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Hellrot Sieben Jahre mit meinem BMW 850CSi

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Front eines hellroten BMW 850CSi mit ausgefahrenen Klappscheinwerfern

Front bei eingeschaltetem Licht: Klappscheinwerfer und das M-Zeichen in der Nierenblende.

Im ArchivBMW E31850CSi

Meine Geschichte mit dem E31 beginnt 2003.

Ich arbeitete damals für den BMW-Händler Bavaria in Stavanger, und seit einer ganzen Weile ging mir ein Achter nicht mehr aus dem Kopf. Die Form, die Präsenz — mehr als ein Jahrzehnt nach der Vorstellung sah dieses Auto immer noch aus, als käme es aus der Zukunft.

Hellroter BMW 850CSi in der Front-Dreiviertelansicht
Der hellrote 850CSi vor der Garage: flache Motorhaube, M-Schwellerblenden, M-Doppelspeichenrad.

Das richtige Exemplar zu finden hieß damals: Abende auf Mobile.de und den deutschen Markt im Blick behalten. Ich wusste genau, was ich wollte, und eine Bedingung war nicht verhandelbar — Sonderausstattung 481, BMW Sportsitze. Für mich musste ein E31 diese Sitze haben, sonst war er es nicht.

Dann tauchte ein Wagen in Offenbach auf. Er hatte die Sportsitze. Und er hatte mehr: Frontstoßfänger und Heckschürze vom 850CSi, dazu Räder und Spiegel von AC Schnitzer. Genau der E31, nach dem ich gesucht hatte. Ich flog hin und fuhr ihn nach Norwegen.

Der Umweg über Aachen

Dass ausgerechnet AC-Schnitzer-Teile an diesem Auto hingen, passte gut, denn ich hatte auf dem Rückweg ohnehin einen Besuch in Aachen geplant. Dort in einem E31 vorzufahren, der bereits mehrere ihrer Teile trug, hatte etwas Passendes.

Aus diesem Besuch wurde weit mehr, als ich erwartet hatte. Wir verstanden uns auf Anhieb, und aus dem ersten Treffen wurde am Ende der norwegische Import für AC Schnitzer. Der Kauf dieses ersten E31 hat also nebenbei eine ganze Geschäftsbeziehung begründet.

Zurück in Norwegen zog der Wagen sofort Aufmerksamkeit auf sich. Mehrere Leute wollten ihn kaufen. Ich wollte nicht verkaufen — aber einer gab keine Ruhe. Er wollte das Auto fast unabhängig vom Preis, und irgendwann machte er ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte.

Der Verkauf hatte allerdings eine sehr angenehme Folge: Ich konnte endlich nach dem E31 suchen, den ich eigentlich immer gewollt hatte. Einem 850CSi.

Warum ausgerechnet der CSi

Auch hier war die Suche mühsam. Wieder wollte ich die 481er Sportsitze, und erstaunlich wenige der Autos, die ich fand, hatten sie.

Der 850CSi war ohnehin extrem selten. Zwischen 1992 und 1996 entstanden weltweit nur 1.510 Exemplare — eines der raresten BMW-Leistungsmodelle seiner Zeit. Aber die Stückzahl erzählt nur die halbe Geschichte.

Der CSi war eine ganz andere Maschine als die übrigen E31. Er wurde unter starker Beteiligung der BMW Motorsport GmbH entwickelt, und das vielleicht schönste Detail steckt in der Fahrgestellnummer. Normale E31 tragen eine FIN, die mit WBA beginnt — Fahrzeuge der BMW AG. Beim 850CSi steht dort WBS. Das ist die Kennung der BMW Motorsport GmbH, der späteren BMW M GmbH. Diese drei Buchstaben sagen ziemlich viel darüber, was der CSi wirklich war.

Motorraum des BMW 850CSi mit dem V12-Motor S70B56
Der S70B56 im Motorraum des hellroten 850CSi: 5,6 Liter V12 aus der Entwicklung von BMW Motorsport.

Unter der Haube arbeitet der S70B56, ein 5,6-Liter-V12 aus der Entwicklung von BMW Motorsport, 380 PS bei 5.300/min und 550 Nm bei 4.000/min. Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe von Hand — eine Automatik gab es nicht.

Der V12-Motor S70B56 im BMW 850CSi von oben mit Powered-by-M-Abdeckung
Motorraum von oben: „Powered by M“ zwischen den beiden Zylinderbänken des 5,6-Liter-V12.

Der europäische CSi war noch einmal besonders. Er trug die markanten aerodynamischen M-Außenspiegel und hatte die AHK an Bord, die Aktive Hinterachs-Kinematik: eine elektrohydraulische Lenkung der Hinterräder, die bei höherem Tempo dezent mitlenkt und den Wagen spürbar stabiler macht. Für ein Straßenauto, das Anfang der Neunziger entwickelt wurde, war das außergewöhnliche Technik.

S70-V12, Sechsganggetriebe von Hand, Fahrwerk aus der Motorsport-Entwicklung, WBS-Nummer, mitlenkende Hinterachse — der 850CSi war weit mehr als nur die stärkste Version des Achters. Er war der M8, den BMW nie offiziell M8 genannt hat. Und genau den wollte ich.

St. Gallen

Ich suchte weiter, bis plötzlich das perfekte Auto auftauchte. Diesmal nicht in Deutschland, sondern in St. Gallen in der Schweiz.

Ein 850CSi, gebaut am 24. September 1993, ab Werk außergewöhnlich gut ausgestattet — und, das Wichtigste, mit meiner Sonderausstattung 481. Er war kein Wagen, der zufällig in der Schweiz gelandet war. Der Werksdatensatz führt Code 804, Ländervariante Schweiz: Dieses Auto war von Anfang an für den Schweizer Markt bestellt. Dazu passt die Zusatzheizung, die auch auf dem Auftrag steht.

Hellroter BMW 850CSi in der Seitenansicht von hinten rechts
Seitenansicht von hinten rechts: die lange Keilform des Achters mit Heckschürze und Schwellerblenden des CSi.

Dann die Farbe. Hellrot, Farbcode 314 — ein Uni-Lack, kein Metallic. Für mich ist das die Farbe des 850CSi. Es ist die Farbe der BMW-Pressebilder und der Prospekte, mit denen ich das Auto verbinde. Wenn ich mir einen 850CSi vorstellte, war er hellrot.

Der Vorbesitzer war ein echter BMW-Enthusiast, das Auto entsprechend gepflegt. Beim Kauf standen rund 112.000 Kilometer auf dem Zähler. Ich wusste: Das ist er.

Cockpit des BMW 850CSi mit Sechsganghebel und Edelholzausführung
Cockpit mit dem Hebel des Sechsganggetriebes — beim 850CSi die einzige Getriebeoption.

Die Überführung, die fast schiefging

Ich konnte nicht selbst in die Schweiz fahren und bat einen Bekannten, den Wagen nach Norwegen zu bringen. Das hätte beinahe ein Problem gegeben.

Auf der Fahrt durch Deutschland verliebte er sich in das Auto. Vor allem die Leistung und diese unerschütterliche Ruhe bei hohem Tempo auf der Autobahn hatten es ihm angetan. Als er den Wagen in Norwegen ablieferte, war seine Entscheidung längst gefallen: Er wollte ihn kaufen.

Heck eines hellroten BMW 850CSi mit Schriftzug 850 CSi
Heckansicht mit dem Schriftzug 850 CSi und der Doppelrohranlage, Fahrertür geöffnet.

Meine Antwort war kurz. Nein. Dieser hier war nicht zu verkaufen. Die Fahrt muss großen Eindruck hinterlassen haben, denn etwa zwei Wochen später fuhr er selbst nach Deutschland und kaufte sich einen 850CSi. Seiner war schwarz und ebenfalls ein schönes Auto. Nur mit einem Unterschied: ohne die 481er Sportsitze.

Sieben Jahre

Dann passierte etwas, das es bei mir vorher nicht gegeben hatte. Ich behielt den roten 850CSi sieben Jahre. Persönlicher Rekord — so lange hatte ich nie zuvor dasselbe Auto gefahren.

Innenraum des BMW 850CSi mit Sportsitzen durch die geöffnete Tür
Blick durch die geöffnete Tür auf die Sportsitze der Sonderausstattung 481 und die M-Einstiegsleiste.

Es war eben nicht nur die Leistung. Es war das ganze Paket: der Zwölfzylinder, das Handschaltgetriebe, das Fahrwerk, die Lenkung und diese Selbstverständlichkeit, mit der der Wagen enorme Strecken bei sehr hohem Tempo abspulte. Ein echter Grand Tourer — aber mit einem sehr deutlichen Motorsport-Charakter unter der eleganten E31-Karosserie.

Beleuchtete M-Einstiegsleiste im BMW 850CSi
Die beleuchtete M-Einstiegsleiste, ein Erkennungszeichen des 850CSi.

Irgendwann war es dann trotzdem Zeit.

Wo er heute steht

Das Auto ging an einen neuen Besitzer in Nordnorwegen und blieb dort rund drei Jahre. Danach fand es den Weg zurück nach Süden, nach Rogaland — nicht weit von dort, wo meine eigene Geschichte mit ihm begonnen hatte. Dort blieb es viele Jahre.

Vor etwa zwei Jahren kam dann eine Anfrage, mit der ich nicht gerechnet hatte. Der BMW-Händler in Førde wusste von dem Wagen und fragte, ob ich helfen könne, ihn aufzuspüren. Sie wollten ihn kaufen. Ich habe ihn gefunden, und sie haben ihn bekommen. Dort steht mein alter 850CSi bis heute.

Bordmappe des BMW 850CSi mit Betriebsanleitung, Serviceheft und Prospekten
Die Bordmappe des Fahrzeugs: Betriebsanleitung, Serviceheft, Prospekte und die Entwicklungsdokumentation zum 850CSi.

Mehr als drei Jahrzehnte nachdem er das Werk verlassen hat, und mehr als zwanzig Jahre nachdem ich ihn in der Schweiz entdeckt habe, ist er hundertprozentig in Ordnung. Für mich macht das die Geschichte noch besser.

Angefangen hat sie 2003 in Stavanger, vor einem Bildschirm, auf der Suche nach einem E31 mit Code 481. Sie führte über einen ersten Achter in Offenbach zu einem Besuch in Aachen, von dort zum norwegischen AC-Schnitzer-Import — und am Ende nach St. Gallen zu dem hellroten 850CSi, den ich die ganze Zeit gesucht hatte.

Er wurde das Auto, das ich länger besessen habe als jedes andere zuvor. Und selbst nachdem ich ihn verkauft hatte, kreuzte er immer wieder meinen Weg. Zu wissen, wo er heute steht, und zu sehen, dass er nach über dreißig Jahren noch gepflegt wird, macht mich sehr zufrieden.

Von allen Autos, die ich hatte, erinnert man sich an manche deutlicher als an andere. Mein hellroter BMW 850CSi von 1993 gehört ganz sicher dazu.

Das Auto ab Werk

ModellBMW 850CSi, Typ EG91
Produktionsdatum24. September 1993
MotorS70B56, 5.576 cm³, 280 kW (380 PS)
GetriebeSechsgang-Handschaltung
AntriebHeck
KarosserieCoupé, 2 Türen
LackHellrot, Farbcode 314 (Uni)
PolsterLeder Buffalo Anthrazit
Aus dem Werksdatensatz des Fahrzeugs.
243Airbag für Beifahrer
255Sport-Lederlenkrad
353Front- und Heckscheibe grün getönt, mit Abschattungsband
401Hebe-Schiebedach, elektrisch
416Rollo-Sonnenschutz, hinten und seitlich
423Fußmatten Velours
431Innenspiegel, automatisch abblendend
438Edelholzausführung
459Sitzverstellung elektrisch, mit Memory
481Sportsitze
494Sitzheizung Fahrer und Beifahrer
500Scheinwerfer-Waschanlage, Intensivreinigung
528Automatische Luftregelung
536Zusatzheizung
662Radio BMW Business CD
672CD-Wechsler für sechs CDs
676HiFi-Lautsprechersystem
686Antennen-Diversity
690Kassettenhalter
804Ländervariante Schweiz
860Zusatzblinkleuchte
Sonderausstattung laut Auftrag.

Zur Einordnung — Anmerkung der Redaktion

Wir haben die technischen Angaben dieses Beitrags gegengeprüft:

  • Produktion: 1.510 Exemplare, August 1992 bis November 1996 in Dingolfing — 1.125 Linkslenker für Europa, 160 Rechtslenker, 225 US-Fahrzeuge. Das BMW Group Archiv nennt „rund 1.500“.
  • Motor: S70B56, 5.576 cm³, 280 kW (380 PS) bei 5.300/min, 550 Nm bei 4.000/min, abgeregelt bei 250 km/h. Neupreis 180.000 DM.
  • Getriebe: ausschließlich Sechsgang-Handschaltung. Eine Automatik gab es für den CSi nicht.
  • Sonderausstattung 481: „Sportsitze BMW“, in der deutschen E31-Preisliste von 1993 mit 855 DM ausgewiesen und ausdrücklich nicht kombinierbar mit der elektrischen Lordosenstütze.
  • Fahrgestellnummer: Der 850CSi trägt tatsächlich den Weltherstellercode WBS (BMW M GmbH) statt WBA (BMW AG).
  • AHK: Die Aktive Hinterachs-Kinematik war beim 850CSi serienmäßig, nicht optional — anders als beim 850i. Der zeitgenössische BMW-Prospekt bewirbt den CSi als erstes Sportcoupé der Spitzenklasse mit serienmäßigem Fahrdynamik-System, und im Werksdatensatz dieses Wagens taucht die AHK folgerichtig nicht unter den Sonderausstattungen auf. Runes ursprüngliche Formulierung haben wir entsprechend angepasst.
  • Farbcode 314: Hellrot ist ein Uni-Lack. Der Datensatz nennt ihn viermal für die verschiedenen Lackpositionen.