01 · Überblick
Der 6er kehrt zurück — als Nachfolger des 8ers
Im Spätsommer 2003 stellte BMW auf der IAA in Frankfurt den E63 vor. Der Wagen trägt zwar die Bezeichnung 6er, die zuletzt beim E24 bis Frühjahr 1989 verwendet wurde — er ist aber der Nachfolger des Mitte 1999 eingestellten 8er-Coupés E31. Im Design wird eine Ähnlichkeit zur Studie Z9 von 1999 gesehen.
Technisch teilt sich der 6er die Basis mit dem 5er E60: Motoren, Komponenten, die optionale Aktivlenkung mit variabler Übersetzung und die Aluminium-Stahl-Mischbauweise samt gewichtsreduziertem Aluminium-Vorderwagen.
Zum Marktstart gab es nur das Coupé als 645Ci mit 4,4 Litern und 333 PS. Wenige Monate später kam der 630i mit drei Litern und 258 PS als Coupé und Cabriolet dazu. Im Jahr 2005 ersetzte der 650i mit 4,8 Litern und 367 PS den 645Ci.
An der Spitze stand ab 2005 der M6 mit dem V10 aus dem M5. Mit 4,6 Sekunden von null auf hundert ist er ein Zehntel schneller als die Limousine. Und mit der Modellpflege kam etwas, das es im 8er nie gab: ein Diesel, der 635d mit 286 PS und 580 Nm.
02 · Historie
Sieben Jahre 6er
Von der IAA 2003 bis zum letzten Wagen 2010.
- 1999 BMW zeigt die Studie Z9. Ihr Entwurf gilt als formale Vorlage für den späteren 6er. Im selben Jahr endet die Produktion des 8ers E31.
- 2003 Formale Vorstellung des E63 auf der IAA Frankfurt im Spätsommer. Produktionsbeginn als Coupé, zunächst nur als 645Ci mit 333 PS.
- 2004 Das Cabriolet E64 wird auf der North American International Auto Show gezeigt. Der 630i kommt als Coupé und Cabriolet dazu.
- 2005 Der M6 debütiert als Coupé auf dem Genfer Auto-Salon. Der 650i ersetzt den 645Ci. Im Herbst zeigt Alpina den B6 auf E63/E64-Basis.
- 2007 Modellpflege. Der 630i bekommt den N53B30 mit 272 PS, der Diesel 635d kommt mit 286 PS. Das EfficientDynamics-Paket senkt den Verbrauch um rund fünf Prozent, die Sportautomatik ersetzt das bisherige Automatikgetriebe.
- 2010 Produktionsende im Juli. Nachfolger wird der F12/F13.
03 · Modellübersicht
Das Motorenprogramm
Fünf Motorisierungen über sieben Jahre, dazu der Alpina B6. Der 635d ist bemerkenswert: ein Diesel in einem Coupé dieser Klasse war 2007 keine Selbstverständlichkeit.
Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft
Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
| Modell | Motor | Hubraum | Leistung | Bauzeit |
|---|---|---|---|---|
| 630i (bis 2007) | N52B30 | 2.996 cm³ | 258 PS (190 kW) | 07/2004–06/2007 |
| 630i (ab 2007) | N53B30 | 2.996 cm³ | 272 PS (200 kW) | 07/2007–07/2010 |
| 645Ci | N62B44 | 4.398 cm³ | 333 PS (245 kW) | 08/2003–06/2005 |
| 650i | N62B48TÜ | 4.799 cm³ | 367 PS (270 kW) | 07/2005–07/2010 |
| M6 | S85B50 (V10) | 4.999 cm³ | 507 PS (373 kW) | 07/2005–07/2010 |
| 635d | Reihensechszylinder-Diesel | 2.993 cm³ | 286 PS (210 kW) | ab der Modellpflege 2007 |
04 · Karosserievarianten
Karosserievarianten
Coupé (E63)

Die Basiskarosserie ab 2003, zunächst nur als 645Ci. Aluminium-Stahl-Mischbauweise mit Aluminium-Vorderwagen.
Cabriolet (E64)

Ab 2004, erstmals bot BMW offiziell ein 6er-Cabriolet an. Vorgestellt auf der North American International Auto Show 2004.
05 · Motoren
Vom Reihensechszylinder bis zum V10
Die Spanne reicht von 258 bis 507 PS. Alle Werte stammen aus der Datentabelle der deutschsprachigen Wikipedia; Werte in Klammern gelten dort für das Automatikgetriebe.
S85B50 · 4.999 cm³ · 507 PS — M6 geprüft
Derselbe Zehnzylinder wie im M5 der Baureihe E60: 507 PS bei 7.750 Umdrehungen, 520 Nm bei 6.100. Im leichteren Coupé beschleunigt er in 4,6 Sekunden von null auf hundert, ein Zehntel schneller als in der Limousine. Der Normverbrauch liegt bei 14,8 Litern, mit Automatik bei 15,2. Gebaut von Juli 2005 bis Juli 2010.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | Zehnzylinder-V-Motor |
| Hubraum | 4.999 cm³ |
| Leistung | 373 kW (507 PS) bei 7.750/min |
| Drehmoment | 520 Nm bei 6.100/min |
| 0–100 km/h | 4,6 s |
| Verbrauch | 14,8 l/100 km, mit Automatik 15,2 |
| Bauzeit | 07/2005–07/2010 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E63
N62B48TÜ · 4.799 cm³ · 367 PS — 650i geprüft
Der Achtzylinder ab Juli 2005 als Nachfolger des 645Ci. 367 PS bei 6.300 Umdrehungen, 490 Nm bei 3.400, null auf hundert in 5,1 Sekunden. Bei der Modellpflege wurde er nur geringfügig überarbeitet; das EfficientDynamics-Paket senkte den Verbrauch um rund fünf Prozent.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 4.799 cm³ |
| Leistung | 270 kW (367 PS) bei 6.300/min |
| Drehmoment | 490 Nm bei 3.400/min |
| 0–100 km/h | 5,1 s |
| Verbrauch | 11,9 l/100 km, mit Automatik 12,9 |
| Bauzeit | 07/2005–07/2010 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E63
N62B44 · 4.398 cm³ · 333 PS — 645Ci geprüft
Der Motor des Marktstarts. 333 PS bei 6.100 Umdrehungen, 450 Nm bei 3.600, null auf hundert in 5,6 Sekunden. Gebaut von August 2003 bis Juni 2005.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 4.398 cm³ |
| Leistung | 245 kW (333 PS) bei 6.100/min |
| Drehmoment | 450 Nm bei 3.600/min |
| 0–100 km/h | 5,6 s |
| Verbrauch | 11,7 l/100 km, mit Automatik 12,8 |
| Bauzeit | 08/2003–06/2005 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E63
2.993 cm³ · 286 PS — 635d geprüft
Der Diesel kam mit der Modellpflege. 286 PS bei 4.400 Umdrehungen und 580 Nm zwischen 1.750 und 2.250 — mehr Drehmoment als der V10. Von null auf hundert braucht der Wagen weniger als sieben Sekunden. Für ein Coupé dieser Klasse war ein Selbstzünder 2007 ein ungewöhnliches Angebot.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | Reihensechszylinder-Dieselmotor |
| Hubraum | 2.993 cm³ |
| Leistung | 210 kW (286 PS) bei 4.400/min |
| Drehmoment | 580 Nm bei 1.750–2.250/min |
| 0–100 km/h | unter 7 s |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E63
N52B30 und N53B30 · 2.996 cm³ · 258 bzw. 272 PS — 630i geprüft
Der Einstiegsmotor. Bis Juni 2007 der N52B30 mit 258 PS bei 6.600 Umdrehungen und 300 Nm zwischen 2.500 und 4.000. Ab Juli 2007 der N53B30 mit 272 PS bei 6.700 und 320 Nm zwischen 2.750 und 3.000, dazu deutlich sparsamer: 7,9 statt 9,0 Liter.
Technische Daten anzeigen
| Hubraum | 2.996 cm³ |
| Leistung bis 2007 | 190 kW (258 PS) bei 6.600/min |
| Leistung ab 2007 | 200 kW (272 PS) bei 6.700/min |
| 0–100 km/h | 6,5 s bzw. 6,2 s |
| Verbrauch | 9,0 bzw. 7,9 l/100 km |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E63
06 · Schwachstellen
Zuverlässigkeit & Schwachstellen
- Beim M6 gelten dieselben Punkte wie beim M5 E60: Pleuellagerschalen und VANOS-Pumpe des V10. Ohne Nachweis über erneuerte Lagerschalen ist der Kauf ein Risiko.
- Der N62-Achtzylinder in 645Ci und 650i hat bekannte Themen mit Ventildeckeldichtungen, Kurbelgehäuseentlüftung und bei hoher Laufleistung den Alusil-Laufbahnen.
- Der N53 im späten 630i arbeitet mit Schichtladung und Hochdruckeinspritzung. Injektoren und NOx-Sensoren sind hier die typischen Kostenpunkte.
- Beim Cabriolet E64 sind Verdeckhydraulik und die Abläufe im Verdeckkasten Verschleißpunkte. Wasser im Fußraum oder im Kofferraum ist ein deutliches Warnsignal.
- Der Aluminium-Vorderwagen erschwert die Beurteilung von Unfallschäden. Reparaturen dort gehören in einen Fachbetrieb.
07 · Technik
Gemeinsame Basis mit dem 5er
Der Vorgänger ist der 8er, nicht der alte 6er
Modellpflege 2007
Das Sportpaket
Kein Werksmotorsport
Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe
- Karosserien
- Coupé (E63) und Cabriolet (E64)
- Karosseriebau
- Aluminium-Stahl-Mischbauweise mit Aluminium-Vorderwagen (GRAV)
- Lenkung
- optional Aktivlenkung mit variabler Übersetzung
- Vorgänger
- BMW 8er E31 (Produktionsende Mitte 1999)
- Nachfolger
- BMW 6er F12 (Cabriolet) und F13 (Coupé)
- Navigation
- ab der Modellpflege Festplattensystem CIC
- Sportpaket
- Sportabgasanlage, dunkle Chromendrohre, zwei Rippen in der Motorhaube, Farben Carbonschwarz und Imolarot, 19-Zoll-Räder Doppelspeiche 288 mit Mischbereifung
- Bauzeit
- 2003 bis Juli 2010
08 · M GmbH
Der M6 — V10 im Coupé
Den M6 stellte BMW im Frühjahr 2005 als Coupé auf dem Genfer Auto-Salon vor. Der Motor ist der S85B50, derselbe Zehnzylinder wie im M5 der Baureihe E60: 4.999 cm³, 507 PS bei 7.750 Umdrehungen, 520 Nm bei 6.100.
Weil das Coupé leichter ist als die Limousine, beschleunigt der M6 in 4,6 Sekunden von null auf hundert — ein Zehntel schneller als der M5. Der Normverbrauch liegt bei 14,8 Litern, mit Automatik bei 15,2. Am Heck kennzeichnen ihn vier Endrohre.
Im Herbst 2005 zeigte außerdem Alpina den B6 auf Basis von E63 und E64.

09 · Kaufberatung
Worauf es ankommt: Motorwahl und Verdeck
Der E63 ist heute ein günstiger Einstieg in ein großes Coupé — und genau deshalb der klassische Fall, in dem die Folgekosten den Kaufpreis übersteigen.
Beim M6 die Historie zu Pleuellagerschalen und VANOS verlangen. Ohne Beleg mit vierstelligen Beträgen rechnen.
Beim N62 Ölverbrauch und Ölfeuchte prüfen, dazu die Steuerkette akustisch beim Kaltstart beurteilen.
Beim Cabriolet das Verdeck mehrfach öffnen und schließen, Kofferraum und Fußräume auf Feuchtigkeit prüfen.
Vorderwagen auf Unfallinstandsetzung ansehen — Aluminium zeigt Pfusch an Spaltmaßen und Lackaufbau.
Ausstattung dokumentieren: Sportpaket, Aktivlenkung und CIC-Navigation sind wertrelevant und lassen sich nachträglich kaum nachrüsten.
Der 650i ist der ausgewogene E63, der 635d der vernünftige. Der M6 ist das besondere Auto — aber nur mit lückenloser Historie zum V10.
10 · Die Konkurrenz
Die Konkurrenz
Mercedes-Benz CL (C215/C216)
Größer, schwerer, komfortabler — das klassische deutsche Luxuscoupé. Der CL 65 AMG war die Antwort auf den M6, mit Kompressor statt Drehzahl.
Jaguar XK (X150)
Ab 2006, mit Aluminiumkarosserie und einem harmonischeren Entwurf. Der Wagen, den viele kauften, denen der E63 zu kantig war.
Maserati GranTurismo
Ab 2007, teurer und exklusiver. Sachlich das schwächere Auto, emotional die Alternative zum M6.
11 · Galerie
Bilder
Coupé, Cabriolet und der M6 mit dem V10.









Andere BMW 6er Generationen
2 Baureihen mit E-Nummer, von 1976 bis 2010.
12 · Quellen
Belege & Literatur
Leitquelle für Bauzeiten, Motorcodes, Leistungen und Fahrleistungen ist die Datentabelle der deutschsprachigen Wikipedia zur Baureihe E63. Bildquellen und Lizenzen stammen von Wikimedia Commons.

