01 · Überblick
Das erste geländegängige Auto der Marke
Der E53 war das erste von BMW angebotene, wenn auch nur eingeschränkt geländegängige Fahrzeug. Vorgestellt wurde er auf der NAIAS 1999, im Herbst 1999 kam er in den USA auf den Markt, Ende 1999 stand er dort bei den Händlern. Nach Deutschland kam er erst im Mai 2000.
Bemerkenswert ist die Wortwahl des Herstellers. BMW bezeichnet den Wagen ausdrücklich weder als SUV noch als Geländewagen, sondern als SAV — Sports Activity Vehicle, eine Bezeichnung, die eigens für den X5 geschaffen wurde. Das ist keine Marketingspielerei, sondern eine ehrliche Einordnung: Das auf die Straße ausgelegte Motoren- und Getriebekonzept macht den X5 für schweren Geländeeinsatz ungeeignet. Unter den SUV seiner Zeit galt er dafür als das sportlichere Fahrzeug.
Gebaut wurde der Wagen in Greer, South Carolina — im selben Werk, aus dem später der Z4 E85 kam. Im September 2003 folgte, annähernd gleichzeitig mit der Einführung des X3, ein Facelift: neue Frontscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill, Motorhaube und Rückleuchten. Zeitgleich kam das verbesserte Allradsystem xDrive.
Die Produktion endete im September 2006. Der Nachfolger E70 kam in den USA schon zum Jahresende 2006, in Europa ab März 2007.
02 · Historie
Sieben Jahre X5
Von der Detroiter Premiere bis zum E70.
- 1999 Premiere auf der NAIAS in Detroit. Im Herbst Vorstellung in den USA, Ende des Jahres stehen die ersten Wagen bei den amerikanischen Händlern. Zum Start gibt es nur zwei Motoren: 3.0i mit 231 PS und 4.4i.
- 2000 Im Mai kommt der X5 nach Deutschland. Auf dem Genfer Auto-Salon zeigt BMW eine Studie.
- 2001 Im April ergänzt der 3.0d mit 184 PS das Programm.
- 2002 Im Februar kommt der 4.6is als Topmodell mit 480 Nm und 240 km/h.
- 2003 Im September Facelift, annähernd zeitgleich mit der Einführung des X3. Der 3.0d bekommt Common-Rail der zweiten Generation und leistet nun 218 PS bei 500 Nm. xDrive wird eingeführt.
- 2004 Im April löst der 4.8is den 4.6is ab: N62B48, 4.799 cm³, 360 PS. Denselben größeren Hubraum führte BMW 2005 auch im 5er und 7er ein.
- 2006 Im September endet die Produktion. Im Herbst wird der E70 vorgestellt.
03 · Modellübersicht
Die Motorvarianten
Zum Marktstart gab es nur zwei Motoren. Die Palette wuchs über die Bauzeit auf sechs Varianten, davon zwei Diesel.
Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft
Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
| Modell | Motor | Hubraum | Leistung | Bauzeit |
|---|---|---|---|---|
| 3.0i | M54B30 | 2.979 cm³ | 231 PS (170 kW) | 05/2000–09/2006 |
| 4.4i | M62B44TÜ | 4.398 cm³ | 286 PS (210 kW) | ab Marktstart |
| 4.6is | V8 | 4.398 cm³ | 347 PS, 480 Nm bei 3.700/min | 02/2002–07/2003 |
| 4.8is | N62B48 | 4.799 cm³ | 360 PS (265 kW) | 04/2004–09/2006 |
| 3.0d (bis 2003) | M57D30 | 2.926 cm³ | 184 PS (135 kW) | 04/2001–09/2003 |
| 3.0d (ab 2003) | M57D30TÜ | 2.993 cm³ | 218 PS (160 kW) | 10/2003–09/2006 |
04 · Karosserievarianten
Karosserievarianten
Fünftüriger Aufbau mit geteilter Heckklappe

Die einzige Karosserie. Kennzeichen ist die horizontal-mittig geteilte Heckklappe; der untere Teil klappt herunter und trägt. Nach der Modellpflege 2003 zeigen die Rückleuchten die L-Form der Zeit. Als BMW X5 security war der Wagen ab Werk auch als Sonderschutzfahrzeug der Widerstandsklasse B4 lieferbar.
05 · Motoren
Von 184 bis 360 PS
Die Spanne reicht vom Sechszylinder-Diesel bis zum 4,8-Liter-V8. Werte in Klammern bei der Höchstgeschwindigkeit gelten laut Quelle für Fahrzeuge ohne Abregelung.
N62B48 · 4.799 cm³ · 360 PS — X5 4.8is geprüft
Das Topmodell ab April 2004 als Nachfolger des 4.6is. 360 PS bei 6.200 Umdrehungen, 500 Nm bei 3.500, 246 km/h und 6,1 Sekunden von null auf hundert. Der Motor basiert auf dem neuen N62-V8 und bekam den größeren Hubraum von 4.799 statt 4.398 cm³ — dieselbe Vergrößerung, die BMW 2005 auch im 5er und 7er einführte.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | V8-Ottomotor N62 |
| Hubraum | 4.799 cm³ |
| Leistung | 265 kW (360 PS) bei 6.200/min |
| Drehmoment | 500 Nm bei 3.500/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 246 km/h |
| 0–100 km/h | 6,1 s |
| Bauzeit | 04/2004–09/2006 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53
M62B44TÜ · 4.398 cm³ · 286 PS — X5 4.4i geprüft
Einer der beiden Motoren zum Marktstart. 286 PS bei 5.400 Umdrehungen, 440 Nm bei 3.600, 206 km/h abgeregelt beziehungsweise 230 km/h ohne Begrenzung.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | V8-Ottomotor |
| Hubraum | 4.398 cm³ |
| Leistung | 210 kW (286 PS) bei 5.400/min |
| Drehmoment | 440 Nm bei 3.600/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 206 km/h, ohne Begrenzung 230 km/h |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53
M54B30 · 2.979 cm³ · 231 PS — X5 3.0i geprüft
Der Reihensechszylinder als Einstieg, von Marktstart bis Produktionsende im Programm. 231 PS bei 5.900 Umdrehungen, 300 Nm bei 3.500, 202 km/h abgeregelt beziehungsweise 215 km/h, null auf hundert in 8,5 Sekunden.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | Reihensechszylinder-Ottomotor |
| Hubraum | 2.979 cm³ |
| Leistung | 170 kW (231 PS) bei 5.900/min |
| Drehmoment | 300 Nm bei 3.500/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 202 km/h, ohne Begrenzung 215 km/h |
| 0–100 km/h | 8,5 s |
| Bauzeit | 05/2000–09/2006 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53
M57D30TÜ · 2.993 cm³ · 218 PS — X5 3.0d ab 10/2003 geprüft
Mit der Modellpflege bekam der Diesel eine Common-Rail-Direkteinspritzung der zweiten Generation. Die Leistung stieg von 184 auf 218 PS, das Drehmoment von 410 auf 500 Nm zwischen 2.000 und 2.750 Umdrehungen. Null auf hundert in 8,3 Sekunden — schneller als der 3.0i.
Technische Daten anzeigen
| Bauart | Reihensechszylinder-Dieselmotor |
| Hubraum | 2.993 cm³ |
| Leistung | 160 kW (218 PS) bei 4.000/min |
| Drehmoment | 500 Nm bei 2.000–2.750/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
| 0–100 km/h | 8,3 s |
| Bauzeit | 10/2003–09/2006 |
Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53
06 · Schwachstellen
Zuverlässigkeit & Schwachstellen
- Die Luftfederung der Hinterachse ist bei den entsprechend ausgestatteten Wagen der klassische Verschleißpunkt. Bälge und Kompressor sind Ersatzteile mit deutlichem Preis.
- Beim M62 und N62 sind Ventildeckeldichtungen, Kurbelgehäuseentlüftung und bei hoher Laufleistung die Alusil-Laufbahnen die bekannten Themen. Ölverbrauch ist der Hinweis.
- Das Verteilergetriebe und dessen Stellmotor sind ein bekannter Schwachpunkt, besonders bei den Vorfacelift-Wagen ohne xDrive.
- Rost tritt an den hinteren Radläufen, an der Heckklappenunterkante und an den Türunterkanten auf. Bei einem Auto aus den USA lohnt der Blick auf den Unterboden besonders.
- Der M57-Diesel gilt als robust; kritisch sind eher die Peripherie mit Drallklappen und, bei hoher Laufleistung, das Zweimassenschwungrad.
07 · Technik
SAV statt SUV
Modellpflege 2003
X5 security
Der Nachbau-Prozess
Geteilte Heckklappe
Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe
- Karosserie
- fünftürig, horizontal-mittig geteilte Heckklappe
- Antrieb
- Allrad, ab 09/2003 mit xDrive
- Bauort
- Greer, South Carolina, USA
- Marktstart USA
- Ende 1999 · Deutschland: Mai 2000
- Produktionsende
- September 2006
- Modellpflege
- September 2003 — Frontscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill, Motorhaube, Rückleuchten
- Herstellerbezeichnung
- SAV (Sports Activity Vehicle)
- Sonderschutz
- BMW X5 security, Widerstandsklasse B4, ab Werk
- Vorgänger
- keiner · Nachfolger: E70 (USA ab Ende 2006, Europa ab 03/2007)
08 · Einzelstück
Der X5 Le Mans mit 700 PS
Auf dem Genfer Auto-Salon 2000 zeigte BMW ein Einzelstück unter dem Namen X5 Le Mans. Darin arbeitete der S70-V12 mit 6,1 Litern Hubraum — derselbe Motor, der sich im BMW V12 LMR und im McLaren F1 bewährt hatte und mit dem BMW 1995 das Gesamtklassement der 24 Stunden von Le Mans gewann.
Ohne Luftmengenbegrenzer leistete er rund 700 PS und 720 Nm bei 5.000 Umdrehungen. Das reichte für 4,7 Sekunden von null auf hundert und über 300 km/h. Bis auf Innenraum, Fahrwerk und Bremsen war der Wagen seriennah.
Hans-Joachim Stuck umrundete die Nordschleife mit diesem Fahrzeug in 7:49 Minuten. Zur Einordnung: Noch Mitte der 1990er Jahre schafften nur wenige straßenzugelassene Sportwagen die Acht-Minuten-Grenze.

09 · Kaufberatung
Worauf es ankommt: Fahrwerk und Unterboden
Der X5 E53 ist heute ein günstiges Auto mit den Unterhaltskosten eines Oberklassewagens. Beim Kauf entscheiden Fahrwerk, Verteilergetriebe und Blech.
Luftfederung im Stand mehrfach absenken und anheben lassen, dabei auf den Kompressor hören.
Verteilergetriebe im Fahrbetrieb prüfen: Ruckeln oder Warnleuchten beim Anfahren und Rangieren sind Warnsignale.
Hintere Radläufe, Heckklappenunterkante und Türunterkanten auf Rost absuchen.
Beim V8 Ölverbrauch erfragen und die Ventildeckel auf Ölfeuchte prüfen.
Baujahr über die Front bestimmen: Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Grill und Motorhaube wurden im September 2003 geändert.
Der 3.0d nach der Modellpflege ist der vernünftige X5 — 218 PS, 500 Nm und schneller auf hundert als der 3.0i. Der 4.8is ist das interessantere, aber deutlich teurere Auto.
10 · Die Konkurrenz
Die Konkurrenz
Mercedes-Benz ML (W163)
Ab 1997 und damit zwei Jahre früher am Markt. Ebenfalls in den USA gebaut, geländetauglicher ausgelegt und anfangs mit deutlichen Qualitätsproblemen.
Porsche Cayenne (955)
Ab 2002 der direkte Gegner beim sportlich ausgelegten Geländewagen — mit deutlich mehr Geländefähigkeit und einem Turbo an der Spitze.
Range Rover (L322)
Ab 2001, in den ersten Jahren mit BMW-Motoren. Sachlich das geländetauglichere Auto und der Maßstab, an dem sich der X5 bewusst nicht messen wollte.
11 · Galerie
Bilder
Vor und nach der Modellpflege — und die geteilte Heckklappe.









12 · Quellen
Belege & Literatur
Leitquelle ist die deutschsprachige Wikipedia zur Baureihe E53 mit der vollständigen Datentabelle der Motorvarianten. Bildquellen und Lizenzen stammen von Wikimedia Commons.
