Modelle & Technik · Baureihe E53

BMW X5 E53

Der Wagen, mit dem BMW das Wort SAV erfand — und der einmal 700 PS aus dem Le-Mans-V12 bekam.

Weißer BMW X5 der Baureihe E53 von vorn links
Der X5 nach der Modellpflege von September 2003. Geändert wurden Frontscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill, Motorhaube und Rückleuchten.Lizenziert · Dinkun Chen · CC BY-SA 4.0

Bauzeit

1999–2006

Premiere NAIAS 1999, USA Ende 1999, Deutschland Mai 2000, Produktionsende September 2006

Bauort

Greer, South Carolina

Gefertigt in den USA — dasselbe Werk, in dem später der Z4 E85 entstand

Bezeichnung

SAV

BMW nennt den Wagen weder SUV noch Geländewagen, sondern Sports Activity Vehicle — eigens dafür geschaffen

Topmodell

4.8is · 360 PS

N62B48, 4.799 cm³, ab April 2004 als Nachfolger des 4.6is

Heckklappe

zweigeteilt

Horizontal-mittig geteilt — das Erkennungsmerkmal der ersten X5-Generation

01 · Überblick

Das erste geländegängige Auto der Marke

Der E53 war das erste von BMW angebotene, wenn auch nur eingeschränkt geländegängige Fahrzeug. Vorgestellt wurde er auf der NAIAS 1999, im Herbst 1999 kam er in den USA auf den Markt, Ende 1999 stand er dort bei den Händlern. Nach Deutschland kam er erst im Mai 2000.

Bemerkenswert ist die Wortwahl des Herstellers. BMW bezeichnet den Wagen ausdrücklich weder als SUV noch als Geländewagen, sondern als SAV — Sports Activity Vehicle, eine Bezeichnung, die eigens für den X5 geschaffen wurde. Das ist keine Marketingspielerei, sondern eine ehrliche Einordnung: Das auf die Straße ausgelegte Motoren- und Getriebekonzept macht den X5 für schweren Geländeeinsatz ungeeignet. Unter den SUV seiner Zeit galt er dafür als das sportlichere Fahrzeug.

Gebaut wurde der Wagen in Greer, South Carolina — im selben Werk, aus dem später der Z4 E85 kam. Im September 2003 folgte, annähernd gleichzeitig mit der Einführung des X3, ein Facelift: neue Frontscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill, Motorhaube und Rückleuchten. Zeitgleich kam das verbesserte Allradsystem xDrive.

Die Produktion endete im September 2006. Der Nachfolger E70 kam in den USA schon zum Jahresende 2006, in Europa ab März 2007.

02 · Historie

Sieben Jahre X5

Von der Detroiter Premiere bis zum E70.

  1. 1999 Premiere auf der NAIAS in Detroit. Im Herbst Vorstellung in den USA, Ende des Jahres stehen die ersten Wagen bei den amerikanischen Händlern. Zum Start gibt es nur zwei Motoren: 3.0i mit 231 PS und 4.4i.
  2. 2000 Im Mai kommt der X5 nach Deutschland. Auf dem Genfer Auto-Salon zeigt BMW eine Studie.
  3. 2001 Im April ergänzt der 3.0d mit 184 PS das Programm.
  4. 2002 Im Februar kommt der 4.6is als Topmodell mit 480 Nm und 240 km/h.
  5. 2003 Im September Facelift, annähernd zeitgleich mit der Einführung des X3. Der 3.0d bekommt Common-Rail der zweiten Generation und leistet nun 218 PS bei 500 Nm. xDrive wird eingeführt.
  6. 2004 Im April löst der 4.8is den 4.6is ab: N62B48, 4.799 cm³, 360 PS. Denselben größeren Hubraum führte BMW 2005 auch im 5er und 7er ein.
  7. 2006 Im September endet die Produktion. Im Herbst wird der E70 vorgestellt.

03 · Modellübersicht

Die Motorvarianten

Zum Marktstart gab es nur zwei Motoren. Die Palette wuchs über die Bauzeit auf sechs Varianten, davon zwei Diesel.

Quelle: Werks- und Literaturangaben · geprüft

Technische Daten anzeigen — komplette Modellmatrix
Modell Motor Hubraum Leistung Bauzeit
3.0i M54B30 2.979 cm³ 231 PS (170 kW) 05/2000–09/2006
4.4i M62B44TÜ 4.398 cm³ 286 PS (210 kW) ab Marktstart
4.6is V8 4.398 cm³ 347 PS, 480 Nm bei 3.700/min 02/2002–07/2003
4.8is N62B48 4.799 cm³ 360 PS (265 kW) 04/2004–09/2006
3.0d (bis 2003) M57D30 2.926 cm³ 184 PS (135 kW) 04/2001–09/2003
3.0d (ab 2003) M57D30TÜ 2.993 cm³ 218 PS (160 kW) 10/2003–09/2006

04 · Karosserievarianten

Karosserievarianten

Fünftüriger Aufbau mit geteilter Heckklappe

Silberner BMW X5 E53 von hinten mit geteilter Heckklappe
Das Erkennungsmerkmal am Heck: die horizontal-mittig geteilte Heckklappe und die L-förmigen Rückleuchten.Lizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0

Die einzige Karosserie. Kennzeichen ist die horizontal-mittig geteilte Heckklappe; der untere Teil klappt herunter und trägt. Nach der Modellpflege 2003 zeigen die Rückleuchten die L-Form der Zeit. Als BMW X5 security war der Wagen ab Werk auch als Sonderschutzfahrzeug der Widerstandsklasse B4 lieferbar.

05 · Motoren

Von 184 bis 360 PS

Die Spanne reicht vom Sechszylinder-Diesel bis zum 4,8-Liter-V8. Werte in Klammern bei der Höchstgeschwindigkeit gelten laut Quelle für Fahrzeuge ohne Abregelung.

N62B48 · 4.799 cm³ · 360 PS — X5 4.8is geprüft

Das Topmodell ab April 2004 als Nachfolger des 4.6is. 360 PS bei 6.200 Umdrehungen, 500 Nm bei 3.500, 246 km/h und 6,1 Sekunden von null auf hundert. Der Motor basiert auf dem neuen N62-V8 und bekam den größeren Hubraum von 4.799 statt 4.398 cm³ — dieselbe Vergrößerung, die BMW 2005 auch im 5er und 7er einführte.

Technische Daten anzeigen
BauartV8-Ottomotor N62
Hubraum4.799 cm³
Leistung265 kW (360 PS) bei 6.200/min
Drehmoment500 Nm bei 3.500/min
Höchstgeschwindigkeit246 km/h
0–100 km/h6,1 s
Bauzeit04/2004–09/2006

Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53

M62B44TÜ · 4.398 cm³ · 286 PS — X5 4.4i geprüft

Einer der beiden Motoren zum Marktstart. 286 PS bei 5.400 Umdrehungen, 440 Nm bei 3.600, 206 km/h abgeregelt beziehungsweise 230 km/h ohne Begrenzung.

Technische Daten anzeigen
BauartV8-Ottomotor
Hubraum4.398 cm³
Leistung210 kW (286 PS) bei 5.400/min
Drehmoment440 Nm bei 3.600/min
Höchstgeschwindigkeit206 km/h, ohne Begrenzung 230 km/h

Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53

M54B30 · 2.979 cm³ · 231 PS — X5 3.0i geprüft

Der Reihensechszylinder als Einstieg, von Marktstart bis Produktionsende im Programm. 231 PS bei 5.900 Umdrehungen, 300 Nm bei 3.500, 202 km/h abgeregelt beziehungsweise 215 km/h, null auf hundert in 8,5 Sekunden.

Technische Daten anzeigen
BauartReihensechszylinder-Ottomotor
Hubraum2.979 cm³
Leistung170 kW (231 PS) bei 5.900/min
Drehmoment300 Nm bei 3.500/min
Höchstgeschwindigkeit202 km/h, ohne Begrenzung 215 km/h
0–100 km/h8,5 s
Bauzeit05/2000–09/2006

Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53

M57D30TÜ · 2.993 cm³ · 218 PS — X5 3.0d ab 10/2003 geprüft

Mit der Modellpflege bekam der Diesel eine Common-Rail-Direkteinspritzung der zweiten Generation. Die Leistung stieg von 184 auf 218 PS, das Drehmoment von 410 auf 500 Nm zwischen 2.000 und 2.750 Umdrehungen. Null auf hundert in 8,3 Sekunden — schneller als der 3.0i.

Technische Daten anzeigen
BauartReihensechszylinder-Dieselmotor
Hubraum2.993 cm³
Leistung160 kW (218 PS) bei 4.000/min
Drehmoment500 Nm bei 2.000–2.750/min
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
0–100 km/h8,3 s
Bauzeit10/2003–09/2006

Datentabelle Wikipedia DE zur Baureihe E53

06 · Schwachstellen

Zuverlässigkeit & Schwachstellen

  • Die Luftfederung der Hinterachse ist bei den entsprechend ausgestatteten Wagen der klassische Verschleißpunkt. Bälge und Kompressor sind Ersatzteile mit deutlichem Preis.
  • Beim M62 und N62 sind Ventildeckeldichtungen, Kurbelgehäuseentlüftung und bei hoher Laufleistung die Alusil-Laufbahnen die bekannten Themen. Ölverbrauch ist der Hinweis.
  • Das Verteilergetriebe und dessen Stellmotor sind ein bekannter Schwachpunkt, besonders bei den Vorfacelift-Wagen ohne xDrive.
  • Rost tritt an den hinteren Radläufen, an der Heckklappenunterkante und an den Türunterkanten auf. Bei einem Auto aus den USA lohnt der Blick auf den Unterboden besonders.
  • Der M57-Diesel gilt als robust; kritisch sind eher die Peripherie mit Drallklappen und, bei hoher Laufleistung, das Zweimassenschwungrad.

07 · Technik

SAV statt SUV

Modellpflege 2003

X5 security

Der Nachbau-Prozess

Geteilte Heckklappe

Technische Daten — Achsübersetzungen & Getriebe

Karosserie
fünftürig, horizontal-mittig geteilte Heckklappe
Antrieb
Allrad, ab 09/2003 mit xDrive
Bauort
Greer, South Carolina, USA
Marktstart USA
Ende 1999 · Deutschland: Mai 2000
Produktionsende
September 2006
Modellpflege
September 2003 — Frontscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill, Motorhaube, Rückleuchten
Herstellerbezeichnung
SAV (Sports Activity Vehicle)
Sonderschutz
BMW X5 security, Widerstandsklasse B4, ab Werk
Vorgänger
keiner · Nachfolger: E70 (USA ab Ende 2006, Europa ab 03/2007)

08 · Einzelstück

Der X5 Le Mans mit 700 PS

Auf dem Genfer Auto-Salon 2000 zeigte BMW ein Einzelstück unter dem Namen X5 Le Mans. Darin arbeitete der S70-V12 mit 6,1 Litern Hubraum — derselbe Motor, der sich im BMW V12 LMR und im McLaren F1 bewährt hatte und mit dem BMW 1995 das Gesamtklassement der 24 Stunden von Le Mans gewann.

Ohne Luftmengenbegrenzer leistete er rund 700 PS und 720 Nm bei 5.000 Umdrehungen. Das reichte für 4,7 Sekunden von null auf hundert und über 300 km/h. Bis auf Innenraum, Fahrwerk und Bremsen war der Wagen seriennah.

Hans-Joachim Stuck umrundete die Nordschleife mit diesem Fahrzeug in 7:49 Minuten. Zur Einordnung: Noch Mitte der 1990er Jahre schafften nur wenige straßenzugelassene Sportwagen die Acht-Minuten-Grenze.

Silberner BMW X5 4.4i in Seitenansicht von vorn rechts
BMW nennt den Wagen ausdrücklich nicht SUV und nicht Geländewagen, sondern SAV — Sports Activity Vehicle, eine eigens dafür geschaffene Bezeichnung.Lizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0

09 · Kaufberatung

Worauf es ankommt: Fahrwerk und Unterboden

Der X5 E53 ist heute ein günstiges Auto mit den Unterhaltskosten eines Oberklassewagens. Beim Kauf entscheiden Fahrwerk, Verteilergetriebe und Blech.

Luftfederung im Stand mehrfach absenken und anheben lassen, dabei auf den Kompressor hören.

Verteilergetriebe im Fahrbetrieb prüfen: Ruckeln oder Warnleuchten beim Anfahren und Rangieren sind Warnsignale.

Hintere Radläufe, Heckklappenunterkante und Türunterkanten auf Rost absuchen.

Beim V8 Ölverbrauch erfragen und die Ventildeckel auf Ölfeuchte prüfen.

Baujahr über die Front bestimmen: Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Grill und Motorhaube wurden im September 2003 geändert.

Der 3.0d nach der Modellpflege ist der vernünftige X5 — 218 PS, 500 Nm und schneller auf hundert als der 3.0i. Der 4.8is ist das interessantere, aber deutlich teurere Auto.

10 · Die Konkurrenz

Die Konkurrenz

Mercedes-Benz ML (W163)

Ab 1997 und damit zwei Jahre früher am Markt. Ebenfalls in den USA gebaut, geländetauglicher ausgelegt und anfangs mit deutlichen Qualitätsproblemen.

Porsche Cayenne (955)

Ab 2002 der direkte Gegner beim sportlich ausgelegten Geländewagen — mit deutlich mehr Geländefähigkeit und einem Turbo an der Spitze.

Range Rover (L322)

Ab 2001, in den ersten Jahren mit BMW-Motoren. Sachlich das geländetauglichere Auto und der Maßstab, an dem sich der X5 bewusst nicht messen wollte.

11 · Galerie

Bilder

Vor und nach der Modellpflege — und die geteilte Heckklappe.

Weißer BMW X5 der Baureihe E53 von vorn links
Der X5 nach der Modellpflege von September 2003. Geändert wurden Frontscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill, Motorhaube und Rückleuchten.Lizenziert · Dinkun Chen · CC BY-SA 4.0
Silberner BMW X5 E53 der ersten Serie von vorn
Die erste Serie bis 2003. Der X5 war das erste eingeschränkt geländegängige Fahrzeug im Programm der Marke.Lizenziert · Dinkun Chen · CC BY-SA 4.0
Silberner BMW X5 4.4i in Seitenansicht von vorn rechts
BMW nennt den Wagen ausdrücklich nicht SUV und nicht Geländewagen, sondern SAV — Sports Activity Vehicle, eine eigens dafür geschaffene Bezeichnung.Lizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0
Silberner BMW X5 E53 von hinten mit geteilter Heckklappe
Das Erkennungsmerkmal am Heck: die horizontal-mittig geteilte Heckklappe und die L-förmigen Rückleuchten.Lizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0
Blauer BMW X5 3.0d von vorn rechts
Ab Oktober 2003 leistete der 3.0d mit Common-Rail-Direkteinspritzung der zweiten Generation 218 PS und 500 Nm.Lizenziert · Calreyn88 · CC BY-SA 4.0
Schwarzer BMW X5 E53 nach der Modellpflege von vorn links
Zeitgleich mit der Modellpflege 2003 führte BMW das verbesserte Allradsystem xDrive ein.Lizenziert · Vauxford · CC BY-SA 4.0
Silberner BMW X5 3.0i von vorn
Der 3.0i mit dem M54B30 war zum Marktstart eine von nur zwei Motorvarianten: 231 PS aus 2.979 cm³.Lizenziert · Damian B Oh · CC BY-SA 4.0
Dunkelgrüner BMW X5 E53 von vorn
Produziert wurde der X5 in Greer, South Carolina — im selben Werk wie später der Z4 E85.Lizenziert · Dinkun Chen · CC BY-SA 4.0
Grauer BMW X5 E53 von vorn
Die Produktion endete im September 2006. Nachfolger wurde der E70.Lizenziert · Dinkun Chen · CC BY-SA 4.0

12 · Quellen

Belege & Literatur

Leitquelle ist die deutschsprachige Wikipedia zur Baureihe E53 mit der vollständigen Datentabelle der Motorvarianten. Bildquellen und Lizenzen stammen von Wikimedia Commons.

Die Freitags-Mail

Einmal pro Woche, ohne Lärm.

Eine ruhige Mail am Freitag: die besten Artikel, ein Fahrzeug aus der Garage, ein Termin. Kein Newsletter-Theater.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam, versprochen.