1992 brachte BMW nach Jahrzehnten wieder einen V8: den M60, als Dreiliter mit 218 PS und als Vierliter mit 286 PS. Technisch ambitioniert, laufruhig, modern — und mit einer Achillesferse, die nicht in München lag, sondern an der Zapfsäule.
Was Nikasil ist
Die Zylinderlaufbahnen des M60 trugen eine Nickel-Silizium-Beschichtung, bekannt unter dem Markennamen Nikasil — verschleißarm, reibungsarm, im Rennsport bewährt. Das Problem: Schwefel. In Märkten mit schwefelreichem Kraftstoff — die englische Wikipedia nennt die USA, Großbritannien und Südamerika — griff der Schwefel die Beschichtung an. Die Folge war schleichender Kompressionsverlust: unrunder Leerlauf, schlechtes Anspringen, am Ende ein Motor, der ersetzt werden musste.
Wie BMW reagierte
BMW tauschte betroffene Motoren auf Garantie beziehungsweise Kulanz — komplette Aggregate, kein kleiner Eingriff. Später verschwand Nikasil aus den BMW-V8: Der Nachfolgewerkstoff war Alusil, eine Aluminium-Silizium-Legierung ohne die Schwefelempfindlichkeit. In Regionen mit schwefelarmem Sprit, darunter Mitteleuropa, taucht das Problem in der Quellenlage dagegen kaum auf.
Die Motoren im Überblick
| Motor | Hubraum | Leistung | Drehmoment |
|---|---|---|---|
| M60B30 | 2.997 cm³ | 218 PS (160 kW) bei 5.800/min | 290 Nm bei 4.500/min |
| M60B40 | 3.982 cm³ | 286 PS (210 kW) bei 5.800/min | 400 Nm bei 4.500/min |
Der M60 arbeitete unter anderem im 740i der Baureihe E32, im 540i E34, im frühen 740i E38 und im 840Ci. Wer heute einen kauft, findet praktisch nur noch Fahrzeuge, deren Geschichte sich geklärt hat — deutsche Erstauslieferungen waren nach heutiger Quellenlage ohnehin selten betroffen. Beim Import aus den genannten Märkten lohnt der Blick in die Historie trotzdem.
Quelle: Wikipedia (EN): BMW M60 — Zitate zu betroffenen Märkten, Kulanztausch und Alusil. Foto: JonneRacer (gemeinfrei), Wikimedia Commons — 740i E32 mit M60B40 in Lazurblau.
Bildnachweise
- Lizenziert · JonneRacer · Public domain






























