01 · Überblick
Der erste M mit Aufladung
Der E70 löste den E53 ab. Vorgestellt wurde er im August 2006, erstmals offiziell zugänglich war er auf der LA Auto Show 2006. Der Verkauf startete im November 2006 in den USA und im März 2007 in Deutschland.
Historisch bedeutsam ist der X5 M, präsentiert auf der Auto Shanghai 2009. Sein V8-Biturbo auf Basis des N63B44 war der erste aufgeladene M-Motor überhaupt — ein Bruch mit der Saugmotor-Tradition, dem später M3, M5 und alle anderen folgten. Zusammen mit dem X6 M war er außerdem das erste M-Modell mit dem Allradsystem xDrive.
Neu war die optionale dritte Sitzreihe, für Personen über 1,70 Meter allerdings nur eingeschränkt geeignet. Serienmäßig arbeitet ein iDrive-System mit bis zu 8,8 Zoll großem Farbbildschirm und acht programmierbaren Stationstasten. Die Sechsgang-Automatik ist bei allen Motoren Serie und arbeitet shift-by-wire: Der Wählhebel gibt seine Befehle elektronisch weiter, die Ganganzeige sitzt in einem kleinen Display im Hebel selbst.
Das Fahrwerk bleibt bevorzugt für befestigte Straßen ausgelegt. Am Anspruch des SAV änderte sich also nichts.
02 · Historie
Sieben Jahre X5
Von der LA Auto Show 2006 bis zum F15.
- 2006 Vorstellung im August, erste offizielle Präsentation auf der LA Auto Show. Verkaufsstart in den USA im November.
- 2007 Im März kommt der Wagen nach Deutschland. Ab August gilt die neue Namensgebung mit dem Zusatz xDrive.
- 2009 Auf der Auto Shanghai wird der X5 M präsentiert: 555 PS aus dem S63B44, der erste aufgeladene M-Motor. Im Herbst erscheint das auf 500 Fahrzeuge limitierte Editionsmodell 10 Jahre BMW X5.
- 2010 Ab Mitte des Jahres neue Motoren: der N55 ersetzt beim xDrive35i den N54, der N57 kommt bei den Dieseln. Der xDrive40d bringt 306 PS und 600 Nm.
- 2013 Im August endet die Produktion. Nachfolger wird der F15.
03 · Modellübersicht
Die Motorvarianten
Ab Mitte 2010 wechselte BMW die Motorengeneration: N55 statt N54 beim Benziner, N57 statt M57 beim Diesel. Die Sechsgang-Automatik ist bei allen Varianten Serie.
Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft
Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
| Modell | Motor | Hubraum | Leistung | Bauzeit |
|---|---|---|---|---|
| 3.0si / xDrive30i | N52B30 | 2.996 cm³ | 272 PS (200 kW) | 11/2006–06/2010 |
| xDrive35i | N55B30 | 2.979 cm³ | 306 PS (225 kW) | ab 06/2010 |
| X5 M | S63B44 (V8-Biturbo) | 4.395 cm³ | 555 PS (408 kW) | 07/2009–08/2013 |
| 3.0d / xDrive30d | M57D30TÜ2 | 2.993 cm³ | 235 PS (173 kW) | 03/2007–05/2010 |
| xDrive30d | N57D30OL | 2.993 cm³ | 245 PS (180 kW) | 06/2010–08/2013 |
| 3.0sd / xDrive35d | M57D30TÜ2 | 2.993 cm³ | 286 PS (210 kW) | ab 2007 |
| xDrive40d | N57 | 2.993 cm³ | 306 PS (300 kW) | 06/2010–08/2013 |
04 · Karosserievarianten
Karosserievarianten
Fünftüriger Aufbau, optional siebensitzig

Die geteilte Heckklappe des Vorgängers blieb erhalten. Neu ist die optionale dritte Sitzreihe, die den Wagen zum Siebensitzer macht — für Personen über 1,70 Meter allerdings nur eingeschränkt geeignet.
05 · Motoren
Der S63 im X5 M
Der wichtigste Motor dieser Baureihe ist kein Sauger, sondern ein Biturbo — und markiert damit einen Wendepunkt in der Geschichte der M GmbH.
S63B44 · V8-Biturbo · 555 PS — X5 M geprüft
Der erste aufgeladene M-Motor überhaupt. Grundlage ist der bekannte 4,4-Liter-V8 N63B44, der auch im xDrive50i des X6 arbeitet. Im X5 M leistet er 555 PS bei 6.000 Umdrehungen und 680 Nm zwischen 1.500 und 5.650. Null auf hundert in 4,7 Sekunden bei 250 km/h abgeregelter Höchstgeschwindigkeit; der Normverbrauch liegt bei 13,9 Litern. Zusammen mit dem X6 M war der X5 M außerdem das erste M-Modell mit dem Allradsystem xDrive.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | V8-Ottomotor mit Biturbo-Aufladung |
| Grundlage | N63B44, der 4,4-Liter-V8 aus dem X6 xDrive50i |
| Leistung | 408 kW (555 PS) bei 6.000/min |
| Drehmoment | 680 Nm bei 1.500–5.650/min |
| 0–100 km/h | 4,7 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h, abgeregelt |
| Verbrauch | 13,9 l/100 km, CO2 325 g/km |
| Bauzeit | 07/2009–08/2013 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E70
N55B30 · 2.979 cm³ · 306 PS — xDrive35i geprüft
Ab Mitte 2010 der Benziner der Baureihe unterhalb des X5 M. 306 PS bei 5.800 Umdrehungen und 400 Nm über den breiten Bereich von 1.200 bis 5.000. Höchstgeschwindigkeit 240 km/h, null auf hundert in 6,8 Sekunden.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.979 cm³ |
| Leistung | 225 kW (306 PS) bei 5.800/min |
| Drehmoment | 400 Nm bei 1.200–5.000/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 240 km/h |
| 0–100 km/h | 6,8 s |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E70
N57 · 2.993 cm³ · 306 PS — xDrive40d geprüft
Der stärkste Diesel der Baureihe ab Juni 2010: 306 PS zwischen 5.500 und 6.400 Umdrehungen und 600 Nm von 1.750 bis 4.500. Damit hat er mehr Drehmoment als jeder Benziner unterhalb des X5 M — bei 12,5 Litern Normverbrauch gegenüber 13,9 beim M.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.993 cm³ |
| Leistung | 300 kW (306 PS) bei 5.500–6.400/min |
| Drehmoment | 600 Nm bei 1.750–4.500/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
| 0–100 km/h | 5,5 s |
| Verbrauch | 12,5 l/100 km |
| Bauzeit | 06/2010–08/2013 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E70
N52B30 · 2.996 cm³ · 272 PS — 3.0si und xDrive30i geprüft
Der Sechszylinder-Sauger der ersten Jahre. 272 PS bei 6.650 Umdrehungen, 315 Nm bei 2.750, 210 km/h und 8,1 Sekunden auf hundert. Ab Juni 2010 lief er aus.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.996 cm³ |
| Leistung | 200 kW (272 PS) bei 6.650/min |
| Drehmoment | 315 Nm bei 2.750/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
| 0–100 km/h | 8,1 s |
| Bauzeit | 11/2006–06/2010 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E70
06 · Schwachstellen
Zuverlässigkeit & Schwachstellen
- Adaptive Drive und die Luftfederung sind die teuersten Verschleißpunkte. Wankstabilisatoren, Ventile und Kompressor summieren sich schnell.
- Beim N63 und beim S63 des X5 M sind die im heißen V liegenden Turbolader und die Ventilschaftdichtungen bekannte Themen. Ölverbrauch und Blaurauch beim Kaltstart sind Warnsignale.
- Der N57-Diesel gilt als solide; kritisch sind Abgasrückführung, Drallklappen und bei hoher Laufleistung die Steuerkette der frühen Baujahre.
- Die Übertragungseinheit des Verteilergetriebes und deren Stellmotor bleiben auch beim E70 ein Prüfpunkt.
- Die Elektronik ist umfangreich. Ein vollständiges Auslesen aller Steuergeräte ist bei diesem Wagen Pflicht.
07 · Technik
Der Wendepunkt bei M
xDrive bei M
Shift-by-wire
Fahrwerkstechnik
Die dritte Sitzreihe
Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe
- Karosserie
- fünftürig, optional mit dritter Sitzreihe
- Antrieb
- xDrive
- Getriebe
- Sechsgang-Automatik, shift-by-wire, Serie bei allen Motoren
- Bedienung
- iDrive mit bis zu 8,8 Zoll Farbbildschirm und acht programmierbaren Stationstasten
- Fahrwerksoptionen
- Aktivlenkung, Adaptive Drive mit Wankstabilisierung und adaptiven Dämpfern
- X5 M
- S63B44, erster aufgeladener M-Motor, 555 PS, 680 Nm, 4,7 s auf 100 km/h
- Erstes M-Modell mit xDrive
- X5 M und X6 M
- Sondermodell
- 10 Jahre BMW X5, Herbst 2009, 500 Fahrzeuge
- Vorgänger
- E53 · Nachfolger: F15
08 · M GmbH
Der X5 M — das Ende des Saugmotors bei M
Der X5 M wurde auf der Auto Shanghai 2009 präsentiert. Sein S63B44 ist ein V8-Biturbo auf Basis des N63B44, jenes 4,4-Liter-V8, der auch im X6 xDrive50i arbeitet. 555 PS bei 6.000 Umdrehungen, 680 Nm zwischen 1.500 und 5.650, null auf hundert in 4,7 Sekunden.
Zwei Dinge machen ihn historisch. Er trägt den ersten aufgeladenen M-Motor überhaupt — davor war der Saugmotor bei der M GmbH gesetzt. Und er ist zusammen mit dem X6 M das erste M-Modell mit xDrive, also mit Allradantrieb. Beides galt bis dahin als undenkbar; beides wurde danach zum Standard.
Wer die Geschichte der M GmbH erzählen will, kommt an diesem Auto nicht vorbei — auch wenn es ein SUV ist und deshalb selten in dieser Rolle genannt wird.

09 · Kaufberatung
Worauf es ankommt: Fahrwerk und Motorhistorie
Der E70 ist heute günstig zu kaufen. Wie beim 7er E65 liegt die eigentliche Frage nicht im Kaufpreis, sondern in der Substanz der teuren Systeme.
Luftfederung und Adaptive Drive im Stand und in Fahrt prüfen. Warnleuchten sind hier keine Kleinigkeit.
Beim N63 und S63 die Historie zu Turboladern und Ventilschaftdichtungen verlangen, dazu den Ölverbrauch erfragen.
Verteilergetriebe beim Rangieren testen: Ruckeln oder Warnmeldungen deuten auf den Stellmotor.
Fehlerspeicher über alle Steuergeräte auslesen lassen, nicht nur den Motor.
Bei einem Wagen mit dritter Sitzreihe probesitzen — und den Kofferraum bei aufgestellter Reihe ansehen.
Der xDrive30d ist der vernünftige E70, der xDrive40d der souveräne. Der X5 M ist das historisch interessanteste Auto der Baureihe — und das mit Abstand teuerste im Unterhalt.
10 · Die Konkurrenz
Die Konkurrenz
Porsche Cayenne (958)
Ab 2010 der direkte Gegner. Der Turbo S war die Antwort auf den X5 M, mit ähnlicher Leistung und mehr Geländefähigkeit.
Mercedes-Benz ML (W164/W166)
Der klassische Konkurrent. Der ML 63 AMG hielt am Saugmotor länger fest als der X5 M — genau die Entwicklung, die BMW hier vorwegnahm.
Audi Q7 (4L)
Ab 2005, größer und konsequent auf sieben Sitze ausgelegt. Wer die dritte Sitzreihe wirklich brauchte, kaufte meist den Audi.
11 · Galerie
Bilder
Vor und nach der Modellpflege.






12 · Quellen
Belege & Literatur
Leitquelle ist die deutschsprachige Wikipedia zur Baureihe E70 mit der Datentabelle aller Motorvarianten. Bildquellen und Lizenzen stammen von Wikimedia Commons.
