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BMW S14 Der Vierzylinder, nach dem diese Seite heißt

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Rennversion des BMW S14 mit Einzeldrosselklappen und Kohlefaser-Ansaugtrichtern im Motorraum eines orangefarbenen BMW M3 E30

Eigenes Foto · MOTORSPORT24

Diese Seite trägt seinen Namen, also soll er den Anfang machen: der S14, der Vierzylinder des BMW M3 E30. Er entstand nicht am Reißbrett einer Marketingabteilung, sondern aus einem Reglement — die Gruppe A verlangte 5.000 straßenzugelassene Fahrzeuge binnen zwölf Monaten (BMW PressClub). Was BMW daraus baute, wurde der erfolgreichste Tourenwagen seiner Zeit und einer der langlebigsten Mythen der Marke.

Warum vier Zylinder?

BMW nennt die Gründe selbst: geringes Gewicht und hohes Drehvermögen. Die längere Kurbelwelle eines Sechszylinders gerät bei hohen Drehzahlen früher in Schwingungen — der kurze Vierzylinder verträgt Drehzahl konstruktiv besser. Der Block stammt aus der Großserie (in der Literatur als M10 geführt; BMW selbst spricht nur vom „Kurbelgehäuse aus der Großserie“). Dazu kommen zwei obenliegende, duplexkettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einzeldrosselklappen und eine Bosch Motronic.

Die Herkunftsgeschichte — richtig erzählt

Der Zylinderkopf ist vom Sechszylinder M88 des M1 abgeleitet. Möglich machte das der gemeinsame Zylinderabstand von 100 Millimetern. Motorenpapst Paul Rosche beschrieb den ersten Versuchsträger auf bmw-m.com so: „We went and cut two combustion chambers off the four-valve cylinder head of the M88 and screwed a plate over the hole at the back“ — man sägte also buchstäblich zwei Brennräume vom M88-Kopf ab und verschloss das Loch mit einer Platte.

Genau hier wird die Geschichte meist verkürzt: Der abgesägte M88-Kopf war der Versuchsträger, nicht der Serienstand. Die späteren Serienköpfe waren eine eigene Konstruktion, die sich am Brennraum- und Ventilkonzept des M88 orientierte. Und noch ein Widerspruch gehört benannt: Die englische Wikipedia leitet den Kopf vom S38 ab — die BMW-eigenen Quellen (PressClub, bmw-m.com mit dem Rosche-Zitat) nennen einhellig den M88. Wir folgen BMW.

Alle Ausbaustufen im Überblick

VersionHubraumLeistung
S14B23 (M3, Kat)2.302 cm³195 PS bei 6.750/min
S14B23 (M3, ohne Kat)2.302 cm³200 PS bei 6.750/min · 240 Nm
M3 ab 09/1989 (Kat)2.302 cm³215 PS bei 6.750/min
Evolution II2.302 cm³220 PS bei 6.750/min
Sport Evolution (S14B25)2.467 cm³238 PS bei 7.000/min
320is (S14B20)1.990 cm³192 PS bei 6.900/min

Die Verdichtung lag in der Serie bei 10,5:1, beim Sport Evolution stieg der Hubraum auf 2.467 cm³. Der kleine S14B20 mit knapp zwei Litern entstand für Italien und Portugal — die ganze Geschichte dazu erzählen wir in einem eigenen Beitrag zum 320is.

Eine Zahl, die keine ist

In BMW-Pressetexten tauchen 10.000/min auf. Das beschreibt die Belastbarkeit des Kurbeltriebs auf dem Prüfstand — nicht die Drehzahlgrenze des Serienmotors. Wer die Zahl als Limit zitiert, sitzt einer der hartnäckigsten S14-Legenden auf. Insgesamt entstanden bis Ende 1991 17.970 M3 der Baureihe E30, dazu 786 Cabrios und die Kleinserien Evolution (505), Evolution II (500) und Sport Evolution (600).

Quellen: BMW PressClub („20 Jahre BMW M3″, „Der BMW M3 wird 25″, „30 Jahre BMW M3″), bmw-m.com (Legendäre Motoren, Rosche-Zitat), BMW Group Classic, Wikipedia (DE/EN). Foto: Beemwej (CC BY-SA 3.0), Wikimedia Commons.

Bildnachweise

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