Es gibt BMW-Modelle, die aus Leidenschaft entstanden, und solche, die aus dem Steuerrecht kamen. Der 320is gehört zu den seltenen Fällen, in denen beides zusammenfiel: In Italien und Portugal wurden Autos über zwei Litern Hubraum drastisch höher besteuert — also baute BMW dem M3-Motor kurzerhand den Hubraum zurück.
Ein S14 mit 1.990 cm³
Der S14B20 ist ein echter S14 mit verkürztem Hub: 1.990 cm³, 192 PS bei 6.900/min. Dazu gab es das Getrag-265-Sportgetriebe mit Renn-Schaltschema (erster Gang unten links) und ein Sperrdifferenzial mit 25 Prozent Sperrwert — beides vom M3. Alle 320is waren Linkslenker und fuhren ohne Katalysator.
Was vom M3 drin steckt — und was nicht
- Vom M3: Motorbasis S14, Getrag 265, 25-Prozent-Sperre, Kombiinstrument mit Öltemperaturanzeige statt Verbrauchsanzeige.
- Nicht vom M3: die Karosserie (normale E30-Blechhaut statt Kotflügelverbreiterungen), Bremsanlage und Spurweite — und damit auch die Fünflochnaben: Der 320is fährt wie jeder normale E30 mit vier Radbolzen.
Der Viertürer kam im September 1987, zeitgleich mit dem Baureihen-Facelift — einen 320is mit Chromstoßfängern gab es nie. Der Zweitürer folgte im März 1988 und trug ab Werk immer das M-Technic-Paket; beim Viertürer war die Verspoilerung Sonderausstattung.
Die Zahlen, ehrlich sortiert
Bei Stückzahl und Bauzeit widersprechen sich die Quellen — wir glätten das nicht: Die englische Wikipedia zählt 3.748 Stück (2.542 Zwei- und 1.206 Viertürer) und nennt 1987 bis 1991, die deutsche rund 3.600, BMW Group Classic datiert 1988 bis 1990. Beim Drehmoment stehen 210 gegen 212 Nm. Sicher ist: Der 320is ist um ein Vielfaches seltener als der M3 — und die vollständige Datenlage samt aller Widersprüche steht auf unserer Modellseite zum 320is.
Quellen: Wikipedia (DE/EN): BMW E30 / BMW 320is; BMW Group Classic (320is Italien-Modell). Foto: Sbscottw (CC BY-SA 4.0), Wikimedia Commons — S14 in einem M3 von 1988; vom 320is existiert kein frei lizenziertes Foto.
Bildnachweise
- Lizenziert · Sbscottw · CC BY-SA 4.0






























