schaltgetriebe oder SMG II mit identischen Gangübersetzungen
Gangübersetzungen M3
4,227 / 2,528 / 1,669 / 1,226 / 1,000 / 0,828, Rückwärtsgang 3,746
Achsübersetzung 316i und 318i
3,23 oder 3,38 mit Schaltgetriebe, 4,44 mit Automatik
Achsübersetzung 320i
3,45 mit Schaltgetriebe, 3,91 mit Automatik
Achsübersetzung 323i und 328i
2,93 mit Schaltgetriebe, 3,46 mit Automatik
Achsübersetzung 325i
3,15 mit Schaltgetriebe, 3,46 mit Automatik, 325xi 3,23
Achsübersetzung 330i
2,93 mit Schaltgetriebe, 3,38 mit Automatik, 330xi 3,07
Achsübersetzung 318d und 320d
2,35 oder 2,47 beim Fünfgang, 2,56 oder 2,79 beim Sechsgang, 3,07 mit Automatik
Achsübersetzung 330d
2,28 beziehungsweise 2,47, mit Automatik 2,81, 330xd 2,35
Achsübersetzung M3
3,62 mit variabler M-Differenzialsperre
Competition-Paket
keine Änderung an Motor und Getriebe, aber eine kürzere Lenkübersetzung von 14,5:1 statt 15,4:1, größere vordere Bremsscheiben und hintere Bremssättel mit größeren Kolben.

08 · Topmodelle

Topmodelle

Fünf Varianten oberhalb der Serie. Jede bekommt eine eigene Unterseite; hier die Kurzprofile.

09 · M & Sondermodelle

M-Modelle, Werks-Sondermodelle und Alpina

Der M3 ist beim E46 zum ersten Mal seit dem E30 wieder ein eigenständiges Auto und nicht nur ein stärker motorisiertes Coupé: eigene Kotflügel, eigene Spurweiten, eigene Achse. Der S54 leistet 343 PS bei 7.900/min. Als Krönung folgte 2003 der M3 CSL in 1.383 Exemplaren — Carbondach, Karbon-Airbox, dünneres Heckscheibenglas, 1.385 Kilogramm und 360 PS, ausschließlich mit SMG II.

Daneben gab es zwei Werks-Sondermodelle unterhalb des M3. Das 330i ZHP Performance Package war ausschließlich für Nordamerika bestimmt: 238 PS, Drehzahlgrenze von 6.500 auf 6.800/min angehoben, enggestuftes Sechsganggetriebe, kürzere Achse, M-Sportfahrwerk und M-Technik-II-Anbauteile. Rund 8.600 Stück entstanden zwischen 2003 und 2006. Der 330Ci Clubsport dagegen war ein Sondermodell für Großbritannien, angekündigt im Mai 2002: unveränderte 231 PS, dafür Sportfahrwerk, M-Heckspoiler, 18-Zoll-Räder und 20 Kilogramm weniger Dämmmaterial — laut BMW ausdrücklich, um den Motorklang zu verstärken, nicht zur Gewichtsreduktion.

Alpina baute auf E46-Basis den B3 3.3 mit 280 PS aus 3,3 Litern (1999 bis 2002) und ab 2002 den B3 S mit 3.346 cm³ und 305 PS. Das B3 S Coupé erreichte 271 km/h, Limousine, Touring und Cabrio blieben knapp darunter. Beide waren als Coupé, Cabrio, Limousine und Touring lieferbar, teils mit Allradantrieb.

10 · Motorsport

Ein V8, zwei Nürburgring-Siege und der erste Tourenwagen-Weltmeister

Der E46 ist die erfolgreichste 3er-Generation im Tourenwagensport — und die einzige, deren M3 einen V8 bekam. Für die American Le Mans Series baute BMW 2001 den M3 GTR mit dem 4,0-Liter-V8 P60B40 und rund 444 PS. Das Ergebnis: sieben Siege in zehn Rennen, die letzten sechs in Folge, dazu der Fahrertitel der GT-Klasse für Jörg Müller sowie Team- und Herstellertitel. Eingesetzt wurde der Wagen als „Team BMW Motorsport“, operativ gefahren von Schnitzer Motorsport, in den USA unterstützt vom BMW Team PTG.

Der Erfolg hatte ein Nachspiel. Das Reglement verlangte lediglich, dass die Straßenversion binnen zwölf Monaten auf zwei Kontinenten angeboten wird — als Serie galten zehn Fahrzeuge. BMW erfüllte das mit zehn V8-Straßenwagen zu je 250.000 Euro, während Porsche mit dem 911 GT3-R auf einem echten Serienauto aufbaute. Die Konkurrenz setzte daraufhin eine Reglementsänderung durch: Ab 2002 waren mindestens 100 Fahrzeuge und 1.000 Motoren nötig. BMW hielt das für wirtschaftlich nicht darstellbar und zog sich nach einer Saison aus den USA zurück. Wie viele der zehn Wagen tatsächlich als Straßenfahrzeuge existieren, ist bis heute nicht eindeutig belegt — BMW-Quellen nennen sowohl zehn als auch sechs.

Auf der Nordschleife holte derselbe Wagen zwei Gesamtsiege bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring: 2004 mit Dirk Müller, Jörg Müller und Hans-Joachim Stuck, 2005 mit Pedro Lamy, Duncan Huisman, Andy Priaulx und Boris Said. Beide Male fuhr das Team einen Doppelsieg ein.

Die längste Erfolgsgeschichte schrieb aber der schlichte 320i. Peter Kox gewann 2001 die Super-Production-Wertung der europäischen Meisterschaft, 2003 folgte der ETCC-Herstellertitel, 2004 gewann Andy Priaulx Fahrer- und BMW den Herstellertitel. Und 2005, im ersten Jahr der wiederbelebten Tourenwagen-Weltmeisterschaft, holte Priaulx mit dem 320i beide WM-Titel. Danach war Schluss: Die WTCC-Titel 2006 und 2007 gewann Priaulx bereits mit dem Nachfolger 320si auf E90-Basis — sie gehören nicht mehr zum E46.

Sieben Siege in zehn Rennen, zwei Nürburgring-Gesamtsiege und der erste Tourenwagen-Weltmeistertitel der neuen Ära — keine 3er-Generation war im Rennsport erfolgreicher.

11 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: erst unters Auto schauen, dann alles andere

Beim E46 entscheidet nicht der Kilometerstand, sondern die Hinterachsaufnahme. Ein Fahrzeug ohne Blick von unten ist kein Kaufkandidat — alles andere lässt sich reparieren, gerissene Bodenbleche kosten vierstellig.

Hinterachsaufnahme: alle vier Punkte und die Radhausnähte auf Risse, Beulen und geplatzte Nahtabdichtung prüfen — auf der Bühne, Räder ab

Hintere Radläufe, innen wie außen; vor dem Facelift ausgeprägter

Schweller und Wagenheberaufnahmen

Türunterkanten

Motorhaubenvorderkante und der Bereich um die Nieren

Schiebedachrahmen und dessen Wasserabläufe

Kofferraumdeckelkante

Verlange Rechnungen für Wasserpumpe, Thermostat und Ausgleichsbehälter mit Datum und Kilometerstand — fehlen sie bei einem Sechszylinder jenseits von 150.000 Kilometern, plane den Wechsel gleich ein. Den Wagen kalt starten: Rasseln, unrunder Leerlauf und Ruckeln in den ersten Minuten deuten auf VANOS, Rasseln aus der Ansaugbrücke zwischen 2.000 und 3.500 Touren auf die DISA-Klappe. Öldeckel bei laufendem Motor abnehmen; starker Unterdruck und Ölnebel sprechen für eine verstopfte Kurbelgehäuseentlüftung. Beim M3 den Nachweis über den Pleuellagertausch verlangen, sonst 1.500 bis 2.500 Euro einkalkulieren; beim SMG muss die Hydraulikpumpe beim Einschalten kurz laufen und darf nicht dauernd nachtakten. Frischer Unterbodenschutz an den Achsaufnahmen ist ein Verdachtsmoment, kein Qualitätsmerkmal.

12 · Die Konkurrenz

Womit der E46 sich messen musste

Audi A4 (B5-Facelift, ab 2000 B6)

Der direkteste Volumengegner. Besser im Interieur und mit echtem quattro-Allrad, dazu ein breiteres und früher ausgereiftes TDI-Angebot. Schlechter beim Fahrverhalten: frontlastige Gewichtsverteilung statt der ausgewogenen Achslastverteilung des E46.

Mercedes-Benz C-Klasse (W202, ab 2000 W203)

Besser bei Langstreckenkomfort, Sitzen und Dieselkultur, mit dem breitesten Karosserieangebot inklusive Sportcoupé. Schlechter beim Handling; frühe W203 litten unter Elektronik- und SBC-Problemen.

Alfa Romeo 156

1998 Auto des Jahres, unschlagbar bei Design, Lenkgefühl und dem Klang der V6- und JTD-Motoren. Schlechter bei Verarbeitung, Elektrik, Korrosionsschutz und Wiederverkaufswert — und mit Frontantrieb ein anderes Konzept.

Volvo S60

Ab 2000 der sicherheitsorientierte Gegenentwurf mit sehr guten Sitzen und kräftigen Turbo-Fünfzylindern. Schlechter beim Fahrwerk und mit spürbaren Antriebseinflüssen in der Lenkung.

Lexus IS (XE10)

Der japanische Hinterradantriebs-Gegner mit hervorragender Verarbeitung und laufruhigen Sechszylindern. Schlechter beim Platzangebot und der Abstimmung; dem IS 200 fehlten mit 155 PS die Leistung und der Palette ein Kombi sowie ein konkurrenzfähiger Diesel.

13 · Galerie

Ein M3 Coupé in Silber

Eigene Aufnahmen eines BMW M3 der Baureihe E46, der auf CSL-Optik umgebaut wurde: Motorhaube des M3 GTR, Frontstoßstange und Heckklappe vom M3 CSL, Räder im CSL-Design und ein Carbondach. Ein originaler CSL ist der Wagen damit nicht — die Teile sind nachgerüstet, unter der Haube arbeitet der reguläre S54 mit 343 PS.

Frontansicht eines BMW M3 der Baureihe E46 mit Lufthutzen in der Motorhaube
BMW M3 (E46), FrontansichtEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH
Vorderer Kotflügel eines BMW M3 der Baureihe E46 mit der seitlichen Kieme und dem M3-Emblem
Kotflügelkieme mit M3-Emblem und VorderradEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH
BMW M3 der Baureihe E46 in Silber, Dreiviertelansicht von hinten links
BMW M3 (E46) von schräg hinten linksEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH
Heckansicht eines BMW M3 der Baureihe E46 mit dem typischen Doppel-Doppelrohr-Auspuff
BMW M3 (E46), Heckansicht mit den vier EndrohrenEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH
Heckpartie eines BMW M3 der Baureihe E46 mit Kreuzspeichenrad
Heckpartie des BMW M3 (E46) von rechtsEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH
Detailaufnahme von Heckspoiler und Rückleuchte eines BMW M3 der Baureihe E46
Heckspoiler und Rückleuchte im DetailEigenes Foto · MOTORSPORT24 GmbH

Andere BMW 3er Generationen

5 Baureihen mit E-Nummer, von 1975 bis 2013.

14 · Quellen

Belege & Literatur

Die redaktionelle Grundlage dieser Seite stammt von Sven Kroll; Recherche, Prüfung und Ergänzung erfolgten redaktionell. Leitquellen sind BMW Group Classic, der BMW PressClub und Wikipedia; alles andere gilt erst als geprüft, wenn zwei unabhängige Quellen übereinstimmen. Korrigiert wurden gegenüber der Erstfassung: der Marktstart der Limousine (April 1998, nicht Februar), eine nicht belegbare 163-PS-Version des 323i, die Bauzeit des M3 CSL (ab Mai 2003) und die Zuordnung des 330Ci Clubsport (Großbritannien, nicht Europa). Für die Gesamtstückzahl der Baureihe liegt keine belegbare Werksangabe vor; sie wird deshalb nicht genannt.

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